Hältst dich wohl für einen Mann,
Aber rückt ein Weibsbild an,
Dann setzt's Senge .......
_Kotljarewski._
»He, Frauchen, ich habe einen Bräutigam für unsere Tochter gefunden!«
»'s ist wohl gerad die rechte Zeit, sich einen Bräutigam zu suchen! Du
Dummkopf du, mußt wohl dein Leben lang ein Dummkopf bleiben! Wo hast du
gesehen oder wo hast du gehört, daß ein anständiger Mensch jetzt hinter
einem Bräutigam herläuft? Hättest du doch lieber daran gedacht, den
Weizen loszuwerden. Das wird ein schöner Bräutigam sein! Sicher ist's
der zerlumpteste aller Habenichtse!«
»Ach was, davon ist keine Rede! Du solltest nur mal sehen, was das für
ein Bursche ist! Sein Kittel allein kostet mehr als deine grüne Jacke
und die roten Stiefel zusammengenommen. Und wie der großartig Schnaps
saufen kann! ..... Der Teufel hole mich mit dir zusammen, wenn ich je
gesehen habe, daß ein Bursche ein halbes Maß hinuntergießt, ohne mit der
Wimper zu zucken .....«
»Ei freilich, also ein Trunkenbold und ein Landstreicher wie du! das
würde dir so passen! Ich möcht' darauf wetten, daß es derselbe Lümmel
ist, der uns auf der Brücke angerempelt hat. Schade, daß ich ihn bis
jetzt noch nicht erwischt habe -- ich hätte ihm schon was gezeigt!«
»Und wenn's nun wirklich derselbe wäre, Chiwrja? Warum soll er denn ein
Lümmel sein?«
»Warum soll er _kein_ Lümmel sein? Ach du hirnloser Schädel! So hör doch
-- warum soll er denn kein Lümmel sein! Wo hattest du denn deine
kreuzdummen Augen versteckt, als wir an den Mühlen vorbeifuhren? So
einem Mann kann man wahrhaftig geradeswegs vor seiner, mit Tabak
beschmutzten Nase die eigene Frau beleidigen, und er kümmert sich nicht
drum!«
»Ich kann nichts Schlimmes dabei sehen: der Junge ist großartig!
Höchstens, daß er dir die Fratze mit Mist vollgekleistert hat!«
»Aha! Ich sehe schon, du willst mich nicht mehr zu Worte kommen lassen!
Das wär' mir noch was Neues! Du hast wohl einen zu viel getrunken, noch
bevor du überhaupt etwas verkauft hast!«
Unser Tscherewik merkte jetzt selbst, daß er in seiner Rede zu weit
gegangen war, und bedeckte schnell den Kopf mit den Händen, da er
annehmen mußte, daß die erzürnte Gattin es nicht unterlassen würde, ihre
ehelichen Tatzen in sein Haar zu krallen.
»Den Teufel auch, da hast du deine Hochzeit!« dachte er bei sich,
während er die heftig vordringende Gattin abwehrte. »Ich werde dem
lieben Kerl ohne allen Grund eine Absage erteilen müssen. Himmel,
Herrgott! Wofür strafst du uns arme Sünder so? Es gibt doch schon soviel
Unrat, mußtest du auch noch die Weiber in die Welt setzen.«