geherrscht als während des letzten Monats vor seiner Ankunft. Wenn der
Westwind die holländischen Packetboote zurückhielt, stieg die Spannung
des Volks aufs Höchste. Jeden Morgen standen Hunderttausende mit der
Hoffnung auf zu hören, daß der Tractat unterzeichnet sei, und jede Post,
welche ankam, ohne die gute Nachricht mitzubringen, verursachte bittere
Enttäuschung. Die Mißvergnügten versicherten sogar laut, daß der Friede
gar nicht zu Stande kommen und die Unterhandlungen noch in dieser späten
Stunde abgebrochen werden würden. Einer von ihnen hatte Jemanden
gesprochen, der eben von Saint-Germains angekommen war; ein Andrer hatte
ein eigenhändiges Schreiben Ihrer Majestät gelesen, und Alle waren
überzeugt, daß Ludwig den Usurpator niemals anerkennen werde. Viele von
Denen, welche diese Sprache führten, waren so verblendet, daß sie auf
die Richtigkeit ihrer Meinung hohe Wetten machten. Als die Nachricht von
dem Falle Barcelona’s eintraf, waren alle hochverrätherischen Tavernen
mit eidverweigernden Priestern angefüllt, welche lachten, laut sprachen
und einander die Hände schüttelten.[126]
[_Ankunft der Friedensnachricht in England._] Endlich, am Nachmittag
des 13. Septembers, erhielten einige Spekulanten in der City auf
Privatwegen die gewisse Nachricht, daß der Tractat am Morgen des 11.
vor Tagesanbruch unterzeichnet worden sei. Sie hielten die Sache
geheim und beeilten sich, sie zu ihrem Vortheile zu benutzen; aber
ihre eifrigen Bemühungen Bankactien zu kaufen, und die hohen Preise,
die sie dafür boten, erweckten Verdacht, und man glaubte allgemein,
daß am folgenden Tage etwas Wichtiges angezeigt werden würde. Am
folgenden Tage erschien denn auch Prior mit dem Tractate vor den Lords
Justices in Whitehall. Es wurde sogleich eine Fahne auf der Abtei, eine
andre auf der Martinskirche ausgesteckt und die Kanonen des Towers
verkündeten die frohe Botschaft. Alle Kirchthürme und befestigten
Schlösser von Greenwich bis Chelsea antworteten. Es war keiner von den
Tagen, an welchen die Zeitungen gewöhnlich erschienen; aber zum ersten
Male wurden Extrablätter mit großgedruckten Ueberschriften in den
Straßen ausgerufen. Der Cours der Bankactien stieg rasch von 84 auf 97.
In wenigen Stunden begannen sich auf einigen Plätzen Triumphbögen zu
erheben, während auf anderen mächtige Freudenfeuer emporloderten. Der
holländische Gesandte schrieb an die Generalstaaten, daß er versuchen
werde, seine Freude durch ein der Republik, die er vertrete, würdiges
Feuer an den Tag zu legen, und er hielt Wort, denn eine solche Flamme
hatte London noch nie gesehen. Hundertvierzig Fässer Pech prasselten
und leuchteten vor seinem Hause am St. James Square und bildeten ein
Feuer, das Pall Mall und Piccadilly so hell machte wie am Tage.[127]
[_Schrecken der Jakobiten._] Der Schrecken unter den Jakobiten war groß.
Einige von Denen, welche auf Ludwig’s Festigkeit hoch gewettet hatten,
ergriffen die Flucht. Ein unglücklicher Zelot des göttlichen Rechts
ertränkte sich. Doch bald faßte die Partei wieder Muth. Der Tractat war
zwar unterzeichnet, aber ratificirt wurde er gewiß nie. In Kurzem kam
die Ratification, der Friede wurde feierlich durch die Herolde
proklamirt und auch die hartnäckigsten Eidverweigerer begannen zu
verzweifeln. Einige Geistliche, welche Jakob acht Jahre lang treu
geblieben waren, leisteten jetzt Wilhelm den Huldigungseid.
Wahrscheinlich waren es Männer, welche, wie Sherlock, der Ansicht waren,
daß eine feststehende, wenn auch in ihrem Ursprunge illegitime Regierung
Anspruch auf den Gehorsam von Christen habe, die aber geglaubt hatten,
daß die Regierung Wilhelm’s nicht wirklich feststehend genannt werden
könne, so lange die größte europäische Macht sich nicht nur weigerte,
sie anzuerkennen, sondern sogar ihren Rivalen kräftig unterstützte.[128]
Die heftigeren und entschlosseneren Anhänger des verbannten Königshauses
waren wüthend auf Ludwig. Er habe Die, welche ihn um Hülfe angefleht,
hintergangen und verrathen. Man solle nicht von dem Elende seines Volks
sprechen. Man solle nicht sagen, daß er jede Einnahmequelle erschöpft
habe und daß in allen Provinzen seines Reichs das Landvolk in Lumpen
gehüllt einhergehe und sich nicht einmal mehr mit dem gröbsten und
schwärzesten Brode sättigen könne. Seine erste Pflicht sei die, welche
er gegen die königliche Familie von England habe. Die Jakobiten sprachen
und schrieben gegen ihn eben so absurd und fast eben so gemein, als sie
lange gegen Wilhelm gesprochen und geschrieben hatten. Eines ihrer
Libelle war so unanständig, daß die Lords Justices die Verhaftung des
Verfassers anordneten.[129]
[_Allgemeine Freude._] Aber die Wuth und der Aerger beschränkten sich
auf eine sehr kleine Anzahl. Seit dem Restaurationsjahre hatte man nie
ähnliche Kundgebungen der allgemeinen Freude gesehen. In allen Gegenden
des Reichs, wo der Friede proklamirt wurde, äußerte sich die
Volksstimmung durch Bankets, feierliche Aufzüge, loyale Toaste, Salven,
Trommelwirbel, Trompetenschall und Aufschlagen von Biertonnen. An
einigen Orten begab sich die ganze Bevölkerung unaufgefordert in die
Kirchen, um dem Himmel zu danken. An anderen fanden Aufzüge von
weißgekleideten und mit Lorbeer bekränzten Mädchen statt, welche Fahnen
mit der Inschrift: +God bless King William+ trugen. In jeder
Grafschaftshauptstadt begleitete eine lange Cavalcade der angesehensten
Gentlemen aus einem Umkreise von vielen Meilen den Mayor zum
Marktkreuze. Ein Festtag genügte noch nicht zur Aeußerung so vieler
Freude. Am 4. November, dem Geburtstage des Königs, und am 5., dem
Jahrestage seiner Landung in Torbay, erneuerten sich das Glockengeläute,
der Jubel und die Illuminationen in London wie im ganzen Lande.[130] An
dem Tage, an welchem er in seine Hauptstadt zurückkehrte, wurde in den
zweitausend Straßen dieses ungeheuren Marktes keine Arbeit gethan und
kein Laden geöffnet. Die Hauptstraßen waren für diesen Tag mit Sand
bestreut worden; alle Innungen hatten sich neue Fahnen, alle
Magistratspersonen neue Amtskleider angeschafft. Zwölftausend Pfund
Sterling waren auf Veranstaltung von Feuerwerken verwendet worden. Große
Massen Volks aus allen benachbarten Grafschaften waren herbeigeströmt,
um das Schauspiel mit anzusehen. Die City war nie in einer loyaleren
oder heiterern Stimmung gewesen. Die schlimmen Tage waren vorüber. Die
Guinee war auf einundzwanzig Schilling sechs Pence gefallen, die
Banknote war auf Pari gestiegen. Die großen, schweren und scharf
geprägten neuen Kronen und halben Kronen klangen auf allen Ladentischen.
[_Einzug des Königs in London._] Nach einigen Tagen ungeduldiger
Erwartung erfuhr man am 14. Nov., daß Se. Majestät in Margate gelandet
sei. Am 15. spät Abends erreichte er Greenwich und stieg in dem
prächtigen Gebäude ab, das unter seinen Auspicien aus einem Palast in
ein Hospital verwandelt wurde. Am nächsten Morgen, einem heiteren und
warmen Morgen, schlossen sich achtzig sechsspännige Equipagen mit
Edelleuten, Prälaten, Geheimräthen und Richtern seinem Zuge an. In
Southwark wurde er von dem Lordmayor und den Aldermen mit allem Pomp
empfangen. Der Weg durch diesen Stadttheil bis zur Brücke war von der
Surreymiliz, der Weg von der Brücke bis Walbrook von drei Regimentern
der Citymiliz besetzt. Durch ganz Cheapside hatten sich die Wahlbürger
zu beiden Seiten mit ihren Innungsfahnen aufgestellt. Am östlichen Ende
des St. Pauls-Kirchhofes standen die Knaben der Schule Eduard’s VI. in
der Tracht des 16. Jahrhunderts, die sie noch jetzt tragen. Um die
Kathedrale herum, Ludgate Hill und Fleet Street entlang waren drei
weitere Regimenter Londoner aufgestellt. Von Temple Bar bis zum
Eingangsthore von Whitehall standen die Milizen von Middlesex und die
Fußgarden unter Waffen. Auf der ganzen Strecke waren alle Fenster mit
Teppichen, Bändern und Fahnen geschmückt. Den schönsten Anblick aber
gewährte die unzählige Masse der Zuschauer, alle in ihren
Sonntagskleidern, und in solchen Kleidern, wie sie in anderen Ländern
nur die höheren Klassen tragen konnten. „Nie,” schrieb Wilhelm diesen
Abend an Heinsius, „habe ich eine solche Menge wohlgekleideter Leute
gesehen.” Nicht minder angenehm berührten den König die Aeußerungen von
Freude und Zuneigung, mit denen er vom Anfang bis zum Ende seines
Triumphzuges begrüßt wurde. Von dem Augenblicke an, wo er in Greenwich
in seinen Wagen stieg, bis zu dem Augenblicke, wo er im Hofe von
Whitehall wieder ausstieg, war er von endlosen Lebehochrufen begleitet.
Kaum war er in seinem Palaste angekommen, so wurden ihm
Beglückwünschungsadressen von allen großen Corporationen des Landes
überreicht. Man bemerkte, daß unter diesen Corporationen die Universität
Oxford die erste war. Die beredte Ansprache, in welcher diese gelehrte
Körperschaft die Weisheit, den Muth und die Energie Sr. Majestät pries,
wurde von den Eidverweigerern mit heftigem Verdrusse, von den Whigs mit
Entzücken gelesen.[131]
[_Der Tag des Dankgottesdienstes._] Die Freudenbezeigungen waren noch
nicht zu Ende. In einer Staatsrathssitzung, welche einige Stunden nach
dem öffentlichen Einzuge des Königs gehalten wurde, ward der 2. December
zur Abhaltung eines Dankgottesdienstes wegen des zu Stande gekommenen
Friedensschlusses bestimmt. Das Kapitel von St. Paul beschloß, daß an
diesem Tage seine stolze Kathedrale, die sich langsam auf den Trümmern
einer Reihenfolge von heidnischen und christlichen Tempeln erhoben
hatte, dem öffentlichen Gottesdienste übergeben werden sollte. Wilhelm
that seine Absicht kund, an der Eröffnungsfeier theilzunehmen. Man
stellte ihm jedoch vor, daß, wenn er in diesem Vorhaben beharrte,
dreihunderttausend Menschen herbeiströmen würden, um ihn zu sehen, und
daß dann alle Pfarrkirchen London’s leer bleiben würden. Er wohnte daher
dem Gottesdienste in seiner Kapelle zu Whitehall bei und hörte Burnet
eine Predigt halten, die für den Ort etwas zu lobhudelnd war.[132] In
der St. Paulskirche erschien die Magistratur der City in all’ ihrem
Pompe. Campton bestieg zum ersten Male einen mit Schnitzwerk von Gibbons
reich verzierten Thron und sprach auf demselben zu der zahlreichen und
glänzenden Versammlung. Seine Rede ist uns nicht erhalten worden, aber
man kann den Inhalt derselben leicht errathen, denn er predigte über den
herrlichen Psalm: „Ich freue mich deß, das mir geredet ist, daß wir
werden ins Haus des Herrn gehen.” Er erinnerte ohne Zweifel seine
Zuhörer, daß sie als Londoner, außer der Dankbarkeitsschuld, die sie mit
allen Engländern theilten, noch besondere Ursache hätten, für die
göttliche Güte dankbar zu sein, die ihnen gestattet habe, die letzte
Spur der Verheerungen des großen Feuers zu verwischen und sich nach so
langen Jahren endlich wieder an dieser durch die Andacht von dreißig
Generationen geweihten Stätte zu Gebet und Lobpreisung zu versammeln. In
ganz London und in allen Theilen des Landes, bis in die entferntesten
Kirchspiele von Cumberland und Cornwallis, waren die Kirchen am Morgen
des Tages gefüllt und der Abend war ein Abend festlicher
Vergnügungen.[133]
Man hatte aber auch Ursache, sich zu freuen und dem Himmel zu danken.
England hatte schwere Prüfungen überstanden und war mit verjüngter Kraft
und Gesundheit aus denselben hervorgegangen. Zehn Jahre früher hatte es
den Anschein gehabt, als ob jene Freiheit und Unabhängigkeit vernichtet
seien. Seine Freiheit hatte es durch eine gerechte und nothwendige
Revolution behauptet. Es hatte die durch die Rechtsbill festgestellte
Ordnung der Dinge siegreich gegen die mächtige französische Monarchie,
gegen die eingeborne Bevölkerung Irland’s, gegen die erklärte
Feindschaft der Eidverweigerer und gegen die noch gefährlichere
Feindschaft von Verräthern vertheidigt, welche bereit waren, jeden Eid
zu leisten und die kein Eid binden konnte. Seine offenen Feinde hatten
auf vielen Schlachtfeldern gesiegt. Seine versteckten Feinde hatten
seine Flotten und Heere befehligt, seine Arsenale verwaltet, an seinen
Altären fungirt, auf seinen Universitäten gelehrt, seine Amtsbureaux
gefüllt, in seinem Parlamente gesessen und im Schlafzimmer seines Königs
geheuchelt und geschmeichelt. Mehr als einmal hatte es unmöglich
geschienen, daß etwas eine Restauration abwenden könnte, welche
unvermeidlich zuerst Proscriptionen und Confiscationen, die Verletzung
der Grundgesetze und die Verfolgung der Landeskirche, und dann eine
dritte Erhebung der Nation gegen das Fürstenhaus, das eine zweimalige
Entthronung und eine zweimalige Verbannung nur hartnäckiger im Bösen
gemacht hatte, in ihrem Gefolge gehabt haben würde. Zu den Gefahren des
Kriegs und den Gefahren des Verraths hatten sich neuerdings die Gefahren
einer schweren Finanz- und Handelskrisis gesellt. Aber alle diese
Gefahren waren vorbei. Außen und innen war Friede. Das Königreich hatte
nach vielen Jahren einer schmachvollen Vasallenschaft seinen früheren
Platz in der vordersten Reihe der europäischen Mächte wieder
eingenommen. Viele Anzeichen berechtigten zu der Hoffnung, daß die
Revolution von 1688 unsre letzte Revolution gewesen sein würde. Die alte
Verfassung schmiegte sich durch eine natürliche, eine allmälige, eine
friedliche Entwickelung den Bedürfnissen einer neueren Gesellschaft an.
Die Freiheit des Gedankens und die Freiheit der Rede bestanden schon in
einem Umfange, wie ihn kein früheres Zeitalter gekannt hatte. Die Valuta
war wieder hergestellt. Der öffentliche Credit war wieder befestigt. Der
Handel lebte wieder auf. Die Schatzkammer war zum Ueberströmen voll.
Allenthalben, von der Börse bis zum entlegensten Dorfe in den Gebirgen
von Wales und den Sümpfen von Lincolnshire äußerte sich ein Gefühl der
Erleichterung. Die Landbauer, die Hirten, die Bergleute der Kohlengruben
von Northumberland, die Arbeiter, die sich an den Webstühlen von Norwich
und an den Amboßen von Birmingham abmühten, empfanden die Veränderung,
ohne sie zu verstehen, und das heitere Gewühl in jedem Seehafen und in
jeder Marktstadt verrieth nicht undeutlich den Anfang einer
glücklicheren Zeit.
Fußnoten
[1] London Gazette vom 4. Mai 1696.
[2] London Gazette vom 12. und 16. März 1696 und Monthly Mercury, März
1696.
[3] Die Acte bestimmte, daß das beschnittene Geld vor dem 4. Mai
eingezahlt werden müsse. Da der 3. ein Sonntag war, so war thatsächlich
der 2. der letzte Tag.
[4] L’Hermitage, 5. (15.) Mai 1696; Londoner Neuigkeitsbrief vom 4.
und 6. Mai. In dem Neuigkeitsbriefe wird der 4. Mai als „der Tag
bezeichnet, der wegen des allgemeinen Interesses, das die Leute daran
hatten, so oft genannt wurde.”
[5] Londoner Neuigkeitsbrief vom 21. Mai 1696; Old Postmaster vom
25. Juni. L’Hermitage, 19. (29.) Mai.
[6] +Haynes’s Brief Memoirs, Lansdowne Mss. 801.+
[7] Siehe die Petition von Birmingham in den Protokollen der Gemeinen
vom 12. Nov. 1696, und die Petition von Leicester vom 21. Nov.
[8] „Geld ungemein rar, so daß weder welches bezahlt noch eingenommen
wurde; aber Alles ging auf Credit.” Evelyn, 13. Mai. Dann wieder unterm
11. Juni: „Mangel an Courantgeld, um auch nur die kleinsten Bedürfnisse
zu bezahlen, selbst für die täglichen Markteinkäufe nicht ausreichend.”
[9] L’Hermitage, 22. Mai (1. Juni). Siehe auch einen Brief von Dryden
an Tonson, den Malone mit großer Wahrscheinlichkeit für damals
geschrieben hält.
[10] L’Hermitage an die Generalstaaten, 8. (18.) Mai; Gazette de Paris
vom 2. (12.) Juni; +Trial and Condemnation of the Land Bank at Exeter
Change for murdering the Bank of England at Grocers’ Hall, 1696.+ Den
„Letzten Willen” und die „Grabschrift” findet man in vorstehendem
Pamphlet.
[11] L’Hermitage, 12. (22.) Juni 1696.
[12] Ueber diesen Gegenstand sehe man die +Short History of the Last
Parliament, 1699; Narcissus Luttrell’s Diary;+ die Zeitungen von 1696
und die Briefe L’Hermitage’s an verschiedenen Stellen. Ferner auch die
Petition der Buchhändler von Gloucester in dem Protokolle der Gemeinen
vom 27. Nov. 1696. Oldmixon, der selbst Verluste hatte, schreibt
darüber mit noch mehr als gewöhnlicher Bitterkeit.
[13] Siehe L’Hermitage, 12. (22.) Juni, 23. Juni (3. Juli), 30. Juni
(10. Juli), 1. (11.) Aug., 28. Aug. (7. Sept.) 1696. Der Postman vom
15. August erwähnt den großen Nutzen der Schatzkammerscheine. Der
Pegasus vom 24. August sagt: „Die Schatzkammerscheine erwerben sich die
Gunst des Publikums immer mehr, und das ist kein Wunder.” Der Pegasus
vom 28. August sagt: „Sie gehen als Geld von Hand zu Hand, und man
bemerkt, daß Diejenigen, welche dagegen eifern, der Regierung nicht
hold sind.” -- „Die Erfahrung,” sagt der Postman vom nächstfolgenden
7. Mai, „hat sie als höchst nützlich für die Kaufleute und Krämer der
City von London wie aller Gegenden des Landes erwiesen.” Ich will eine
Probe von den unmetrischen und fast unverständlichen Knittelversen
anführen, welche die jakobitischen Dichter über diesen Gegenstand
veröffentlichten:
„Ich bitte, Sir, hörten Sie schon von den neuen Patenten,
Papiergeld als Zahlmittel unter die Nation zu senden?
Ja, Sir, ich hörte davon, es sind Montague’s Noten,
Gefärbt und bemalt mit den Parlamentsvoten.
Doch ’s ist klar, für das Volk sind sie nur ein Toast,
Sie kommen mit dem Fuhrmann und gehen mit der Post.”
[14] +Commons’ Journals, Nov. 25. 1696.+
[15] L’Hermitage, 2. (12.) Juni 1696; +Commons’ Journals,+ Nov. 25.;
Postman vom 5. Mai, 4. Juni und 2. Juli.
[16] L’Hermitage, 3. (13.), 10. (20.) Juli 1696; +Commons’ Journals,+
Nov. 25; Pariser Gazette vom 30. Juni und 25. August; Old Postmaster
vom 9. Juli.
[17] Wilhelm an Heinsius, 30. Juli 1696; Wilhelm an Shrewsbury, 23.,
30., 31. Juli.
[18] Shrewsbury an Wilhelm, 28., 31. Juli und 4. Aug. 1696;
L’Hermitage, 1. (11.) August.
[19] Shrewsbury an Wilhelm, 7. Aug. 1696: L’Hermitage 14. (24.) Aug.;
London Gazette vom 13. August.
[20] L’Hermitage, 18. (28.) Aug. 1696. Unter den Acten der Bank
befindet sich ein Beschluß der Directoren, welcher die Worte
vorschreibt, deren sich Sir Sohn Houblon bedienen sollte. Wilhelm’s
Ansicht über den Dienst, den die Bank bei dieser Gelegenheit leistete,
ist in seinem Briefe an Shrewsbury vom 24. August (3. Sept.)
ausgesprochen. Einer der Directoren sagt in einem 1697 gedruckten
Briefe bezüglich der Bank: „Die Directoren würden es vor den Actionären
nicht haben verantworten können, hätte es sich um etwas Geringeres als
um die Erhaltung des Königreichs gehandelt.”
[21] +Haynes’s Brief Memoires; Lansdowne Mss. 801.+ Montague’s
freundschaftlicher Brief an Newton, worin er diesem seine Ernennung
anzeigt, ist mehrmals gedruckt worden. Er trägt das Datum 19. März
1695/96.
[22] Ich führe mit großem Vergnügen die Worte Haynes’ an, eines
geschickten, erfahrenen und praktischen Mannes, der mit Newton vielfach
zu thun hatte. Sie sind meines Wissens nie gedruckt worden. „Mr.
Isaak Newton, öffentlicher Professor der Mathematik in Cambridge, der
größte Philosoph und einer der besten Menschen dieses Jahrhunderts,
war durch einen großen und weisen Staatsmann der Berücksichtigung des
vorigen Königs für den Posten eines Oberaufsehers der königlichen
Münze und Auswechslungskasse empfohlen worden, wozu er sich wegen
seiner außerordentlichen Fertigkeit im Rechnen und wegen seiner großen
Rechtschaffenheit ganz vorzüglich eignete, denn mit Hülfe der ersteren
übersah er sogleich beim Antritt seines Amts die Rechnungen und den
Geschäftsgang der Münze vollständig und die letztere -- ich meine
seine Rechtschaffenheit -- wurde alsbald ein Vorbild zur Nachahmung
für alle bei der Münze angestellten Beamten. Gut wäre es für den Staat
gewesen, wenn er schon vor einigen Jahren dieses Amt übernommen hätte.”
Es ist interessant, dieses Zeugniß eines Mannes, der das Münzwesen
gründlich verstand, mit dem kindischen Geschwätz Pope’s zu vergleichen.
„Sir Isaak Newton,” sagt Pope, „war zwar ein ausgezeichneter Kenner
der Algebra und Differentialrechnung, konnte aber bei alledem keinen
gewöhnlichen Rechnungsabschluß machen und pflegte daher, während
er Münzmeister war, Jemanden anzunehmen, der ihm die Rechnungen
anfertigte.” Einige von den Staatsmännern, mit denen Pope verkehrte,
hätten ihm sagen können, daß Leute, die an der Spitze wichtiger
Verwaltungszweige stehen, nicht immer aus Unkenntniß der Arithmetik
untergeordneten Beamten das Zusammenrechnen von Pfunden, Schillingen
und Pence überlassen.
[23] „Ich liebe es nicht,” schrieb er an Flamsteed, „bei jeder
Gelegenheit meinen Namen gedruckt zu sehen und noch weniger, von
Fremden mit mathematischen Gegenständen behelligt und gequält zu
werden, und bei unseren Landsleuten in den Verdacht zu kommen, als
vertändelte ich meine Zeit mit Jenen, während ich für den König zu thun
habe.”
[24] +Hopton Haynes’s Brief Memoires; Lansdowne Mss. 801.;+ Old
Postmaster vom 4. Juli 1696; Postman vom 30. Mai, 4. Juli, 12.,
19. Sept. und 8. Oct.; L’Hermitage’s Depeschen von diesem Sommer und
Herbst an verschiedenen Stellen.
[25] Gazette de Paris vom 11. August 1696.
[26] Am 7. August bemerkte L’Hermitage zum ersten Male, daß das baare
Geld reichlicher vorhanden zu sein schien.
[27] Vergleiche Edmund Bohun’s Brief an Carey vom 31. Juli 1696 mit
der Pariser Gazette von dem nämlichen Tage. Bohun’s Schilderung des
Zustandes von Norfolk ist allerdings durch sein von Haus aus mürrisches
Temperament und durch das Gefühl mit dem er begreiflicherweise das Haus
der Gemeinen betrachtete, verdüstert. Seinen statistischen Angaben ist
nicht zu trauen und seine Prophezeiungen erweisen sich als auffallend
unrichtig. Seinen Erzählungen einfacher Thatsachen, die in seiner
unmittelbaren Nähe vorgingen, kann man Glauben schenken.
[28] Ueber Grascombe’s Character und über die Meinung, welche die
ehrenwertheren Jakobiten von ihm hatten, sehe man die Lebensgeschichte
Kettlewell’s, Bd. +III+. Section 55. Lee, der Compilator dieses Werks,
erwähnt mit wohlverdientem Tadel einige von Grascombe’s Schriften,
übergeht aber die schlimmste von allen, den +Account of the Proceedings
in the House of Commons in Relation to the Recoining of the Clipped
Money, and Falling the price of Guineas,+ mit Stillschweigen. Daß
Grascombe der Verfasser war, wurde vor einem Ausschusse der Gemeinen
bewiesen. Siehe die Protokolle vom 30. Nov. 1696.
[29] L’Hermitage, 12. (22.) Juni, 7. (17.) Juli 1696.
[30] Siehe die Antwort gegen Grascombe, betitelt: +Reflections on a
Scandalous Libel+.
[31] Gazette de Paris vom 15. Sept. 1696.
[32] L’Hermitage, 2. (12.) Oct. 1696.
[33] Die Monthly Mercuries; Correspondenz zwischen Shrewsbury und
Galway; Wilhelm an Heinsius, 23., 30. Juli 1696; Denkschrift des
Marquis von Leganes.
[34] Wilhelm an Heinsius, 27. Aug. (6. Sept.), 15. (25.) und 17. (27.)
Nov. 1696; Prior an Lexington, 17. (27.) Nov.; Villiers an Shrewsbury,
13. (23.) Nov.
[35] Meine Darstellung des Versuchs, Porter zu bestechen, ist seinem
Verhör im Hause der Gemeinen am 16. Nov. 1696 und folgenden Quellen
entnommen: Burnet +II+. 183; L’Hermitage an die Generalstaaten, 8.
(18.), 12. (22.) Mai 1696; Postboy vom 9. Mai; Postman vom 9. Mai; N.
Luttrell; London Gazette vom 19. Oct. 1696.
[36] London Gazette; N. Luttrell; L’Hermitage, 12. (22.) Juni; Postman,
11. Juni.
[37] +Life of William III. 1703;+ Vernon’s Zeugenaussage im Hause der
Gemeinen, 16. Nov. 1696.
[38] Wilhelm an Shrewsbury, von Loo den 10. September 1696.
[39] Shrewsbury an Wilhelm, 18. Sept. 1696.
[40] Wilhelm an Shrewsbury, 25. Sept. 1696.
[41] London Gazette vom 8. Oct. 1696; Vernon an Shrewsbury, 8. Oct.;
Shrewsbury an Portland, 11. Oct.
[42] Vernon an Shrewsbury, 13. Oct. 1996; Somers an Shrewsbury, 15. Oct.
[43] Wilhelm an Shrewsbury, 9. Oct. 1696.
[44] Shrewsbury an Wilhelm, 11. Oct. 1696.
[45] Somers an Shrewsbury, 19. Oct. 1696.
[46] Wilhelm an Shrewsbury, 20. Oct. 1696.
[47] Vernon an Shrewsbury, 13. und 15. Oct.; Portland an Shrewsbury
20. Oct.
[48] L’Hermitage, 10. (20.) Juli 1696.
[49] +Lansdowne MS. 801.+
[50] Ich entnehme meine Darstellung dieser Vorgänge aus den Protokollen
der Gemeinen, aus den Depeschen Van Cleverskirke’s und L’Hermitage’s,
an die Generalstaaten und aus Vernon’s Brief an Shrewsbury vom
27. October 1696. „Ich wüßte nicht,” sagt Vernon, „daß das Haus der
Gemeinen je mit größerer Einmüthigkeit gehandelt hätte als dies
gegenwärtig der Fall ist.”