C. Potenzverhältniß.

1. Das Quantum in seinem Andersseyn sich identisch mit sich setzend,

sein Hinausgehen über sich selbst bestimmend, ist zum Fürsichseyn

gekommen. So qualitative Totalität, indem sie sich als entwickelt

setzt, hat sie zu ihren Momenten die Begriffsbestimmungen der Zahl, die

Einheit und die Anzahl; die letztere ist noch im umgekehrten

Verhältnisse eine nicht durch die erstere selbst als solche, sondern

anderswoher, durch ein Drittes bestimmte Menge; nun ist sie nur durch

jene bestimmt gesetzt. Dieß ist der Fall im Potenzenverhältnisse, wo

die Einheit, welche Anzahl an ihr selbst ist, zugleich die Anzahl gegen

sich als Einheit ist. Das Andersseyn, die Anzahl der Einheiten, ist die

Einheit selbst. Die Potenz ist eine Menge von Einheiten, deren jede

diese Menge selbst ist. Das Quantum als gleichgültige Bestimmtheit

verändert sich; aber insofern diese Verändernng ein Erheben in die

Potenz ist, ist dieß sein Andersseyn rein durch sich selbst

begrenzt.—Das Quantum ist so in der Potenz als in sich selbst

zurückgekehrt gesetzt; es ist unmittelbar es selbst und auch sein

Andersseyn.

Der Exponent dieses Verhältnisses ist nicht mehr ein unmittelbares

Quantum, wie im direkten, und auch im umgekehrten Verhältnisse. Er ist

im Potenzenverhältniß ganz qualitativer Natur, diese einfache

Bestimmtheit, daß die Anzahl die Einheit selbst, das Quantum in seinem

Andersseyn mit sich selbst identisch ist. Darin liegt zugleich die

Seite seiner quantitativen Natur, daß die Grenze oder Negation nicht

als unmittelbar seyendes, sondern das Daseyn als in sein Andersseyn

kontinuirt gesetzt ist; denn die Wahrheit der Qualität ist eben dieß,

Quantität, die unmittdbare Bestimmtheit als aufgehobene, zu seyn.

2. Das Potenzenverhältniß erscheint zunächst als eine äußere

Veränderung, in welche irgend ein Quantum versetzt wird; es hat aber

die engere Beziehung auf den Begriff des Quantums, daß dieses in dem

Daseyn, zu welchem es in jenem Verhältnisse fortgebildet ist, denselben

erreicht, ihn auf vollständige Weise realisirt hat; dieß Verhältniß ist

die Darstellung dessen, was das Quantum an sich ist, und drückt dessen

Bestimmtheit oder Qualität aus, wodurch es sich von anderem

unterscheidet. Das Quantum ist die gleichgültige, als aufgehoben

gesetzte Bestimmtheit, das heißt, die Bestimmtheit als Grenze, welche

ebenso sehr keine ist, in ihr Andersseyn sich kontinuirt, in ihm sich

also identisch mit sich bleibt; so ist es im Potenzenverhältniß

gesetzt; sein Andersseyn, Hinausgehen über sich in ein anders Quantum,

als durch es selbst bestimmt.

Vergleichen wir den Fortgang dieser Realisirung in den bisherigen

Verhältnissen, so ist die Qualität des Quantums, als Unterschied seiner

von sich selbst gesetzt zu seyn, überhaupt dieß, Verhältniß zu seyn.

Als direktes Verhältniß ist es als solcher gesetzte Unterschied nur

erst überhaupt oder unmittelbar, so daß seine Beziehung auf sich

selbst, die es gegen seine Unterschiede, als der Exponent hat, nur als

die Festigkeit einer Anzahl der Einheit gilt. Im umgekehrten Verhältniß

ist das Quantum in negativer Bestimmung ein Verhalten seiner zu sich

selbst,—zu sich als seiner Negation, in der es aber seinen Werth hat;

als affirmative Beziehung auf sich ist es ein Exponent, der als Quantum

nur an sich das Bestimmende seiner Momente ist. Im Potenzenverhältniß

aber ist es in dem Unterschied als seiner von sich selbst vorhanden.

Die Äußerlichkeit der Bestimmtheit ist die Qualität des Quantums, diese

Äußerlichkeit ist so nun seinem Begriffe gemäß als sein eigenes

Bestimmen, als seine Beziehung auf sich selbst, seine Qualität,

gesetzt.

3. Damit aber, daß das Quantum gesetzt ist, wie es seinem Begriffe

gemäß ist, ist es in eine andere Bestimmung übergegangen; oder wie es

auch ausgedrückt werden kann, daß seine Bestimmung nun auch als die

Bestimmtheit, das Ansichseyn auch als Daseyn ist. Es ist als Quantum,

insofern die Äußerlichkeit oder Gleichgültigkeit des Bestimmtseyns

(—daß es das ist, wie man sagt, was vergrößert oder vermindert werden

kann) nur einfach oder unmittelbar gilt und gesetzt ist; es ist zu

seinem Andern, der Qualität, geworden, insofern jene Äußerlichkeit nun

als vermittelt durch es selbst, so als ein Moment gesetzt ist, daß es

eben in ihr sich auf sich selbst bezieht, Seyn als Qualität ist.

Zunächst erscheint also die Quantität als solche der Qualität

gegenüber; aber die Quantität ist selbst eine Qualität, sich auf sich

beziehende Bestimmtheit überhaupt, unterschieden von der ihr andern

Bestimmtheit, von der Qualität als solcher. Allein sie ist nicht nur

eine Qualität, sondern die Wahrheit der Qualität selbst ist die

Quantität; jene hat sich als in diese übergehend gezeigt. Die Quantität

ist dagegen in ihrer Wahrheit die in sich selbst zurückgekehrte, nicht

gleichgültige Äußerlichkeit. So ist sie die Qualität selbst, so daß

außer dieser Bestimmung nicht die Qualität als solche noch etwas

wäre.—Daß die Totalität gesetzt sey, dazu gehört der gedoppelte

Übergang, nicht nur der der einen Bestimmtheit in ihre andere, sondern

ebenso der Übergang dieser andern, ihr Rückgang, in die erste. Durch

den ersten ist nur erst an sich die Identität beider vorhanden;—die

Qualität ist in der Quantität enthalten, die aber damit noch eine

einseitige Bestimmtheit ist. Daß diese umgekehrt ebenso in der ersten

enthalten, sie ebenso nur als aufgehobene ist, ergiebt sich im zweiten

Übergang,—der Rückkehr in das erste; diese Bemerkung über die

Nothwendigkeit des doppelten Übergangs ist von großer Wichtigkeit für

das Ganze der wissenschaftlichen Methode.

Das Quantum nunmehr als gleichgültige oder äußerliche Bestimmung, so

daß es ebenso als solche aufgehoben, und die Qualität und das ist,

wodurch etwas das ist, was es ist, ist die Wahrheit des Quantums, Maaß

zu seyn.

Anmerkung.

Es ist oben, in den Anmerkungen über das Quantitativ-Unendliche

auseinander gesetzt worden, daß dieses so wie die Schwierigkeiten, die

sich darüber ergeben, in dem qualitativen Momente, das sich im

Quantitativen hervorthut, ihren Ursprung haben, und wie das Qualitative

des Potenzenverhältnisses insbesondere, in die mannigfaltigen

Entwickelungen und Verwickelungen ausgeht; als der Grundmangel, der die

Auffassung des Begriffes verhindert, wurde auf gezeigt, daß bei dem

Unendlichen nur nach der negativen Bestimmung, die Negation des

Quantums zu seyn, stehen geblieben und nicht zu der einfachen

Bestimmung, dem Affirmativen, daß dieses das Qualitative ist,

fortgegangen wird.—Hier bleibt nur übrig, noch eine Bemerkung über die

in der Philosophie geschehene Einmischung von Formen des Quantitativen

in die reinen qualitativen Formen des Denkens, zu machen. Besonders ist

es das Potenzenverhältniß, welches in neuerer Zeit auf

Begriffsbestimmungen angewendet worden ist. Der Begriff in seiner

Unmittelbarkeit wurde die erste Potenz, in seinem Andersseyn oder der

Differenz, dem Daseyn seiner Momente, die zweite, und in seiner

Rückkehr in sich oder als Totalität die dritte Potenz genannt.

—Hiergegen fällt sogleich auf, daß die Potenz so gebraucht eine

Kategorie ist, die dem Quantum wesentlich angehört;—es ist bei diesen

Potenzen nicht an die potentia,… des Aristoteles gedacht. So drückt das

Potenzenverhältniß die Bestimmtheit aus, wie dieselbe als der

Unterschied, wie er im besondern Begriffe des Quantums ist, zu seiner

Wahrheit gelangt, aber nicht wie derselbe am Begriffe als solchem ist.

Das Quantum enthält die Negativität, welche zur Natur des Begriffs

gehört, noch gar nicht in dessen eigenthümlicher Bestimmung gesetzt;

Unterschiede, die dem Quantum zukommen, sind oberflächliche

Bestimmungen für den Begriff selbst; sie sind noch weit entfernt,

bestimmt zu seyn, wie sie es im Begriffe sind. Es ist in der Kindheit

des Philosophirens, daß wie von Pythagoras Zahlen—und erste, zweite

Potenz u.s.f. haben insofern vor Zahlen nichts voraus,—zur Bezeichnung

allgemeiner, wesentlicher Unterschiede gebraucht worden sind. Es war

dieß eine Vorstufe des reinen denkenden Erfassens; nach Pythagoras erst

sind die Gedankenbestimmungen selbst erfunden, d. i. für sich zum

Bewußtseyn gebracht worden. Aber von solchen weg zu Zahlenbestimmungen

zurückzugehen, gehört einem sich unvermögend fühlenden Denken an, das

nun im Gegensatze gegen vorhandene philosophische Bildung, die an

Gedankenbestimmungen gewohnt ist, selbst das Lächerliche hinzufügt,

jene Schwäche für etwas Neues, Vornehmes und für einen Fortschritt

geltend machen zu wollen.

Insofern der Potenzen-Ausdruck nur als Symbol gebraucht wird, so ist

dagegen so wenig zu sagen, als gegen die Zahlen oder Symbole anderer

Art für Begriffe; aber zugleich ebenso viel, als gegen alle Symbolik

überhaupt, in welcher reine Begriffs- oder philosophische Bestimmungen

dargestellt werden sollen. Die Philosophie bedarf solche Hülfe nicht,

weder aus der sinnlichen Welt, noch aus der vorstellenden

Einbildungskraft, auch nicht aus Sphären ihres eigenthümlichen Bodens,

welche untergeordnet sind, deren Bestimmungen daher nicht für höhere

Kreise und für das Ganze passen. Das Letztere geschieht, wenn überhaupt

Kategorien des Endlichen auf das Unendliche angewendet werden; die

geläufigen Bestimmungen von Kraft, oder Substantialität, Ursache und

Wirkung u.s.f. sind gleichfalls nur Symbole für den Ausdruck z.B.

lebendiger oder geistiger Verhältnisse, d. i. unwahre Bestimmungen für

dieselben, so noch mehr die Potenzen des Quantums und gezählte

Potenzen, für dergleichen und für spekulative Verhältnisse

überhaupt.—Wenn Zahlen, Potenzen, das Mathematisch-Unendliche und

dergleichen nicht als Symbole, sondern als Formen für philosophische

Bestimmungen, und damit selbst als philosophische Formen sollen

gebraucht werden, so müßte vor Allem ihre philosophische Bedeutung, d.

i. ihre Begriffsbestimmtheit aufgezeigt werden. Geschieht dieß, so sind

sie selbst überflüssige Bezeichnungen; die Begriffsbestimmtheit

bezeichnet sich selbst, und ihre Bezeichnung ist allein die richtige

und passende. Der Gebrauch jener Formen ist darum weiter nichts, als

ein bequemes Mittel, es zu ersparen, die Begriffsbestimmungen zu

fassen, anzugeben und zu rechtfertigen.

Dritter Abschnitt. Das Maaß.

Im Maaße sind, abstrakt ausgedrückt, Qualität und Quantität vereinigt.

Das Seyn als solches ist unmittelbare Gleichheit der Bestimmtheit mit

sich selbst. Diese Unmittelbarkeit der Bestimmtheit hat sich

aufgehoben. Die Quantität ist das so in sich zurückgekehrte Seyn, daß

es einfache Gleichheit mit sich als Gleichgültigkeit gegen die

Bestimmtheit ist. Aber diese Gleichgültigkeit ist nur die

Äußerlichkeit, nicht an sich selbst, sondern in Anderem die

Bestimmtheit zu haben. Das Dritte ist nun die sich auf sich selbst

beziehende Äußerlichkeit; als Beziehung auf sich ist es zugleich

aufgehobene Äußerlichkeit, und hat an ihr selbst den Unterschied von

sich,—der als Äußerlichkeit das quantitative, als in sich

zurückgenommene, das qualitative Moment ist.

Indem die Modalität, unter den Kategorien des transcendentalen

Idealismus, nach der Quantität und Qualität, auf Einschiebung der

Relation, aufgeführt wird, so kann derselben hier erwähnt werden. Diese

Kategorie hat daselbst die Bedeutung, die Beziehung des Gegenstandes

auf das Denken zu seyn. Im Sinne jenes Idealismus ist das Denken

überhaupt dem Ding-an-sich wesentlich äußerlich. Insofern die andern

Kategorien nur die transcendentale Bestimmung haben, dem Bewußtseyn,

aber als das Objektive desselben, anzugehören, so enthält die

Modalität, als die Kategorie der Beziehung auf das Subjekt, insofern

relativ die Bestimmung der Reflexion in sich; d.h. die Objektivität,

welche den andern Kategorien zukomme, mangelt denen der Modalität;

diese vermehren, nach Kants Ausdruck, den Begriffe als Bestimmung des

Objekts nicht im mindesten, sondern drücken nur das Verhältniß zum

Erkenntnißvermögen aus, (Kr. d. rein. Vern. 2te Aufl. s. S. 99,

266).—Die Kategorien, die Kant unter der Modalität zusammenfaßt,

Möglichkeit, Wirklichkeit und Nothwendigkeit, werden in der Folge an

ihrer Stelle vorkommen; Kant hat die unendlich wichtige Form der

Triplicität, so sehr sie bei ihm nur erst als ein formeller Lichtfunken

erschienen, nicht auf die Gattungen seiner Kategorien (Quantität,

Qualität u.s.f.) wie auch diesen Namen, nur auf deren Arten angewendet;

daher hat er nicht auf das Dritte der Qualität und Quantität kommen

können.

Bei Spinoza ist der Modus nach Substanz und Attribut gleichfalls das

Dritte; er erklärt ihn für die Affektionen der Substanz, oder für

dasjenige, was in einem Andern ist, durch welches es auch begriffen

wird. Dieses Dritte ist nach diesem Begriffe nur die Äußerlichkeit als

solche; wie sonst erinnert worden, daß bei Spinoza überhaupt der

starren Substantialität die Rückkehr in sich selbst fehlt.

Die hier gemachte Bemerkung dehnt sich allgemeiner auf die Systeme des

Pantheismus aus, welche der Gedanke etwas ausgebildet hat. Das Seyn,

das Eine, die Substanz, das Unendliche, das Wesen ist das Erste; gegen

dieses Abstraktum kann das Zweite, alle Bestimmtheit, überhaupt als das

nur Endliche, nur Accidentelle, Vergängliche, Außer- und Unwesentliche

u.s.f., ebenso abstrakt zusammengefaßt werden wie in dem ganz formalen

Denken gewöhnlich und zunächst geschieht. Aber es drängt sich zu sehr

der Zusammenhang dieses Zweiten mit dem Ersten auf, um es nicht

zugleich in einer Einheit mit demselben zu fassen, wie das Attribut bei

Spinoza die ganze Substanz ist, aber von dem Verstand, selbst einer

Beschränkung oder Modus, gefaßt; der Modus aber, das Nichtsubstantielle

überhaupt, das nur aus einem Andern gefaßt werden kann, macht so das

andere Extrem zu der Substanz, das Dritte überhaupt, aus. Der indische

Pantheismus hat in seiner ungeheuern Phantasterei gleichfalls, abstrakt

genommen, diese Ausbildung erhalten, die sich durch ihr Maßloses

hindurch als ein mässigender Faden zu einigem Interesse zieht, daß

Brahm, das Eine des abstrakten Denkens durch die Gestaltung in Wischnu

besonders in der Form Krischnas, zu dem Dritten, Siwa, fortgeht. Die

Bestimmung dieses Dritten ist der Modus, Veränderung, Entstehen und

Vergehen, das Feld der Äußerlichkeit überhaupt. Wenn diese indische

Dreiheit zu einer Vergleichung nut der christlichen verleitet hat, so

ist in ihnen zwar ein gemeinsames Element der Begriffsbestimmung zu

erkennen, aber über den Unterschied ist wesentlich ein bestimmteres

Bewußtseyn zu fassen; derselbe ist nicht nur unendlich, sondern die

wahrhafte Unendlichkeit macht den Unterschied selbst aus. Jenes dritte

Princip ist seiner Bestimmung nach das Auseinanderfahren der

substantiellen Einheit, in ihr Gegegentheil, nicht die Rückkehr

derselben zu sich, —das Geistlose vielmehr, nicht der Geist. In der

wahrhaften Dreiheit, ist nicht nur Einheit, sondern Einigkeit, der

Schluß zur inhaltsvollen und wirklichen Einheit, die in ihrer ganz

konkreten Bestimmung der Geist ist, gebracht. Jenes Princip des Modus

und der Veränderung schließt wohl die Einheit nicht überhaupt aus; wie

nämlich im Spinozismus eben der Modus als solcher das Unwahre und nur

die Substanz das wahrhafte ist, Alles auf diese zurückgeführt werden

soll, welches dann ein Versenken alles Inhalts in die Leerheit, in nur

formelle, inhaltslose Einheit ist, so ist auch Siwa wieder das große

Ganze, von Brahm nicht unterschiedene, Brahm selbst; d. h. der

Unterschied und die Bestimmtheit verschwindet nur wieder, aber wird

nicht aufbewahrt, nicht aufgehoben, und die Einheit wird nicht zur

konkreten Einheit, die Entzweiung nicht zur Versöhnung zurückgeführt.

Das höchste Ziel für den in die Sphäre des Entstehens und Vergehens,

der Modalität überhaupt versetzten Menschen ist die Versenkung in die

Bewußtlosigkeit, die Einheit mit Brahm, die Vernichtung; dasselbe ist

das buddhistische Nirvana, Nieban u.s.f.

Wenn nun der Modus überhaupt die abstrakte Äußerlichkeit, die

Gleichgültigkeit gegen die qualitativen wie gegen die quantitativen

Bestimmungen ist, und es im Wesen auf das Äußerliche, Unwesentliche

nicht ankommen soll, so wird auch wieder in Vielem zugestanden, daß

alles auf die Art und Weise ankomme; der Modus wird damit selbst für

wesentlich zum Substantiellen einer Sache gehörig erklärt; in welcher

sehr unbestimmten Beziehung wenigstens dieß liegt, daß dieß Äußerliche

nicht so abstrakt das Äußerliche sey.

Hier hat der Modus die bestimmte Bedeutung das Maaß zu seyn. Der

Spinozistische Modus, wie das indische Princip der Veränderung ist das

Maaßlose. Das griechische selbst noch unbestimmte Bewußtseyn, daß Alles

ein Maaß hat, so daß selbst Parmenides nach dem abstrakten Seyn die

Nothwendigkeit, als die alte Grenze, die Allem gesetzt ist, eingeführt,

ist der Anfang eines viel höhern Begriffs als die Substanz und der

Unterschied des Modus von derselben enthält.-Das entwickeltere,

reflektirtere Maaß ist die Nothwendigkeit; das Schicksal, die Nemesis,

schränkt sich im Allgemeinen auf die Bestimmtheit des Maaßes ein, daß

was sich vermesse, zu groß, zu hoch mache, auf das andere Extrem der

Herabsetzung zur Nichtigkeit reducirt, und damit die Mitte des Maaßes,

die Mittelmäßigkeit, hergestellt werde.—Das Absolute, Gott ist das Maaß

aller Dinge, ist nicht stärker pantheistisch als die Definition: das

Absolute, Gott ist das Seyn, aber unendlich wahrhafter.—Das Maaß ist

zwar äußerliche Art und Weise, ein Mehr oder Weniger, welches aber

zugleich ebenso in sich reflektirt, nicht bloß gleichgültige und

äußerliche, sondern an sich seyende Bestimmtheit ist; es ist so die

konkrete Wahrheit des Seyns; in dem Maaße haben darum die Völker etwas

Unantastbares, Heiliges verehrt.

Es liegt in dem Maaße bereits die Idee des Wesens, nämlich in der

Unmittelbarkeit des Bestimmtseyns identisch mit sich zu seyn, so daß

jene Unmittelbarkeit durch diese Identität-mit-sich zu einem

Vermittelten herabgesetzt ist, wie diese ebenso nur durch diese

Äußerlichkeit vermittelt aber die Vermittelung mit sich ist;—die

Reflexion, deren Bestimmungen sind, aber in dieseni Seyn schlechthin

nur als Momente ihrer negativen Einheit. Im Maaße ist das Qualitative

quantitativ; die Bestimmtheit oder der Unterschied ist als

gleichgültig, damit ist es ein Unterschied, der keiner ist; er ist

aufgehoben; diese Quantitativität macht als Rückkehr in sich, worin sie

als das Qualitative ist, das An- und Fürsichseyn aus, welches das Wesen

ist. Aber das Maaß ist erst an sich oder im Begriffe das Wesen; dieser

Begriff des Maaßes ist noch nicht gesetzt. Das Maaß noch als solches

ist selbst die seyende Einheit des Qualitativen und Quantitativen;

seine Momente sind als ein Daseyn, eine Qualität und Quanta derselben,

die nur erst an sich untrennbar, aber noch nicht die Bedeutung dieser

reflektirten Bestimmung haben. Die Entwicklung des Maaßes, enthält die

Unterscheidung dieser Momente, aber zugleich die Beziehung derselben,

so daß die Identität, welche sie an sich sind, als ihre Beziehung

aufeinander wird, d. i. gesetzt wird. Die Bedeutung dieser Entwickelung

ist die Realisation des Maaßes, in der es sich zu sich selbst ins

Verhältniß, und damit zugleich als Moment setzt; durch diese

Vermittelung wird es als Aufgehobenes bestimmt; seine Unmittelbarkeit

wie die seiner Momente verschwindet, sie sind als reflektirte; so als

das hervorgetreten, was es seinem Begriffe nach ist, ist es in das

Wesen übergegangen.

Das Maaß ist zunächst unmittelbare Einheit des Qualitativen und

Quantitativen, so daß

erstens ein Quantum ist, das qualitative Bedeutung hat, und als Maaß

ist. Dessen Fortbestimmung ist, daß an ihm, dem an sich bestimmten,

—der Unterschied seiner Momente, des qualitativen und quantitativen

Bestimmtseyns, hervortritt. Diese Momente bestimmen sich weiter selbst

zu Ganzen des Maaßes, welche insofern als Selbstständige sind; indem

sie sich wesentlich aufeinander beziehen, wird das Maaß

zweitens Verhältniß von specifischen Quantis, als selbstständigen

Maaßen. Ihre Selbstständigkeit beruht aber wesentlich zugleich auf dem

quantitativen Verhältnisse und dem Größenunterschiede; so wird ihre

Selbstständigkeit ein Übergehen in einander. Das Maaß geht damit im

Maaßlosen zu Grunde.—Dieß Jenseits des Maaßes ist aber die Negativität

desselben nur an sich selbst; es ist dadurch

drittens die Indifferenz der Maaßbestimmungen, und als reell mit der in

ihr enthaltenen Negativität das Maaß gesetzt, als umgekehrtes

Verhältniß von Maaßen, welche als selbstständige Qualitäten wesentlich

nur auf ihrer Quantität und auf ihrer negativen Beziehung aufeinander

beruhen, und damit sich erweisen, nur Momente ihrer wahrhaft

selbstständigen Einheit zu seyn, welche ihre Reflexion-in-sich und das

Setzen derselben, das Wesen, ist.

Die Entwickelung des Maaßes, die im Folgenden versucht worden, ist eine

der schwierigsten Materien; indem sie von dem unmittelbaren,

äußerlichen Maaße anfängt, hätte sie einer Seits zu der abstrakten

Fortbestimmung des Quantitativen (einer Mathematik der Natur)

fortzugehen, anderer Seits den Zusammenhang dieser Maaßbestimmung mit

den Qualitäten der natürlichen Dinge anzuzeigen, wenigstens im

Allgemeinen; denn die bestimmte Nachweisung des aus dem Begriffe des

konkreten Gegenstandes hervorgehenden Zusammenhangs des Qualitativen

und Quantitativen gehört in die besondere Wissenschaft des Konkreten;

wovon Beispiele in der Encykl. der philos. Wissensch. 3te Aufl. §. 267

u. 270 Anm. das Gesetz des Falles und das der freien himmlischen

Bewegung betreffend, nachzusehen sind. Es mag hierbei dieß überhaupt

bemerkt werden, daß die verschiedenen Formen, in welchen sich das Maaß

realisirt, auch verschiedenen Sphären der natürlichen Realität

angehören. Die vollständige, abstrakte Gleichgültigkeit des

entwickelten Maaßes d. i. der Gesetze desselben kann nur in der Sphäre

des Mechanismus Statt haben, als in welchem das konkrete Körperliche

nur die selbst abstrakte Materie ist; die qualitativen Unterschiede

derselben haben wesentlich das Quantitative zu ihrer Bestimmtheit; Raum

und Zeit sind die reinen Äußerlichkeiten selbst, und die Menge der

Materien, Massen, Intensität des Gewichts, sind ebenso äußerliche

Bestimmungen, die an dem Quantitativen ihre eigenthümliche Bestimmtheit

haben. Dagegen wird solche Größebestimmtheit des abstrakt Materiellen

schon durch die Mehrheit und damit einen Konflikt von Qualitäten, im

Physikalischen, noch mehr aber im Organischen gestört. Aber es tritt

hier nicht bloß der Konflikt von Qualitäten als solchen ein, sondern

das Maaß wird hier höhern Verhältnissen untergeordnet, und die

immanente Entwicklung des Maaßes vielmehr auf die einfache Form des

unmittelbaren Maaßes reducirt. Die Glieder des animalischen Organismus

haben ein Maaß, welches als ein einfaches Quantum im Verhältniß zu

andern Quantis der andern Glieder steht; die Proportionen des

menschlichen Körpers sind die festen Verhältnisse von solchen Quantis;

die Naturwissenschaft hat noch weithin, von dem Zusammenhange solcher

Größen mit den organischen Funktionen, von denen sie ganz abhängig

sind, etwas einzusehen. Aber von der Herabsetzung eines immanenten

Maaßes zu einer bloß äußerlich determinirten Größe ist die Bewegung das

nächste Beispiel. An den Himmelskörpern ist sie die freie nur durch den

Begriff bestimmte Bewegung, deren Größen hiermit ebenso nur von

demselben abhängen (s. oben), aber von dem Organischen wird sie zur

willkürlichen oder mechanisch-regelmäßigen, d. h. überhaupt abstrakten

formellen Bewegung herunter gesetzt.

Noch weniger aber findet im Reich des Geistes eine eigenthümliche,

freie Entwicklung des Maaßes Statt. Man sieht z.B. wohl ein, daß eine

republikanische Verfassung, wie die atheniensische oder eine durch

Demokratie versetzte aristokratische nur bei einer gewissen Größe des

Staats Platz haben kann; daß in der entwickelten bürgerlichen

Gesellschaft die Mengen von Individuen, welche den verschiedenen

Gewerben angehören, in einem Verhältnisse mit einander stehen; aber

dieß giebt weder Gesetze von Maaßen noch eigenthümliche Formen

desselben. Im Geistigen als solchen kommen Unterschiede von Intensität

des Charakters, Stärke der Einbildungskraft, der Empfindungen, der

Vorstellungen u.s.f. vor; aber über dieß Unbestimmte der Stärke oder

Schwäche geht die Bestimmung nicht hinaus. Wie matt und völlig leer die

sogenannten Gesetze ausfallen, die über das Verhältniß von Stärke und

Schwäche der Empfindungen, Vorstellungen u.s.f. aufgestellt werden,

wird man inne, wenn man die Psychologien nachsieht, welche sich mit

dergleichen bemühen.

Erstes Kapitel. Die specifische Quantität.

Die qualitative Quantität ist zunächst ein unmittelbares specifisches

Quantum; das

zweitens, als sich zu Anderem verhaltend, ein quantitatives

Specificiren, ein Aheben des gleichgültigen Quantums wird. Dieses Maaß,

ist insofern eine Regel und enthält die beiden Momente des Maaßes

unterschieden, nämlich die ansichseyende quantitative Bestimmtheit, und

das äußerliche Quantum. In diesem Unterschiede werden aber diese beiden

Seiten zu Qualitäten, und die Regel zu einem Verhältnisse derselben;

das Maaß stellt sich daher dar

drittens als Verhältniß von Qualitäten, die zunächst Ein Maaß haben;

das sich aber ferner so zu einem Unterschiede von Maaßen in sich

specificirt.

A. Das specifische Quantum.

1. Das Maaß ist die einfache Beziehung des Quantums auf sich, seine

eigene Bestimmtheit an sich selbst; so ist das Quantum qualitativ.

Zunächst ist es als unmittelbares Maaß, ein unmittelbares, daher als

irgend ein bestimmtes, Quantum; ebenso unmittelbar ist die ihm

zugehörige Qualität, sie ist irgend eine bestimmte Qualität.—Das

Quantum als diese nicht mehr gleichgültige Grenze sondern auf sich

beziehende Äußerlichkeit, ist so selbst die Qualität, und unterschieden

von dieser geht es nich über sie hinaus, so wie diese nicht über

dasselbe hinausgeht. Es ist in die einfache Gleichheit mit sich

zurückgekehrte Bestimmtheit; eins mit dem bestimmten Daseyn, so wie

dieses mit seinem Quantum.

Wenn man aus der erhaltenen Bestimmung einen Satz machen will, so kann

man sich ausdrücken: Alles, was da ist, hat ein Maaß. Alles Daseyn hat

eine Größe, und diese Größe gehört zur Natur von Etwas selbst; sie

macht seine bestimmte Natur und sein Insichseyn aus. Etwas ist gegen

diese Größe nicht gleichgültig, so daß wenn sie geändert würde, es

bliebe was es ist, sondern die Änderung derselben änderte seine

Qualität. Das Quantum hat als Maaß aufgehört Grenze zu seyn, die keine

ist; es ist nunmehr die Bestimmung der Sache, so daß diese, über dieß

Quantum vermehrt oder vermindert, zu Grunde ginge. —Ein Maaß, als

Maaßstab im gewöhnlichen Sinne, ist ein Quantum, das als die an sich

bestimmte Einheit gegen äußerliche Anzahl willkürlich angenommen wird.

Eine solche Einheit kann zwar auch in der That an sich bestimmte

Einheit seyn, wie Fuß und dergleichen ursprüngliche Maaße; insofern sie

aber als Maaßstab zugleich für andere Dinge gebraucht wird, ist sie für

diese nur äußerliches, nicht ihr ursprüngliches Maaß.—So mag der

Erddurchmesser, oder die Pendellänge, als specifisches Quantum für sich

genommen werden. Aber es ist willkürlich, den wievielsten Theil des

Erddurchmessers oder der Pendellänge und unter welchem Breitengrade man

diese nehmen wolle, um sie als Maaßstab zu gebrauchen. Noch mehr aber

ist für andere Dinge ein solcher Maaßstab etwas Äußerliches. Diese

haben das allgemeine specifische Quantum wieder auf besondere Art

specificirt, und sind dadurch zu besondern Dingen gemacht. Es ist daher

thöricht, von einem natürlichen Maaßstab der Dinge zu sprechen. Ohnehin

soll ein allgemeiner Maaßstab nur für die äußerliche Vergleichung

dienen; in diesem oberflächlichsten Sinne, in welchem er als

allgemeines Maaß genommen wird, ist es völlig gleichgültig, was dafür

gebraucht wird. Es soll nicht ein Grundmaaß in dem Sinne seyn, daß die

Naturmaaße der besondern Dinge daran dargestellt und daraus nach einer

Regel, als Specifikationen Eines allgemeinen Maaßes, des Maaßes ihres

allgemeinen Körpers, erkannt würden. Ohne diesen Sinn aber hat ein

absoluter Maaßstab nur das Interesse und die Bedeutung eines

Gemeinschaftlichen, und ein solches ist nicht an sich, sondern durch

Übereinkommen ein Allgemeines.

Das unmittelbare Maaß ist eine einfache Größenbestimmung; wie z.B. die

Größe der organischen Wesen, ihrer Gliedmaßen und so fort. Aber jedes

Existirende hat eine Größe, um das zu seyn, was es ist, und überhaupt

um Daseyn zu haben.—Als Quantum ist es gleichgültige Größe, äußerlicher

Bestimmung offen und des Auf- und Abgehens am Mehr und Weniger fähig.

Aber als Maaß ist es zugleich von sich selbst als Quantum, als solcher

gleichgültiger Bestimmung, verschieden und eine Beschränkung jenes

gleichgültigen Hin- und Hergehens an einer Grenze.

Indem die Quantitätsbestimmtheit so an dem Daseyn die gedoppelte ist,

das eine Mal die, an welche die Qualität gebunden ist, das andere Mal

aber die, an der unbeschadet jener hin- und hergegangen werden kann, so

geschieht das Untergehen von Etwas, das ein Maaß hat, darin daß sein

Quantum verändert wird. Dieß Untergehen erscheint eines Theils als

unerwartet, insofern an dem Quantum, ohne das Maaß und die Qualität zu

verändern, geändert werden kann, andern Theils aber wird es zu einem

als ganz Begreiflichen gemacht, nämlich durch die Allmähligkeit. Zu

dieser Kategorie wird so leicht gegriffen, um das Vergehen von einer

Qualität oder von Etwas vorstellig zu machen oder zu erklären, indem

man so dem Verschwinden beinahe mit den Augen zusehen zu können

scheint, weil das Quantum die als äußerliche, ihrer Natur nach

veränderliche Grenze gesetzt ist, hiermit die Veränderung, als nur des

Quantums, sich von selbst versteht. In der That aber wird nichts

dadurch erklärt; die Veränderung ist zugleich wesentlich der Übergang

einer Qualität in eine andere, oder der abstraktere von einem Daseyn in

ein Nichtdaseyn; darin liegt eine andere Bestimmung als in der

Allmähligkeit, welche nur eine Verminderung oder Vermehrung, und das

einseitige Festhalten an der Größe ist.

2. Daß aber eine als bloß quantitativ erscheinende Veränderung auch in

eine qualitative umschlägt, auf diesen Zusammenhang sind schon die

Alten aufmerksam gewesen, und haben die der Unkenntniß desselben

entstehenden Kollisionen in populären Beispielen vorgestellt; unter den

Namen des Kahlen, des Haufens sind hierher gehörige Elenchen bekannt,

d. i. nach des Aristoteles Erklärung, Weisen, wodurch man genöthigt

wird, das Gegentheil von dem zu sagen, was man vorher behauptet hatte.

Man fragte: macht das Ausraufen Eines Haares vom Kopfe oder einem

Pferdeschweife kam, oder hört ein Haufe auf ein Haufe zu seyn, wenn ein

Korn weggenommen wird. Dieß kann man unbedenklich zugeben, indem solche

Wegnahme nur einen und zwar selbst ganz unbedeutenden quantitativen

Unterschied ausmacht; so wird Ein Haar, Ein Korn weggenommen, und dieß

so wiederholt, daß jedesmal nach dem, was zugegeben worden, nur Eines

weggenommen wird; zuletzt zeigt sich die qualitative Veränderung, daß

der Kopf, der Schweiff kahl, der Haufe verschwunden ist. Man vergaß bei

jenem Zugeben nicht nur die Wiederhohlung, sondern daß sich die für

sich unbedeutenden Quantitäten (wie die für sich unbedeutenden Ausgaben

von einem Vermögen) summiren, und die Summe das qualitativ Ganze

ausmacht, so daß am Ende dieses verschwunden, der Kopf kahl, der Beutel

leer ist.

Die Verlegenheit, der Widerspruch, welcher als Resultat herauskommt,

ist nicht etwas Sophistisches im gebräuchlichen Sinne des Worts, als ob

solcher Widerspruch eine falsche Vorspiegelung wäre. Das Falsche ist,

was der angenommene Andere, d. h. unser gewöhnliches Bewußtseyn begeht,

eine Quantität nur für eine gleichgültige Grenze d. h. sie eben im

bestimmten Sinne einer Quantität zu nehmen. Diese Annahme wird durch

die Wahrheit, zu der sie geführt wird, Moment des Maaßes zu seyn und

mit der Qualität zusammenzuhängen, konfondirt; was widerlegt wird, ist

das einseitige Festhalten an der abstrakten Quantumsbestimmtheit.—Jene

Wendungen sind darum auch kein leerer oder pedantischer Spaß, sondern

in sich richtig und Erzeugnisse eines Bewußtseyns, das ein Interesse an

den Erscheinungen hat, die im Denken vorkommen.

Das Quantum, indem es als eine gleichgültige Grenze genommen wird, ist

die Seite, an der ein Daseyn unverdächtig angegriffen und zu Grunde

gerichtet wird. Es ist die List des Begriffes ein Daseyn an dieser

Seite zu fassen, von der seine Qualität nicht ins Spiel zu kommen

scheint,—und zwar so sehr', daß die Vergrößerung eines Staats, eines

Vermögens u.s.f. welche das Unglück des Staats, des Besitzers

herbeiführt, sogar als dessen Glück zunächst erscheint.

3. Das Maaß ist in seiner Unmittelbarkeit eine gewöhnliche Qualität von

einer bestimmten ihr zugehörigen Größe. Von der Seite nun, nach welcher

das Quantum gleichgültige Grenze ist, an der ohne die Qualität zu

ändern hin- und hergegangen werden kann, ist seine andere Seite, nach

welcher es qualitativ, specifisch ist, auch unterschieden. Beides sind

Größebestimmungen Eines und desselben; aber nach der Unmittelbarkeit,

in der zuerst das Maaß ist, ist ferner dieser Unterschied als ein

unmittelbarer zu nehmen, beide Seiten haben hiernach auch eine

verschiedene Existenz. Die Existenz des Maaßes, welche die an sich

bestimmte Größe ist, ist dann in ihrem Verhalten zu der Existenz der

veränderlichen, äußerlichen Seite, ein Aufheben ihrer Gleichgültigkeit,

ein Specificiren desselben.

B. Specificirendes Maaß.

Wissenschaft der Logik — Band 1 · 第 30 / 52 题