Dasselbe ist

erstlich eine Regel, ein Maaß äußerlich gegen das bloße Quantum;

zweitens specifische Quantität, welche das äußerliche Quantum bestimmt;

drittens verhalten sich beide Seiten als Qualitäten von specifischer

Quantitätsbestimmtheit gegeneinander, als Ein Maaß.

a. Die Regel.

Die Regel oder der Maaßstab, von dem schon gesprochen worden, ist

zunächst als eine an sich bestimmte Größe, welche Einheit gegen ein

Quantum ist, das eine besondere Existenz ist, an einem andern Etwas,

als das Etwas der Regel ist, existirt,—an ihr gemessen, d. i. als

Anzahl jener Einheit bestimmt wird. Diese Vergleichung ist ein

äußerliches Thun, jene Einheit selbst eine willkürliche Größe, die

ebenso wieder als Anzahl (der Fuß als eine Anzahl von Zollen) gesetzt

werden kann. Aber das Maaß ist nicht nur äußerliche Regel, sondern als

specifisches ist es dieß, sich an sich selbst zu seinem Andern zu

verhalten, das ein Quantum ist.

b. Das specificirende Maaß.

Das Maaß ist specifisches Bestimmen der äußerlichen Größe, d. i. der

gleichgültigen, die nun voi einer andern Existenz überhaupt an dem

Etwas des Maaßes gesetzt wird, welches zwar selbst Quantum, aber im

Unterschiede von solchem das Qualitative, bestimmend das bloß

gleichgültige, äußerliche Quantum, ist. Das Etwas hat diese Seite des

Seyns-für-Anderes an ihm, der das gleichgültige Vermehrt- und

Vermindertwerden, zukommt. Jenes immanente Messende ist eine Qualität

des Etwas, dem dieselbe Qualität all einem andern Etwas gegenübersteht;

aber an diesem zunächst relativ mit maaßlosem Quantum überhaupt gegen

jene, die als messend bestimmt ist.

An Etwas, insofern es ein Maaß in sich ist, kommt äußerlich eine

Veränderung der Größe seiner Qualität; es nimmt davon nicht die

arithmetische Menge an. Sein Maaß reagirt dagegen, verhält sich als ein

Intensives gegen die Menge, und nimmt sie auf eine eigenthümliche Weise

auf; es verändert die äußerlich gesetzte Veränderung, macht aus diesem

Quantum ein Anderes, und zeigt sich durch diese Specifikation als

Fürsichseyn in dieser Äußerlichkeit.—Diese specifisch-aufgenommene

Menge ist selbst ein Quantum, auch abhängig von der andern oder ihr als

nur äußerlichen Menge. Die specificirte Menge ist daher auch

veränderlich, aber darum nicht ein Quantum als solches, sondern das

äußere Quantum als auf eine konstante Weise specificirt. Das Maaß hat

so sein Daseyn als ein Verhältniß, und das Specifische desselben ist

überhaupt der Exponent dieses Verhältnisses.

Im intensiven und extensiven Quantum ist es, wie sich bei diesen

Bestimmungen ergab, dasselbe Quantum, welches das einemal in der Form

der Intensität, das anderemal in der Form der Extensität vorhanden ist.

Das zu Grunde liegende Quantum erleidet in diesem Unterschiede keine

Veränderung, dieser ist nur eine äußere Form. In dem specificirenden

Maaße hingegen ist das Quantum das eine Mal in seiner unmittelbaren

Größe, das andere Mal aber wird es durch den Verhältnisexponenten in

einer andern Anzahl genommen.

Der Exponent, der das Specifische ausmacht, kann zunächst ein fixes

Quantum zu seyn scheinen, als Quotient des Verhältnisses zwischen dem

äußerlichen und dem qualitativ bestimmten. Aber so wäre er nichts als

ein äußerliches Quantum; es ist unter dem Exponenten hier nichts

Anderes als das Moment des Qualitativen selbst zu verstehen, welches

das Quantum als solches specificirt. Das eigentlich immanente

Qualitative des Quantums ist, wie sich früher ergeben hat, nur die

Potenz-Bestimmung. Eine solche muß es seyn, welche das Verhältniß

konstituirt, und die hier als die an sich seyende Bestimmung dem

Quantum als der äußerlichen Beschaffenheit gegenübergetreten ist.

Dieses hat zu seinem Princip das numerische Eins, das dessen

An-sich-Bestimmtseyn ausmacht; und die Beziehung des numerischen Eins

ist die äußerliche und die nur durch die Natur des unmittelbaren

Quantums als solchen bestimmte Veränderung besteht für sich in dem

Hinzutreten eines solchen numerischen Eins und wieder eines solchen und

so fort. Wenn so das äußerliche Quantum in arithmetischer Progression

sich verändert, so bringt die specificirende Reaktion der qualitativen

Natur des Maaßes eine andere Reihe hervor, welche sich auf die erste

bezieht, init ihr zu- und abnimmt, aber nicht in einem durch einen

Zahlexponenten bestimmten, sondern einer Zahl inkommensurabeln

Verhältnisse, nach einer Potenzenbestimmung.

Anmerkung.

Um ein Beispiel anzuführen, so ist die Temperatur eine Qualität, an der

diese beiden Seiten, äußerliches und specificirtes Quantum zu seyn,

sich unterscheiden. Als Quantum ist sie äußerliche Temperatur und zwar

auch eines Körpers als allgemeinen Mediums, von der angenommen wird,

daß ihre Veränderung an der Skale der arithmetischen Progression

fortgehe und daß sie gleichförmig zuoder abnehme, wogegen sie von den

verschiedenen in ihr befindlichen besondern Körpern verschieden

aufgenommen wird, indem dieselben durch ihr immanentes Maaß die

äußerlich empfangene Temperatur bestimmen, die Temperatur-Veränderung

derselben nicht der des Mediums oder ihrer untereinander im direkten

Verhältnisse entspricht. Verschiedene Körper in einer und derselben

Temperatur verglichen, geben Verhältnißzahlen ihrer specifischen

Wärmen, ihrer Wärme-Kapacitäten. Aber diese Kapacitäten der Körper

ändern sich in verschiedenen Temperaturen, womit das Eintreten einer

Veränderung der specifischen Gestalt sich verbindet. In der Vermehrung

oder Verminderung der Temperatur zeigt sich somit eine besondere

Specifikation. Das Verhältniß der Temperatur, die als äußerliche

vorgestellt wird, zur Temperatur eines bestimmten Körpers, die zugleich

von jener abhängig ist, hat nicht einen festen Verhältnissexponenten;

die Vermehrung oder Verminderung dieser Wärme geht nicht gleichförmig

mit der Zu- und Abnahme der äußerlichen fort.—Es wird hierbei eine

Temperatur als äußerlich überhaupt angenommen, deren Veränderung bloß

äußerlich oder rein quantitativ sey. Sie ist jedoch selbst Temperatur

der Luft oder sonst specifische Temperatur. Näher betrachtet würde

daher das Verhältniß eigentlich nicht als Verhältniß von einem bloß

quantitativen zu einem qualificirenden, sondern von zwei specifischen

Quantis zu nehmen seyn. Wie sich das specificirende Verhältniß gleich

weiter bestimmen wird, daß die Momente des Maaßes nicht nur in einer

quantitativen und einer das Quantum qualificirenden Seite einer und

derselben Qualität bestehen, sondern im Verhältnisse zweier Qualitäten,

welche an ihnen selbst Maaße sind.

c. Verhältniß beider Seiten als Qualitäten.

l. Die qualitative, an sich bestimmte Seite des Quantums ist nur als

Beziehung auf das äußerlich Quantitative; als Specificiren desselben

ist sie das Aufheben seiner Äußerlichkeit, durch welche das Quantum als

solches ist; sie hat so dasselbe zu ihrer Voraussetzung und fängt von

ihm an. Dieses aber ist von der Qualität selbst auch qualitativ

unterschieden; dieser Unterschied beider ist in der Unmittelbarkeit des

Seyns überhaupt, in welcher das Maaß noch ist, zu setzen, so sind beide

Seiten qualitativ gegeneinander, und jede für sich ein solches Daseyn;

und das eine zunächst nur als formelle, an ihm unbestimmte Quantum ist

das Quantum eines Etwas und seiner Qualität, und wie sich deren

Beziehung auf einander nun zum Maaße überhaupt bestimmt hat,

gleichfalls die specifische Größe dieser Qualitäten. Diese Qualitäten

sind nach der Maaßbestimmung im Verhältniß zu einander; diese ist ihr

Exponent, sie sind aber an sich schon im Fürsichseyn des Maaßes

aufeinander bezogen, das Quantum ist in seinem Doppelseyn als

äußerliches und specifisches, so daß jede der unterschiedenen

Quantitäten diese zweifache Bestimmung an ihr hat und zugleich

schlechthin mit der andern verschränkt ist; eben darin allein sind die

Qualitäten bestimmt. Sie sind so nicht nur für einander seyendes Daseyn

überhaupt, sondern untrennbar gesetzt; und die an sie geknüpfte

Größebestimmtheit ist eine qualitative Einheit,—Eine Maaßbestimmung, in

der sie ihrem Begriffe nach, an sich zusammenhängen. Das Maaß ist so

das immanente quantitative Verhalten zweier Qualitäten zu einander.

2. Im Maaß tritt die wesentliche Bestimmung der veränderlichen Größe

ein, denn es ist das Quantum als aufgehoben, also nicht mehr als das,

was es seyn soll uni Quantum zu seyn, sondern als Quantum und zugleich

als etwas Anderes; dieß Andere ist das Qualitative, und wie bestimmt

worden, nichts anderes als das Potenzenverhältniß desselben. Im

unmittelbaren Maaße ist diese Veränderung noch nicht gesetzt; es ist

nur irgend und zwar ein einzelns Quantum überhaupt, an das eine

Qualität geknüpft ist. Im Specificiren des Maaßes, der vorhergehenden

Bestimmung, als einer Veränderung des bloß äußerlichen Quantums durch

das Qualitative ist Unterschiedenheit beider Größebestimmtheiten und

damit überhaupt die Mehrheit voll Maaßen an einem gemeinschaftlichen

äußerlichen Quantum gesetzt; das Quantum zeigt sich erst als daseyendes

Maaß in solcher Unterschiedenheit seiner von sich selbst, indem es, ein

und dasselbe (z.B. dieselbe Temperatur des Mediums), zugleich als

verschiedenes und zwar quantitatives Daseyn (—in den verschiedenen

Temperaturen der in jenem befindlichen Körper) hervortritt. Diese

Unterschiedenheit des Quantums in den verschiedenen Qualitäten—den

verschiedenen Körpern, —giebt eine weitere, diejenige Form des Maaßes,

in welcher beide Seiten als qualitativ bestimmte Quanta sich zu

einander verhalten, was das realisirte Maaß genannt werden kann.

Die Größe ist als eine Größe überhaupt veränderlich, denn ihre

Bestimmtheit ist als eine Grenze, die zugleich keine ist; die

Veränderung betrifft insofern nur ein besonderes Quantum, an dessen

Stelle ein anderes gesetzt wird; die wahrhafte Veränderung aber ist die

des Quantums als solchen; dieß giebt die, so gefaßt, interessante

Bestimmung der veränderlichen Größe in der höhern Mathematik; wobei

nicht bei dem Formellen der Veränderlichkeit überhaupt stehen zu

bleiben, noch andere als die einfache Bestimmung des Begriffs

herbeizunehmen ist, nach welcher das Andere des Quantums nur das

Qualitative ist. Die wahrhafte Bestimmung also der reellen

veränderlichen Größe ist, daß sie die qualitativ, hiermit, wie zur

Genüge gezeigt worden, die durch ein Potenzenverhältniß bestimmte ist;

in dieser veränderlichen Größe ist es gesetzt, daß das Quantum nicht

als solches gilt, sondern nach seiner ihm andern Bestimmung, der

qualitativen.

Die Seiten dieses Verhaltens haben nach ihrer abstrakten Seite als

Qualitäten überhaupt irgend eine besondere Bedeutung, z.B. Raum und

Zeit. In ihrem Maaßverhältniß als Größebestimmtheiten zunächst

überhaupt genommen, ist die eine davon Anzahl, die in äußerlicher,

arithmetischer Progression auf- und abgeht, die andere eine Anzahl, die

durch jene, welche Einheit für sie ist, specifisch bestimmt wird.

Insofern jede ebenso nur eine besondere Qualität überhaupt wäre, läge

kein Unterschied in ihnen, welche von den beiden, in Rücksicht auf ihre

Größen-Bestimmung als die bloß äußerlich quantitative, und welche als

die in quantitativer Specifikation sich verändernde genommen werde.

Wenn sie sich z.B. als Wurzel und Quadrat verhalten, ist es gleichviel,

an welcher die Vermehrung oder Verminderung als bloß äußerlich, in

arithmetischer Progression fortgehend, und welche dagegen an diesem

Quantum sich specifisch bestimmend angesehen wird.

Aber die Qualitäten sind nicht unbestimmt verschieden gegen einander,

denn in ihnen soll als Momenten des Maaßes die Qualifikation desselben

liegen. Die nächste Bestimmtheit der Qualitäten selbst ist, der einen,

das Extensive, die Äußerlichkeit an ihr selbst zu seyn, der andern, das

Intensive, das Insichseyende oder Negative gegen jene. Von den

quantitativen Momenten kommt hiernach jener die Anzahl, dieser die

Einheit zu, im einfachen direkten Verhältnisse ist jene als der

Dividend, diese als Divisor, im specificirenden Verhältniß jene als die

Potenz oder das Anderswerden, diese als Wurzel zu nehmen. Insofern hier

noch gezählt, d. i. auf das äußerliche Quantum, (das so als die ganz

zufällige, empirischgenannte Größebestimmtheit ist) reflektirt, hiermit

die Veränderung gleichfalls auch als in äußerlicher, arithmetischer

Progression fortgehend genommen wird, so fällt dieß auf die Seite der

Einheit, der intensiven Qualität, die äußerliche, extensive Seite

hingegen ist als in der specificirten Reihe sich verändernd

darzustellen. Aber das direkte Verhältniß (wie die Geschwindigkeit

überhaupt, s/t) ist hier zur formellen, nicht existirenden, sondern nur

der abstrahirenden Reflexion angehörigen Bestimmung herabgesetzt; und

wenn noch im Verhältniß von Wurzel und Quadrat (wie in s = at[hoch 2])

die Wurzel als empirisches Quantum und in arithmetischer Progression

fortgehend, die andere Seite aber als specificirt zu nehmen ist, so ist

die höhere dem Begriffe entsprechendere Realisation der Qualifikation

des Quantitativen diese, daß beide Seiten in höhern

Potenzenbestimmungen (wie s[hoch 3] = at[hoch 2] der Fall ist) sich

verhalten.

Anmerkung.

Das hier Erörterte in Rücksicht des Zusammenhangs der qualitativen

Natur eines Daseyns und seiner Quantitätsbestimmung im Maaße, hat seine

Anwendung in dem schon angedeuteten Beispiel der Bewegung, zunächst daß

in der Geschwindigkeit, als dem direkten Verhältnisse von durchlaufenem

Raume und verflossener Zeit, die Größe der Zeit als Nenner, die Größe

des Raums dagegen als Zähler, angenommen wird. Wenn Geschwindigkeit

überhaupt nur ein Verhältniß vom Raum und der Zeit einer Bewegung ist,

so ist es gleichgültig, welches von beiden Momenten als die Anzahl oder

als die Einheit betrachtet werden soll. Aber Raum, wie in der

specifischen Schwere das Gewicht, ist äußerliches, reales Ganzes

überhaupt, somit Anzahl, die Zeit hingegen, wie das Volumen, ist das

Ideelle, das Negative, die Seite der Einheit.—Wesentlich aber gehört

hierher das wichtigere Verhältniß, daß in der freien Bewegung,—zuerst

der noch bedingten—, des Falls, Zeitund Raum-Quantität, jene als

Wurzel, diese als Quadrat,—oder in der absolutfreien Bewegung der

Himmelskörper die Umlaufszeit und die Entfernung, jene um eine Potenz

tiefer als diese,—jene als Quadrat, diese als Kubus gegen einander

bestimmt seyen. Dergleichen Grundverhältnisse beruhen auf der Natur der

im Verhältniß stehenden Qualitäten, des Raums und der Zeit, und der Art

der Beziehung, in welcher sie stehen, entweder als mechanische Bewegung

d. i. als unfreie, durch den Begriff der Momente nicht bestimmte, oder

als Fall d. i. bedingtfreie, oder als absolutfreie himmlische

Bewegung;— welche Arten der Bewegung ebensowohl als deren Gesetze auf

der Entwicklung des Begriffs ihrer Momente, des Raums und der Zeit,

beruhen, indem diese Qualitäten als solche, an sich d. i. im Begriffe

sich als untrennbar erweisen, und ihr quantitatives Verhältniß das

Fürsichseyn des Maaßes, nur Eine Maaßbestimmung ist.

In Rücksicht auf die absoluten Maaßverhältnisse darf wohl erinnert

werden, daß die Mathematik der Natur, wenn sie des Namens von

Wissenschaft würdig seyn will, wesentlich die Wissenschaft der Maaße

seyn müsse,—eine Wissenschaft für welche empirisch wohl viel, aber

eigentlich wissenschaftlich d. i. philosophisch, noch wenig gethan ist.

Mathematische Principien der Naturphilosophie,—wie Newton sein Werk

genannt hat,—wenn sie diese Bestimmung in einem tiefern Sinn erfüllen

sollten, als er und das ganze bakonische Geschlecht von Philosophie und

Wissenschaft hatte, müßten ganz andere Dinge enthalten, um ein Licht in

diese noch dunkeln aber höchst betrachtungswürdigen Regionen zu

bringen.—Es ist ein großes Verdienst, die empirischen Zahlen der Natur

kennen zu lernen, z.B. Entfernungen der Planeten von einander; aber ein

unendlich größeres, die empirischen Quanta verschwinden zu machen, und

sie in eine allgemeine Form von Quantitätsbestimmungen zu erheben, so

daß sie Momente eines Gesetzes oder Maaßes werden;—unsterbliche

Verdienste, die sich z.B. Galilei in Rücksicht auf den Fall, und

Keppler in Rücksicht auf die Bewegung der himmlischen Körper erworben

hat. Sie haben die Gesetze, die sie gefunden haben, so erwiesen, daß

sie gezeigt haben, daß ihnen der Umfang der Einzelnheiten der

Wahrnehmung entspricht. Es muß aber noch ein höheres Beweisen dieser

Gesetze gefordert werden; nämlich nichts anders als daß ihre

Quantitätsbestimmungen aus den Qualitäten, oder bestimmten Begriffen,

die bezogen sind, (wie Zeit und Raum) erkannt werden. Von dieser Art

des Beweisens findet sich in jenen mathematischen Principien der

Naturphilosophie, so wie in den fernern Arbeiten dieser Art, noch keine

Spur. Es ist oben bei Gelegenheit des Scheins mathematischer Beweise

von Naturverhältnissen, der sich auf den Mißbrauch des Unendlichkleinen

gründet, bemerkt worden, daß der Versuch, solche Beweise eigentlich

mathematisch d. h. weder aus der Empirie noch aus dem Begriffe, zu

führen, ein widersinniges Unternehmen ist. Diese Beweise setzen ihre

Theoreme, eben jene Gesetze, aus der Erfahrung voraus; was sie leisten,

besteht darin, sie auf abstrakte Ausdrücke und bequeme Formeln zu

bringen. Das ganze reelle Verdienst, das Newton im Vorzug gegen Keppler

in Beziehung auf die nämlichen Gegenstände zugeschrieben wird, wird,

das Scheingerüste von Beweisen abgezogen,—ohne Zweifel bei

gereinigterer Reflexion über das, was die Mathematik zu leisten vermag

und was sie geleistet hat, einst mit deutlicher Kenntniß auf jene

Umformung des Ausdrucks[14] und der den Anfängen nach eingeführten

analytischen Behandlung, eingeschränkt werden.

[14] S Encyklop. der philos. Wissensch. Anm. zu §. 270. über die

Umformung des kepplerischen s[hoch 3]/t[hoch 2] in [s[hoch 2]./t[hoch

2] in das newtonische, indem der Theil s/t[hoch 2] die Kraft der

Schwere genannt worden ist.

Wissenschaft der Logik — Band 1 · 第 31 / 52 题