»Vorsicht, Herr Herbst!«
»Ich sehe schon -- eine richtige Falle. Ei, ei!«
»Aber was tun Sie?«
»Ich bin gezwungen, den letzten Zug zurückzunehmen.«
»Aber, aber --«
»Auch Sie haben ja einen Zug zurückgenommen.«
Dieses Mädchen also, so würde er sagen, hatte er zuerst gar nicht
beachtet. Wie sollte er auch? Alle diese Soldaten hatten ja ihre
Mädchen, nicht wahr, es war einmal nicht anders. Nicht beachtet. An den
Sonntagen kochte sie den Tee, bot Zigaretten an. Sie selbst sprach
eigentlich wenig, nur hier und da warf sie ein Wort ein. Man hörte ihre
Stimme kaum, so fein klang sie.
An den Wochentagen kam sie zuweilen abends, und dann war sie mit ihm
allein. Nun sie waren junge Leute, was sollte da besonderes dabei sein?
Er hörte nicht zu, hatte seine eigenen Gedanken. Eines Abends aber,
plötzlich sprechen sie über gewisse Dinge -- wie interessant! Was ist
das? Offenbar kennt das Mädchen genau die Familienverhältnisse einer
gewissen hochgestellten Persönlichkeit. Nun, es war jedenfalls
sonderbar, daß sie so genau Bescheid wußte --
Tief in seine Gedanken versunken, legte sich Herr Herbst im Sessel
zurück und blies den Rauch in die Luft.
Sie plaudern also über gewisse Dinge, ganz harmlos. Sie denken wohl
nicht, daß ich nebenan alles höre, denken wohl, ich sei ausgegangen.
Oben an der Türe sehe ich Licht.
Ich weiß wohl, was sich schickt und was unpassend ist -- aber, aber, ich
kann nicht widerstehen. Das Licht reizt mich. Ich trage den Stuhl zur
Türe, vorsichtig natürlich -- steige hinauf -- so, so -- strecke mich
und blicke durch den Spalt. Ich drehe das Auge hin und her. Ah, da sitzt
er also, der Soldat, und daneben -- auf dem Sofa . . .
Plötzlich sehe ich ihr mitten ins Gesicht!
Der Schreck -- glauben Sie mir -- die Überraschung -- ich wäre um ein
Haar vom Stuhl gefallen! Denn wenn ich auch das und jenes dachte -- ich
glaubte es ja nicht -- es schien mir unmöglich -- die Stimme, hm, das
Gespräch, aber es war ja unmöglich -- und doch -- doch!