Neben dem Filzteiche befindet sich eine beträchtliche Torfstecherei.
Man hat schon ums Jahr 1708 im obern Erzgebirge Versuche mit Torfgraben
gemacht, z. B. am Kranichsee bei Carlsfeld, bei Scheibenberg und
Schneeberg. Aber kein Mensch wollte Torf kaufen, denn man hatte des
Holzes genug; und so blieb es bei dem Versuche, der im Jahre 1756 fast
ebenso erfolglos wiederholt wurde. Man gab da für 1000 Torfziegel zu
stechen 10½ Groschen und verkaufte solche zu 21 Groschen. Aber die
Macht des Vorurteils war so groß, daß man den Torf nicht einmal umsonst
haben wollte, sodaß viele hunderttausend Stück Ziegel verdarben und
zerfielen. Erst seit dem Jahre 1789 wurde auf wiederholte Anordnung des
Finanzkollegiums die Torfstecherei am Filzteiche ordentlich in Gang
gebracht, und im Jahre 1790 wurden auch Trockenhäuser und Kohlenschauer
angelegt. Ein einziger Arbeiter konnte täglich über 1000 Stück stechen;
sogar Kinder verdienten dabei ihr Brot, denn man bediente sich ihrer
zum Zählen und Aufschlichten der Ziegel. Der Torf, ein aus Wurzeln
bestehender Filz, ist schwarzbraun. Die Ziegel wurden in den 4 großen
Trockenhäusern gedörrt und dann nach Schneeberg ins Torfmagazin
geschafft. Man verkohlte deren viele Hunderttausende in Meilern zu
36000 Stück. Im Jahre 1795 wurden 1000 Stück zu 8 Groschen verkauft.
-- Nicht weit vom Filzteiche ist auf Johannisgrüner Revier im Jahre
1791 eine zweite Torfstecherei angelegt worden. Die Torffeuerung ist in
Sachsen schon seit dem Jahre 1560 bekannt.
Nach Schumann.