3. Übergang des Endlichen in das Unendliche.

Das Sollen für sich enthält die Schranke, und die Schranke das Sollen.

Ihre Beziehung auf einander ist das Endliche selbst, das sie beide in

seinem Insichseyn enthält. Diese Momente seiner Bestimmung sind sich

qualitativ entgegengesetzt; die Schranke ist bestimmt als das Negative

des Sollens, und das Sollen ebenso als das Negative der Schranke. Das

Endliche ist so der Widerspruch seiner in sich; es hebt sich auf,

vergeht. Aber dieß sein Resultat, das Negative überhaupt, ist à) seine

Bestimmung selbst; denn es ist das Negative des Negativen. So ist das

Endliche in dem Vergehen nicht vergangen; es ist zunächst nur ein

anderes Endliches geworden, welches aber ebenso das Vergehen als

Übergehen in ein anderes Endliches ist, und so fort, etwa ins

Unendliche. Aber ß) näher dieß Resultat betrachtet, so hat das Endliche

in seinem Vergehen, dieser Negation seiner selbst, sein Ansichseyn

erreicht, es ist darin mit sich selbst zusammengegangen. Jedes seiner

Momente enthält eben dieß Resultat; das Sollen geht über die Schranke,

d. i. über sich selbst hinaus; über es hinaus aber oder sein Anderes

ist nur die Schranke selbst. Die Schranke aber weist über sich selbst

unmittelbar hinaus zu seinem Anderen, welches das Sollen ist; dieses

aber ist dieselbe Entzweiung des Ansichseyns und des Daseyns wie die

Schranke, ist dasselbe; über sich hinaus geht sie daher ebenso nur mit

sich zusammen. Diese Identität mit sich, die Negation der Negation, ist

affirmatives Seyn, so das Andere des Endlichen, als welches die erste

Negation zu seiner Bestimmtheit haben soll;—jenes Andere ist das

Unendliche.

Wissenschaft der Logik — Band 1 · 第 22 / 52 题