Als Künstler nahm er das Eigentümliche ihres Wesens bereitwillig auf,
als Mensch fühlte er sich davon fast abgestoßen. Er sah als Mensch
tiefer.
Er empfand das Märchenhafte.
Aber welchen Wert hatte das?
Kann ein Weib, das so rücksichtslos wirbt und auf sein Ziel losgeht,
wahr sein?
Wie steht das in Einklang mit solcher Reinheit der Bewegung, solcher
Unantastbarkeit? ...
Lächerlich!
Nicht verblüffen lassen!
Du kluges, schlaues Weibchen.
Er blickte über alles Äußere hinweg, in die eitle, beutegierige
Weibesseele hinein.
* * * * *
Im alten Märchen heißt es:
»Da erbarmte sich seine Seele.«
* * * * *
Henry Mengersen war ein kluger Mensch. Was die Natur etwa versäumt hatte
in seinem Charakter praktisch einzurichten, dem hatte er nachgeholfen.
Sein Empfinden als Mensch ist vortrefflich geschieden von seinem
Künstlerempfinden. Seine große Kühle und Vorsicht ist ganz etwas für
sich. Als Künstler kann er leidenschaftlich, warm, groß sein. Er ist
sich dessen auch vollkommen bewußt. Er hat sehr viel über sich selbst
nachgedacht, beurteilt und behandelt sich gewissermaßen wie ein
Kunstwerk.
Er hat sich zur Kunst trainiert, wie andere es zu irgend einem Sport
thun, genau so kühl und berechnend. Er will sich seine Kunst intakt
halten, seine Person, seine Toilette. Alle diese Dinge behandelt er auf
das Sorgfältigste. --
Und wer im geringsten auf eins dieser Dinge störend einwirkt, den
belehrt er.
Er hat gefunden, daß die kühle Belehrung eine ganz außerordentliche
Waffe sei -- eine verblüffende Waffe. -- Kühl, ganz kühl belehren.
Es giebt für den andern in gewissen Momenten nichts Beschämenderes.
Ja und während der Arbeit, als er nicht wußte, wie jetzt enden, wie ein
ruhiges Ausklingen des sonderbaren Abenteuers möglich sei, so daß er
sich nicht den geringsten Vorwurf zu machen hätte, sonderte sich in ihm
schon der Belehrungsstoff ab -- wie das Gift in einem Giftzahn.
Der tödliche Biß aber erfolgte nicht.
Es war nicht nötig.
Unauffällig, still, ernst, wie sie gekommen, ging sie wieder.
Er wollte sprechen, war verwirrt, etwas verlegen, ja, er war dabei, aus
Verlegenheit zärtlich zu werden.
Er sprach etwas ungeschickt von Dank. Da sah er, wie sie den Finger
flehend auf ihren Mund legte und ihn dabei anblickte.
Dann sah er die Gestalt in dem weißen Kleid durch den Garten gehen,
ruhig und langsam, nicht scheu und eilig.
Nicht ein Wort hatte sie bei ihm gesprochen, stumm war sie gekommen,
stumm gegangen.
* * * * *
Als er an diesem Abend zu Mrs. Wendland kam, war Isolde nach München
abgereist.
* * * * *
Mama hielt sich noch bei dem schwer erkrankten Bruder in Berlin auf und
Isolde fand die Schwester ganz allein daheim. Der Vater hatte seinen
Kegelabend.
»Wo kommst denn du her?« sagte Marie ganz erstaunt, als sie ihrer
Schwester öffnete.
In dem dunkeln Korridor war es ganz beklommen.
Nach der herrlichen, weichen Seeluft drängt es sich hier wie erstickend
in die Lungen.
»Ist was geschehn?« fragte Marie, »was fällt dir denn ein? Jesus, statt
froh zu sein, kommt die Suse hier an! Willst du was?«
»Ich will heim,« sagte Isolde.
»Bist du triste?« fragte Marie weich.
Da schlang Isolde ihre Arme um die blonde Schwester und gab sich wie ein
krankes, abgemattetes Kind.
Marie war so lieb zu ihr, goß ihr Thee auf, deckte den Tisch zum
Abendessen.
Isolde ging bei allem, was Marie that, ihr nach wie ein Kind seiner
Mutter.
»Ist dir doch was?« wiederholte Marie hin und wieder ihre Frage.
Zu ihrer Schwester sammtner Weichheit war Isolde von Kindheit an
geflüchtet, wenn sie seelisch fror, wie in einen Sonnenstrahl hinein.
Marie war es so gewöhnt, Isoldens unruhiges, flackerndes Gemüt in ihre
stille Natur aufzunehmen.
Sie machten beide nicht viel Worte, aber das Zueinanderschlüpfen der
jungen Geschöpfe, die gegenseitige Wärme das war so gut.
Marie wollte ihr Bettzeug holen, um bei Isolde zu schlafen. Sie hatte
ihr Lager in einem andern Zimmer aufgeschlagen, des Schädels wegen. Von
seinem Postament hatte sie ihn nicht nehmen wollen und hätte auch nicht
gewußt, wohin damit. Und allein mit ihm im selben Zimmer -- nicht um die
Welt!
»Geh, bleib nur wo du bist,« sagte Isolde, dann ging sie schlafen.
Sie legte sich mit großen Augen nieder, ließ das Licht brennen und
starrte vor sich hin.
Was für ein Weh stieg in ihrer Brust auf -- so fremd, so nagend.
Sie verstand es nicht.
War das Reue?
War das entsetzlich, was sie gethan?
Es nagte -- nagte -- nagte.
Aber weshalb sie so fremd, so geheimnisvoll litt, verstand sie doch
nicht.
Ein Erstarren ging durch ihre Glieder und durch ihre Seele -- ein
schreckliches, tötliches Erstarren.
War das Zweifel?
War das ......
Sie fand keine Worte, keine Gedanken -- aber sie litt.
Sie fühlt, als grübe ein Messer in ihrer Brust und suchte nach ihrem
Herzen.
»Du Mensch aller Menschen hast es verlangt!« und wie damals legte sie
die Hände wie im Gebet zusammen und blickte auf den Schädel. »Du hast es
verlangt, weil ich dein bin, weil du mein bist und weil ich dir helfen
soll.«
Sie flüsterte wie in großer Schmerzensnot.
»Du wirst kommen -- und du wirst mich nicht wieder verlassen!«
>Also doch ein wohlberechneter Heiratsplan, sehr -- sehr schlau,< würde
der Schädel denken, hätte er das Glück, Henry Mengersens Hirn in seiner
Höhle zu haben.
Eine ungeheure Sehnsucht erfüllte sie.
»Hätte er mich doch geküßt -- geküßt!« ein tiefer Seufzer wie ein
Schrei. Sie erzitterte durch alle Nerven. Dann ein Aufschluchzen.
»Nun weiß ich, wie ich bin! Er ist besser. Alles hat er -- alles kann
er. Was für ein Mensch ist er! -- und auch besser als ich!«
Ein zorniges empörtes Gefühl.
Stundenlang tobte es in ihr auf und nieder. Ruhelos, friedlos -- und so
unsagbar weh!
Dann kam ein dumpfer Schlaf, und dumpfe, tiefe Träume.
Sie stand auf einer Bühne und sollte singen und wußte nichts von dem,
was sie singen sollte und hatte nie ein Wort davon gehört.
Im Hemd stand sie vor allen Leuten, als müßte es so sein -- und doch war
etwas versteckt, dumpf Schmachvolles dabei -- als müßte es doch wieder
nicht so sein. Und Heinrich Mengersen ging an ihr vorüber in seinem
weißen Flanellanzug, so unantastbar vollendet gekleidet -- und lächelte
nachsichtig -- da wachte sie auf.
Ihr Herz schlug -- und es war ihr, als hätte das Lächeln sie
gebrandmarkt, ja, als hätte er in Wirklichkeit so gelächelt.
Sie hob die Hände zum Schädel auf. »Du liebst mich -- ich bin dir das
Liebste auf der Welt -- wie du mir. Dann ist alles gut. Du hättest ja
sonst auch nicht bitten können.«
Das fremde, geheimnisvolle Weh lag dennoch auf ihrer Seele und über
ihrem Körper, wie etwas, was sie ersticken wollte.
* * * * *
Am Morgen trat Marie ein mit einem Korb voll der herrlichsten Rosen.
Das war genau so ein Korb, wie er bei ihm gestanden hatte.
»Du, das ist für dich gekommen,« sagte Marie. »Von wem wohl?«
Isolde saß auf ihrem Bettrand, bleich, mit selig gespannten Zügen. Und
ihr war, als flöge ein mächtiger, grauer, weicher Vogel, der sich mit
ausgebreiteten Flügeln an sie angedrängt hatte, von ihr ab. Sie konnte
nicht sprechen. Sie blickte nur mit großen, weitgeöffneten Augen.
»Ein Briefel ist nicht dabei, garnichts; -- ich hab schon geschaut. Der
Dienstmann hat's für Fräulein >Isolde Frey< gebracht. >Isolde< hat er
gesagt. -- Für dich. -- Von wem nur?«
Jetzt hatte Isolde den Korb auf dem Schoß, ihre beiden Hände lagen wie
zitternd liebkosend über den Rosen. Sie saß regungslos.
»Rosen,« sagte sie langsam. »Rosen!«
»Das sind mindestens für fünfzig Mark welche,« meinte Marie, »so ein
Haufen! Herr Gott, Isolde, von wem nur? Du weißt's!«
Isolde schüttelte wie geistesabwesend den Kopf.
Wie ein weicher, warmer Wind zog Frieden über sie hin.
»Nun ist alles gut.«
Aus den taufrischen Rosen stieg Seligkeit auf und Hoffnung und ihr
eigenes Selbst ganz reingebadet, schön, und ohne jede Schmach -- -- und
gut.
Den ganzen Vormittag machte Isolde sich mit den Rosen zu thun. Gläser
und Vasen füllte sie damit und stellte sie so und so, und schaute sie an
und nahm diese und steckte sie zu jener und sagte: »Wenn sie doch nicht
welken würden. Weißt du, Marie, wenn die immer blieben, Winter und
Sommer, dann säh' unser Zimmer wie ein Garten aus.«
Die Rosen hatten alle Qual von ihr genommen.
* * * * *
Dieser Morgen, der Isolden die Rosen gab, brachte der Familie Frey einen
höchst merkwürdigen Tag. Kein Familienglied vergaß ihn je.
Um halb zwei Uhr saßen Doktor Frey, Karl, Marie und Isolde bei Tisch.
Das Mädchen brachte die Zweiuhrpost: Die Probenummer einer neuen
Zeitschrift, einen Geschäftsbrief, eine Rechnung, die Ankündigung eines
neuen Tabakladens in der Nachbarschaft und einen Brief von Frau Doktor
Frey.
Dieser Brief war es, den der Doktor vor allem zuerst ergriff.
Marie hatte in diesen Tagen im stillen die Bemerkung gemacht, daß kein
Bräutigam auf die Briefe seiner Braut so erpicht sein konnte, wie der
Vater auf Mamas Briefe.
Zu jeder Tageszeit, wenn er heim kam, das erste: »Ist Nachricht von Mama
da?« --
>Das, wenn die Mutter wüßt',< dachte Marie manchmal.
Und wenn er einen solchen Brief öffnete, mit welcher Hast!
Und heute? Was war denn das?
Kaum, daß er in den Brief gesehn, lief Doktor Frey ganz blaurot an. Ein
Stöhnen folgte.
Isolde bemerkte es zuerst und fuhr entsetzt auf.
»Vater!«
Die Augen waren ihm aus den Höhlen getreten. Er sah mit einem mal
erdrückend groß und schwer aus.
Die drei Kinder hatten mit den Suppenlöffeln innegehalten und starrten
auf ihn.
Er stöhnte wieder und wieder, als könne er keine Luft bekommen. Seine
Farbe wurde beängstigend.
Mit einemmal erhob er sich und ging schwerfällig im Zimmer auf und
nieder, griff nach seinem Taschentuch und fuhr sich über die Stirn.
»Vater?« fragte Marie ängstlich.
Da stellte er sich vor sie hin. Sein Blick war immer noch starr.
»Schwär reich!« kam es undeutlich, fremd, heiser heraus.
Seine Kehle war ihm wie zugeschnürt.
So sieht das Glück aus!
Die Kinder starrten.
Sie wußten nicht mehr, was sie sagen und denken sollten. Seine Seele und
sein Körper waren wie von einem Krampf gepackt.
Er war wie ein Tier, das in ein Riesenfaß Wein oder Syrup gestürzt ist.
Es muß im Überfluß mit dem Erstickungstod kämpfen.
»Ist denn der Onkel tot?« fragte Isolde.
»Mausetot,« sagte Doktor Frey.
Da kam es wie ein Luftstrom über ihn und er konnte wieder atmen.
Er wurde wieder er selbst.
Der tödliche Geldblutdurst, der wie ein häßlicher Krampf ihn überfallen
hatte, ließ einen freien Augenblick jetzt wieder in ihm aufkommen.
»Ja, da bin ich nun ein schwerreicher Mann!« sagte er mit der bekannten
und berühmten Doktor Frey'schen Prophetenstimme. »Mama hat geerbt.«
* * * * *
»Na, Alte, nun hast du einen reichen Mann!«
So empfing Doktor Frey scherzend seine Gattin, als sie nach dem
Begräbnis ihres Bruders nach München zurückkehrte. Er trug eine
Trauerbinde.
Die Mädchen hatte er ins allererste Konfektionsgeschäft geschickt und
ihnen Trauerkleider machen lassen, aus dem »ff« wie er sagte.
Und wie die beiden im Zimmer geschäftig hin- und wiedergingen, um für
Mama den Kaffeetisch zu richten, war in dem einfachen Raum mit seinen
altmodischen, verbrauchten Möbeln ein zartes Rauschen und Knistern, so
eine intime flüsternde Harmonie zu spüren, die die Bewegungen der beiden
jungen Geschöpfe umgab.
Doktor Frey wanderte im Zimmer auf und ab und lauschte andächtig auf das
süße, seidige, zarte Schürfen, das von den beiden Bamsen ausging.
»^Frou-Frou^,« sagte er.
Wie geschmeidig sahen die jungen Körper in den stumpfen
seidenunterfütterten schwarzen Kleidern aus.
Donnerstag! das war 'was andres, als was die Alte mit der »Störminna«
fertig bekam! Er fühlte sich gehoben und war stolz auf seine
Vaterschaft.
Zwei gute Partien im Haus!
»Ja, Bamsen,« sagte er, »heute seid ihr eigentlich erst geboren. Ein
guter Schneider ist halt doch mehr wert als die beste Mutter.«
Er sprach im Prophetenton und schien großartiger Laune zu sein, dampfte
und schnob Lebensfreudigkeit von sich, wie eine Lokomotive. Etwas
Mächtiges war in ihm; der Raum, in dem er sich befand, schien unbedingt
zu eng für ihn und seine kraftvolle Freudigkeit zu sein.
»Na, Alte, nun hat die Sache ein andres Gesicht bekommen!«
Triumphierend, wie ein Eroberer, schaute er auf seine Frau, die, ermüdet
von der Reise, still auf ihrem gewohnten Platz saß.
Ihr Trauerkleid war in keinem ersten Geschäft gemacht. Es war ihr etwas
hergerichtetes, altes schwarzes Sonntagskleid, und ein geschmackloser
Trauerhut, mit steifem, grauschwarzem Schleier, der sicher aus einem
Ausverkauf stammte, lag neben ihr auf dem Sofa.
»Hennenhirn!« sagte Doktor Frey und befühlte den starkgeleimten
schwarzen Krepp.
»Daß i net lach!« sagte er.
Zum Begräbnis seines Schwagers war der Dichter nicht nach Berlin
gereist. Darin hatte er etwas Goethisches. Durch und durch Optimist,
ließ er, wenn es irgend anging, nichts, was diesen Optimismus unangenehm
berühren oder in Frage stellen konnte, an ihn heran, denn nichts auf der
Welt muß so vorsichtig behandelt werden wie ein guter Optimismus. Mama
sprach im wehleidigen Ton vom Hinscheiden ihres Bruders.
»Die Sterbesakramente hat er empfangen, Gott sei gelobt, mehrmals
sogar.«
Sie sprach in dem leierigen Ton, den manche Weiber annehmen, sobald von
einem Sterbefall die Rede ist.
»Sonst ist er recht ergeben hingegangen. Ganz dem seligen Vater glich er
im Tod -- du mein Gott, wie die Zeit vergeht! Und ausgestanden hat er
ganz erschrecklich.«
»Verschon' uns, Alte,« sagte Doktor Frey und klopfte sie auf die
Schulter. Er war sehr gnädiger Stimmung und schenkte seiner Frau
eigenhändig, zum größten Erstaunen der Kinder, die zweite Tasse Kaffee
ein, stellte sich aber so ungeschickt an, daß er den meisten Kaffee auf
das Tischtuch brachte.
Marie wollte etwas des großen Fleckes halber thun.
Die Mutter wehrte ihr aber.
Es war, als ob ihr dieser Fleck wohlthäte, als ob sie ihn gern sähe, als
sollte alles so bleiben, wie es war, wie er es zu thun für gut befunden
hatte.
In Mamas Benehmen lag etwas verschämt Verlegnes. Tausendmal getreten und
einmal dann in die Wangen gekniffen -- ihr war das Weinen nah.
»Ja, -- so viel Geld!« sagte sie gedankenlos »-- so viel Geld! -- Und
was in den Häusern steckt!« da kam sie wieder zu sich.
Später, als sie mit ihrem Mann allein im Zimmer war, nahm sie ihn
beiseite und faßte ihn zaghaft am Ärmel seines Flausrocks, um ihm etwas
zu sagen.
Es wurde ihr, so schien es, nicht leicht sich zusammenzufassen.
»Ein komischer Mensch,« sagte sie.
»Wer denn?«
»Der selige Bruder. -- Weißt du, was er sagte, daß er Marie und Isolde
extra bedacht hat? >Deine Mädel sollen gute Partien werden, die sind
viel zu schön, um arm zu sein.< Na ja, das ist ja zu verstehen. Dann
aber sagte er, was ich sehr sonderbar fand bei einem so ordentlichen
Menschen, wie mein seliger Bruder war.
Ich hab das Weib so oft in seiner Erniedrigung gesehn, daß mir's wohl
thut, wenn ich zwei schöne Mädel sicher auf die Füße stellen kann.«
»Na, da wird er wohl so arg ordentlich net gewesen sein,« sagte Doktor
Frey ungeduldig.
»So ein Ausdruck von einem ordentlichen Menschen!« meinte Mama. »Wieso
denn erniedrigt? Was wird er denn gethan haben, anderes als andre
Männer? -- Da müßten ja alle ......« Mama hatte sich unbedingt in ihrem
Gedankengang verwirrt. »Ich meine,« sagte sie, »es ist doch alles ganz
gesetzlich und in Ordnung, wie es ist. Gott verzeih mir, -- ein
Verbrecher wird er doch nicht gewesen sein?«
»I bewahre, mach dir deshalb keine Sorge.«
»Ich hab's eben nicht verstanden. Ich weiß schon, es giebt etwas wie
liederliche Mädchen,« sie errötete; »aber das ist gesetzlich, nicht
wahr, das muß doch so sein?