Wie bei der Atrophie ist auch bei der Hypertrophie die Veränderung
an den Plasmaproducten in gewissen Fällen mit einer Vermehrung der
Kerne verbunden. Man bezeichnet sie dann als eine Hyperplasie. Sie
scheint besonders in den Fällen zu Stande zu kommen, in denen die
+Inanspruchnahme der hypertrophirenden Organe, wie einzelner Drüsen und
Muskeln, eine übermässig grosse ist+.
Bei Exstirpation der einen Niere oder eines grossen Theils der Leber,
der Schilddrüse, der Speicheldrüse werden in dem zurückgebliebenen
Theil ausser der nachweisbaren Vergrösserung der Drüsenzellen selbst
auch Kerntheilungsfiguren und Wucherungen einzelner Elemente eine Zeit
lang wahrgenommen.
Bei häufig und stark in Anspruch genommenen Muskeln treten in einzelnen
Primitivbündeln die Muskelkörperchen gleichfalls in Vermehrung ein.
So entstehen vergrösserte, besonders kernreiche Fasern, welche
wahrscheinlich zu einer Vermehrung der Fasern auf dem Wege der
Längsspaltung führen, zu einer Hyperplasie des Muskelgewebes.
Die Vermehrung der Zellen ist hier durch andere Reize als bei den
Processen der Atrophie herbeigeführt und bleibt im Verhältniss zu ihnen
auch auf einen viel geringeren Grad beschränkt.