Vorne geht die Sache noch halbwegs,
Aber hinten ist's der ganze Teufel!
Aus einem Volksmärchen.
»Hörst du, Wlas!« sprach einer von den Leuten, die im Freien geschlafen
hatten, nachts aus dem Schlafe auffahrend. »Jemand in der Nähe hat hier
>Teufel< geschrien.«
»Was geht mich das an?« brummte der neben ihm liegende Zigeuner, sich
räkelnd. »Mag er doch nach der ganzen Sippe schreien!«
»Aber er hat doch so geschrien, als ob man ihn abwürgte!«
»Was schreit ein Mensch nicht alles im Schlaf!«
»Na, wie du meinst. Ich geh' nachsehen. Mach mal Feuer!«
Der andere Zigeuner stand brummend auf, ließ ein paar Funken wie Blitze
vor sich aufstieben, blies den Zunder mit dem Munde an und ging mit
seinem Lämpchen in der Hand -- einer der üblichen kleinrussischen
Lampen, die aus einem zerbrochenen Scherben, der mit Hammelfett gefüllt
ist, bestehen -- die Straße hinunter.
»Halt, hier liegt jemand! Komm her und leuchte mir!«
Noch einige Menschen schlossen sich ihm an.
»Was liegt da, Wlas?«
»Es sieht ganz nach zwei Menschen aus: der eine liegt oben, der andere
unten; wer von ihnen der Teufel ist, weiß ich nicht!«
»Wer liegt oben?«
»Ein Frauenzimmer!«
»Dann ist _das_ der Teufel!«
Ein allgemeines Gelächter weckte fast die ganze Straße.
»Ein Frauenzimmer ist auf einen Kerl raufgekrochen, na, die versteht das
Kutschieren!« sprach einer aus der herumstehenden Menge.
»Seht doch bloß, Brüder!« sprach ein anderer und hob einen Scherben des
Topfes auf, von dem nur noch die eine Hälfte auf dem Kopfe Tscherewiks
ganz geblieben war. »Was der gute Mann sich für eine Mütze aufgesetzt
hat!«
Der Lärm und das Gelächter, die immer mehr anschwollen, riefen unsere
beiden Toten wieder ins Leben zurück, Tscherewik und seine Frau, die
voll Entsetzen über den überstandenen Schreck, mit starrem Blick in die
braunen Gesichter der Zigeuner schauten. Beim unsicheren Flackern des
Lichts erschienen sie wie ein Haufen Gnomen, umhüllt von einem
unterirdisch schweren Qualm in der Finsternis einer tiefen Nacht.