Kurfürst +Johann Georg I.+ hatte am 30. Mai 1635 den +Prager Frieden+
geschlossen. Aber dieser Friede hatte die größten Drangsale für
Kursachsen im Gefolge. Verödung, Hungersnot und Pest waren schon da.
Nun brachte die gesteigerte Verwilderung und vor allem die Rachsucht
gegen die verlassenen Bundesgenossen die fürchterlichsten Greuel.
Hatten vorher nur die Kaiserlichen im Lande gehaust, so wurden von nun
an auch die Schweden zu Feinden und übertrumpften die Kaiserlichen an
Ingrimm und Wut.
Raub und Erpressungen bezeichneten ihren Weg. Städte und Dörfer wurden
verheert und niedergebrannt, Wohnungen und Eigentum zerstört. Keine
Kirche und Schule, kein Hospital, keine milde Stiftung wird verschont,
und die Bewohner werden aufs grausamste gequält, gemartert und
getötet. Die Verstorbenen in den Gräbern haben keine Ruhe vor ihnen.
Die Kruzifixe an den Wegen werden mutwillig zerhauen und verstümmelt.
Das Land war bis aufs Mark ausgesaugt. +Baner+ marschierte nach den
Bergstädten. Vor +Annaberg+ nahmen die Schweden allenthalben die besten
Pferde weg, ließen sich mit Kleidung, Schuhen, Stiefeln, Sätteln,
Hufeisen, Nägeln versehen.
Am südlichen Ende des zwischen +Chemnitz+ und +Schellenberg+ gelegenen
Dorfes +Euba+ erhebt sich eine kleine Anhöhe. Auf dieser befindet sich
eine einfache, hölzerne Säule, welche der Eigentümer der Anhöhe zu
erhalten hat. Man hält sie für einen ehemaligen Galgen, an dem eine
Abteilung Schweden, welche da ihrem Feinde gegenübergestanden hat,
einen gefangenen Spion aufgehängt haben soll.