Bei Aue wurde noch am Anfange dieses Jahrhunderts in der +Fundgrube
des Weißen St. Andreas+ weiße Thonerde bergwerksmäßig gewonnen und
zur Verfertigung des Meißener Porzellans verwendet. Es fuhren außer
dem Steiger täglich 32 Bergleute an. Die Erde oder das »Weiße Zeug«
wurde getrocknet, von wilden Arten oder Beimischungen geschieden,
und fässerweise wurden aller 14 Tage gegen 120 Zentner durch zwei
verpflichtete Fuhrleute nach Meißen geschafft. Die Fässer waren
umschnürt und wohlversiegelt. Die Erde durfte nicht außer Lande
geschafft werden, ja auf der Zeche selbst bekam man sie kaum zu
sehen. In die Gruben, Trocken- und Vorratshäuser durfte niemand ohne
Erlaubnis. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Ausfuhr des
weißen Thons der Auer Gegend anfänglich bei großer Geldstrafe und
im Jahre 1745 sogar beim Strange verboten. Im 7jährigen Kriege ließ
Friedrich der Große mehrere Wagen voll Auer Erde nach Berlin schaffen,
um sie untersuchen zu lassen, damit er in seinen Ländern nach ähnlicher
graben lasse. Es entstand auch daraufhin die Berliner Porzellanfabrik.
Nach Schumann.