5. Hyperplasie.

Wie bei der Atrophie ist auch bei der Hypertrophie die Veränderung

an den Plasmaproducten in gewissen Fällen mit einer Vermehrung der

Kerne verbunden. Man bezeichnet sie dann als eine Hyperplasie. Sie

scheint besonders in den Fällen zu Stande zu kommen, in denen die

+Inanspruchnahme der hypertrophirenden Organe, wie einzelner Drüsen und

Muskeln, eine übermässig grosse ist+.

Bei Exstirpation der einen Niere oder eines grossen Theils der Leber,

der Schilddrüse, der Speicheldrüse werden in dem zurückgebliebenen

Theil ausser der nachweisbaren Vergrösserung der Drüsenzellen selbst

auch Kerntheilungsfiguren und Wucherungen einzelner Elemente eine Zeit

lang wahrgenommen.

Bei häufig und stark in Anspruch genommenen Muskeln treten in einzelnen

Primitivbündeln die Muskelkörperchen gleichfalls in Vermehrung ein.

So entstehen vergrösserte, besonders kernreiche Fasern, welche

wahrscheinlich zu einer Vermehrung der Fasern auf dem Wege der

Längsspaltung führen, zu einer Hyperplasie des Muskelgewebes.

Die Vermehrung der Zellen ist hier durch andere Reize als bei den

Processen der Atrophie herbeigeführt und bleibt im Verhältniss zu ihnen

auch auf einen viel geringeren Grad beschränkt.

Die Zelle und die Gewebe (Vol. 2/2) · 第 173 / 225 题