Das Unendliche in seinem einfachen Begriff kann zunächst als eine neue
Definition des Absoluten angesehen werden; es ist als die
bestimmungslose Beziehung auf sich gesetzt als Seyn und Werden. Die
Formen des Daseyns fallen aus in der Reihe der Bestimmungen, die für
Definitionen des Absoluten angesehen werden können, da die Formen jener
Sphäre für sich unmittelbar nur als Bestimmtheiten, als endliche
überhaupt, gesetzt sind. Das Unendliche aber gilt schlechthin für
absolut, da es ausdrücklich als Negation des Endlichen bestimmt ist,
hiermit auf die Beschränktheit, deren das Seyn und Werden, wenn sie
auch an ihnen keine Beschränktheit haben oder zeigen, doch etwa fähig
seyn könnten, im Unendlichen ausdrücklich Beziehung genommen und eine
solche an ihm negirt ist.
Damit aber selbst ist das Unendliche nicht schon in der That der
Beschränktheit und Endlichkeit entnommen; die Hauptsache ist, den
wahrhaften Begriff der Unendlichkeit von der schlechten Unendlichkeit,
das Unendliche der Vernunft von dem Unendlichen des Verstandes zu
unterscheiden; doch Letzteres ist das verendlichte Unendliche, und es
wird sich ergeben, daß eben indem das Unendliche vom Endlichen rein und
entfernt gehalten werden soll, es nur verendlicht wird.