MDXXXIX.«

Das Metall zum Guß der Glocke, die nach der Schätzung von

Sachverständigen gegen 63, nach dem Volksmunde aber 100 Zentner wiegt,

lieferte seinerzeit die berühmte Prinzenglocke, welche vom Kurfürsten

wegen des erfolgreichen Sturmläutens beim bekannten Prinzenraube der

Stadt geschenkt wurde. Auf dieser Glocke waren die Bildnisse der beiden

jungen Fürsten angebracht; auf der andern Seite sah man Kunz auf der

Erde liegend und das Pferd haltend, daneben den Fürsten Albrecht

und den Köhler. In der freieren Blüherschen Übersetzung lauten die

Glockenverse:

1. »Kurt entführte die fürstlichen Prinzen; die himmlische Jungfrau --

Diese Glocke bezeugt's -- gab sie uns gnädig zurück.

2. Ob des fliehenden Räubers der Prinzen laut stürmend zersprang ich,

Doch aus fürstlichem Schatz ward ich wieder verjüngt.«

Im Jahre 1480 besichtigte +Herzog Albrecht+ die Glocke, die leider 1535

sprang. Wahrscheinlich auf Kosten des +Herzogs Heinrich+ des Frommen

ist die jetzige Glocke umgegossen worden.

Nach dem Annaberger Wochenblatte.

Geyer und das Obererzgebirge in Sage und Geschichte · 第 73 / 209 题