VIII.

In einer Schänke am Grenzwege sind die Polen versammelt und zechen schon

zwei Tage lang. Nicht wenig Gesindel sitzt da beisammen. Sie sind wohl

zusammengekommen, um einen Überfall auszuhecken! Manche von ihnen haben

Musketen, die Sporen klirren und die Säbel rasseln. Die polnischen

Herren sind lustig, schneiden auf und reden prahlerisch von unerhörten

Taten, sie spotten über den rechten Glauben, nennen das Volk der Ukraine

ihre »Knechte«, zwirbeln stolz den Schnurrbart in die Höhe, und mit

hochmütig zurückgeworfenen Köpfen recken sie sich auf den Bänken. Auch

ihr Priester ist bei ihnen; doch auch der ist vom selben Schlage wie

sie. Er gleicht nicht einmal dem Äußern nach einem christlichen

Priester, denn er schmaust und zecht mit ihnen, und seine unreine Zunge

führt unzüchtige Reden. Auch das Gesinde gibt ihnen in nichts nach: sie

haben die Ärmel der schäbigen Schupans aufgestreift und stolzieren so

aufrecht einher, als wären sie was Rechtes! Sie spielen und hauen

einander mit den Karten auf die Nasen. Dann haben sie fremde Weiber bei

sich und das gibt ein Geschrei und ein Raufen! ... Die polnischen Herren

toben nur so und treiben Schabernack mit den Leuten; sie packen einen

Juden am Bart, malen ihm ein Kreuz auf seine gottlose Stirn, schießen

mit blind geladenen Pistolen nach dem Weibsvolk und tanzen einen

Krakowiak mit ihrem schändlichen Priester. Gab's doch nicht einmal von

den Tataren solch Ärgernis im russischen Lande: Gott hat es ihm wohl

beschieden, solche Schmach für seine Sünden zu erdulden. Und mitten in

diesem Sodom hört man sie vom Gutshof des Pan Danilo am Dnjepr und von

seinem schönen Weibe sprechen ..... Wahrlich, nichts Gutes sinnt die

Rotte, die hier versammelt ist!

Sämmtliche Werke 3: Abende auf dem Gutshof bei Dikanka; Phantastische Novellen · 第 33 / 45 题