Gegenwärtig beobachtet man noch an manchen Orten unseres
Obererzgebirges +Raithalden+, das sind Anhäufungen tauben
Trümmergesteins, das nach dem Zinnseifen oder Auswaschen des Zinnerzes
übrig geblieben ist. Diese Halden sind durchwühlt worden. Durch
Zuführung von Wasser wurde aus ihnen nicht nur das Zinnerz, sondern
auch die Feinerde ausgeschieden. Nach Mathesius in Joachimsthal
führte der Zinnwäscher Wasser in zinnhaltige Gebiete und stach eine
torfähnliche Masse. Grobe Stoffe und Steine warf man mit der Gabel
heraus. Der gute Stein setzte sich dann zu Boden. Man reiniget ihn,
um dann das Zinn zu gewinnen. Diese Seifen befanden sich besonders in
flachen Thalmulden. Außer Zinnstein fand man auch Topas, Opal, Beryll,
letzten besonders im Denitzgrunde bei Eibenstock. Auch Goldkörner fand
man, so 1733 am Auersberge eins von 13 Aß Gewicht, das in demselben
Jahre dem Kurfürsten bei der Huldigung in Freiberg überreicht wurde.
Sehr zahlreich waren die Seifenwerke im Gebiete von Schneeberg und
Eibenstock. Zahlreich waren auch im 17. und 18. Jahrhundert die Seifen
in der Umgegend des Dorfes Bockau. Da hat man in jedem Thälchen
nach Zinnerzen gesucht. Das geschah im ganzen Gebirge bis nach
Johanngeorgenstadt hinauf.
Besonders bemerkenswert sind die Seifen bei Geyer und Umgebung, die zu
den ältesten gehören. Der jetzt durch seine Spielwaren weit bekannte
Ort Seiffen verdankt seine Entstehung auch dem Zinnbergbau.
Nach ~Dr.~ Köhler.