1 Kilogrm. gestoßener Meliszucker und 16 ganze Eier werden so lange mit

dem Schneebesen geschlagen, bis die Masse schön schaumig ist, 1 Kilogrm.

Mehl, 500 Grm. feingeschnittene Mandeln, 15-2/3 Grm. gestoßener Anis, 25

Grm. gestoßener Zimmt, 4-1/6 Grm. Kardamomen und ein Stückchen Vanille,

welche fein gepülvert, darunter gearbeitet und auf Oblaten von

beliebiger Größe 9 Millim. stark aufgestrichen und bei rascher Hitze

gebacken.

16) Danziger Honigkuchen.

2 Kilogrm. Honig wird mit 1/4 Liter Milch auf Kohlenfeuer aufgekocht, bis

zur Fingerwärme abgekühlt und dann 3 Kilogrm. Mehl untergearbeitet.

Nachdem der Teig einige Tage gestanden, bricht man ihn ordentlich durch,

unter Zusetzung von 50 Grm. Pottasche und 33-1/3 Grm. kohlensaurem

Ammoniak. Wenn die Probe gebacken, breche man noch folgende Gewürze

darunter: 250 Grm. Citronat, 500 Grm. Pomeranzenschalen, beide

kleinwürfelig geschnitten, 1 Kilogrm. gehackte Mandeln, 83-1/3 Grm.

gestoßenen Zimmt, 50 Grm. Nelken, 16-2/3 Grm. Macisnuß, die Schale von 2

Citronen und 16-2/3 Grm. gestoßenen Koriander. Arbeite Scheiben von 14

Centim. Länge, 9-1/2 Centim. Breite und 6 Millim. Stärke und backe sie

dunkelgelb. Werden mit der braunen Glasur gestrichen.

17) Hamburger Oblatenkuchen.

500 Grm. Zucker, 8 Eier unter einander gerührt, 66-2/3 Grm. Citronat,

66-2/3 Grm. Pomeranzenschalen, die Schale einer Citrone auf einem

Reibeisen fein abgerieben, 16-2/3 Grm. Zimmt, 8-1/3 Grm. Nelken, 4-1/6

Grm. Kardamomen und 4-1/6 Grm. gestoßene Muskatnuß, 125 Grm.

feingeschnittene Mandeln und 1 Kilogrm. Mehl untergearbeitet. Sollte die

Masse zu steif sein, so setze man noch etwas Eiweiß zu. Wird auf

längliche Oblatenstücken gestrichen, langsam gebacken und mit weißer

Glasur Nr. 2 gestrichen.

18) Lüneburger Lebkuchen.

2 Kilogrm. Zucker, 2 Kilogrm. Honig, 1 Liter Milch lasse unter

beständigem Umrühren aufkochen, dann bis zu der Fingerwärme erkalten und

arbeite mit 6 Kilogrm. Weizenmehl tüchtig unter einander. Sollte der Teig

noch nicht fest genug sein, so kann etwas mehr Mehl genommen werden. Nun

lasse den Teig 8 Tage liegen und arbeite dann denselben mit 100 Grm.

feingeriebener Pottasche gut unter einander, nimm Probe und brich noch

500 Grm. gehackte rohe Mandeln, 125 Grm. Pomeranzenschalen, 125 Grm.

Citronat darunter und backe runde Kuchen davon, welche nicht zu schwach

sein dürfen. Wird mit der braunen Glasur gestrichen.

19) Schweizer Gewürzkuchen.

Lasse 500 Grm. Honig, 1 Kilogrm. Zucker mit 1/2 Liter Wasser aufkochen

und dann bis zu der Fingerwärme abkühlen, und arbeite soviel Weizenmehl

darunter, daß es ein nicht zu fester Teig wird. 33-1/3 Grm. Pottasche,

fein gerieben, und mit 33-1/3 Grm. Zimmt, 8-1/3 Grm. Nelken, 16-2/3 Grm.

Zimmtblüthen darunter gearbeitet. Wird in Scheiben von beliebiger Größe

geformt und mit der weißen Glasur Nr. 1 glasirt.

20) Feiner Zimmtkuchen.

Lasse 750 Grm. Honig, 750 Grm. gelben indischen Farin mit 1/2 Liter

Wasser aufkochen, arbeite 2-1/4 Kilogramm Mehl darunter, laß ihn eine

Nacht auskühlen und arbeite 41-2/3 Grm. Pottasche und 16-2/3 Grm.

kohlensaures Ammoniak und 33-1/3 Grm. feinen Zimmt (Kaneel) darunter, und

mache schmale, lange Scheiben davon; werden bei rascher Hitze gebacken

und unglasirt verkauft.

21) Oblatenkuchen.

250 Grm. Zucker mit 20 Eigelb und 10 Eiweiß werden wie Bisquitmasse kalt

und warm geschlagen, dann 125 Grm. Citronat, 125 Grm. gehäutete

kleingehackte Mandeln, 125 Grm. Pomeranzenschalen und 500 Grm. Mehl

darunter gerührt; werden auf Oblatenstücke in der Größe von

Kartenblättern 6 Millim. stark gestrichen, bei langsamer Hitze gebacken.

Im Fall, dass die Masse sehr steif sein sollte, kann etwas Wasser

zugesetzt werden.

IV. Abtheilung.

Verschiedene Arten von Backwerken, welche vom Pfefferküchler gefertigt

werden.

1) Feiner weißer Zuckerkuchen.

2 Kilogrm. weißen Farin, 1 Liter Milch laß unter beständigem Schlagen mit

einem Schneebesen aufkochen, dann bis zur Fingerwärme abkühlen. Nimm 4

ganze Eier und schlage sie mit dem Schneebesen unter den aufgekochten

Zucker und arbeite dann 4 Kilogrm. Mehl darunter. Ist der Teig gehörig

ausgekühlt, so brich denselben mit 100 Grm. kohlensaurem, feingestoßenem

Ammoniak und von 3 Citronen die abgeriebene Schale ordentlich durch,

arbeite Scheiben von gewünschter Größe und backe diese bei langsamer

Hitze; sie werden mit der weißen Glasur Nr. 1 glasirt. Auch kann man,

wenn es der Preis gestattet, etwas Citronat unterarbeiten.

2) Gewöhnliche weiße Zuckerkuchen.

2 Kilogrm. Zucker werden mit 1-1/2 Liter Wasser auf Kohlenfeuer zum

Aufkochen gebracht, dann, wie gewöhnlich, abgekühlt und mit 5 Kilogrm.

Weizenmehl ein Teig gemacht. Nachdem er ausgekühlt, wird er mit 116-2/3

Grm. kohlensaurem Ammoniak durchgebrochen und Scheiben davon gearbeitet,

welche mit der Glasur Nr. 1 glasirt werden. Doch werden sie auch

unglasirt verkauft.

3) Griechische oder weiße Nüßchen.

1 Kilogrm. Zucker mit 3/4 Liter Wasser aufgekocht; nachdem er abgekühlt,

werden mit dem Schneebesen 8 ganze Eier darunter geschlagen und 2-1/2

Kilogrm. Weizenmehl darunter gearbeitet. Nachdem der Teig ausgekühlt,

wieder mit 58-1/3 Grm. kohlensaurem Ammoniak ordentlich durchgebrochen,

197-1/2 Grm. kleinwürfelig geschnittener Citronat, 50 Grm. Zimmt, 16-2/3

Grm. Nelken untergearbeitet. Von diesem Teige werden kleinfingerstarke

Streifen ausgerollt und diese wieder in 1 Centim. lange Stückchen

geschnitten. Diese Stückchen nehme man in ein feines Drahtsieb, bestreue

sie mit etwas Mehl und rolle sie so lange, bis sie rund werden. Man nehme

nun ein mit ungesalzener Butter schwach gestrichenes Blech, setze die

Nüßchen darauf und zwar immer eines dicht an das andere, bis das Blech

3/4 Theil voll ist. Rolle dann mit dem Rollholze so lange darauf herum,

bis das Blech von den aufgesetzten Nüßchen ganz voll ist. Sie werden bei

mittlerer Hitze gebacken, nach dem Backen mit der weißen Glasur Nr. 1

glasirt und nach dem Gewichte verkauft.

4) Anisnüßchen.

2 Kilogrm. Zucker mit 1 Liter Milch lasse man aufkochen, bis zur

Fingerwärme abkühlen, schlage mit dem Schneebesen 8 Stück ganze Eier

darunter und arbeite dann 4 Kilogrm. gesiebtes Weizenmehl unter die

Masse. Ist der Teig ausgekühlt, so breche man ihn mit 83-1/3 Grm.

feingestoßenem, kohlensaurem Ammoniak ordentlich durch, setze 250 Grm.

halbgestoßenen, zuvor ausgelesenen Anis dazu und rolle den Teig schwach

messerrückenstark aus und steche mit einem blechernen Ausstecher, welcher

rund gearbeitet und 1 Centim. Durchmesser hat, lauter runde Scheibchen

aus und lege diese auf mit ungesalzener Butter schwach gestrichene

Bleche, aber nicht zu dicht aneinander und backe sie bei rascher Hitze.

5) Citronennüßchen.

Sie werden ganz ebenso bereitet, wie die vorherstehenden, nur daß stets

dem Anis auf je 5 Kilogrm. Teig 2 Grm. Citronenöl zugesetzt wird.

6) Rosennüßchen.

Die Bereitung des Teiges geschieht ganz so, wie bei den Anisnüßchen

angegeben, nur wird statt des Anises auf je 5 Kilogrm. Teig 5 Tropfen

ächtes Rosenöl zugesetzt. Die Bearbeitung geschieht wie bei den

vorstehenden, nur müssen sie nach dem Backen noch mit Zucker überzogen

werden; was am leichtesten auf folgende Weise geschieht: Man nehme einen

möglichst flachen Kessel, setze je nach der Größe des Kessels und der

Menge der zu fertigenden Nüßchen ordinären Melis oder weißen Farin, wenn

er schön trocken ist, auf Kohlenfeuer, verdünne ihn mit Wasser (auf 6

Kilogrm. Zucker 2 Liter Wasser), und lasse den Zucker so lange kochen,

bis er zum starken Flug oder der großen Kugel gesotten ist. Man erkennt

dieses daran: wenn man einen durchlöcherten, nicht zu tiefen Löffel von

Blech in den kochenden Zucker steckt, nach einer kleinen Weile dann

denselben herausnimmt und stark darauf bläst, so müssen auf der andern

Seite des Löffels große aneinander hängende Blasen entweichen. Nun wird

der Kessel vom Feuer abgenommen, und man schüttet von den bereitstehenden

Nüßchen soviel in den Zucker, daß derselbe die Rosennüßchen vollständig

bedecken kann. Zum schnelleren Abtrocknen kann eine Hand voll

feingestoßener Melis oder auch Stärkemehl darüber gestreuet werden. Nun

rühre man die Rosennüßchen schnell und vorsichtig um, bis sie trocken aus

einander fallen. Sollten sich während dieser Behandlung welche

zusammengehängt haben, so macht man sie auseinander und schüttet sie zum

vollständigen Austrocknen in Siebe. Da es von dieser Sorte rothe und

weiße giebt, so theile man die zu überziehenden Nüßchen in zwei gleiche

Theile und fertige auch rothe ganz auf dieselbe Weise, nur daß man den

kochenden Zucker mit der weiter unten beschriebenen Kochenillefarbe

färbt.

Ganz auf dieselbe Weise können auch die Anisnüßchen und Citronennüßchen

überzogen werden; die erstern bleiben weiß und die letzteren werden mit

in Wasser aufgelöstem ganzen Saffran gelb gefärbt.

7) Ordinäres Konfekt, auch leichtes Backwerk genannt (Pfennigstücke).

2 Kilogrm. weißen Farin oder ordinären Melis setze mit 1-1/2 Liter Wasser

auf Kohlenfeuer, laß ihn einmal aufkochen und dann bis zu der Fingerwärme

abkühlen. Dann nehme man 8 ganze Eier und schlage sie mit dem Schneebesen

tüchtig unter den Zucker und arbeite 5 Kilogrm. gesiebtes Weizenmehl

darunter, daß es ein nicht fester Teig werde, und lasse den Teig so einen

halben Tag stehen. Arbeite den Teig mit 100 Grm. feingestoßenem,

kohlensaurem Ammoniak auf der Breche ordentlich und rolle dann denselben

messerrückenstark aus und steche mit Formen, von weißem Bleche gefertigt,

allerlei Figuren aus, als Männer, Thiere, Uhren, Herzen, Rosen etc. Je

reichhaltiger die Formen, je schöner sieht das Konfekt aus. Die

ausgestochenen Stücke werden nicht zu dicht auf schwach mit Butter

gestrichene Bleche gelegt, bei mittlerer Hitze gebacken, so daß der Boden

des Backwerkes schön lichtgelb aussieht.

Nach dem Backen theile man das Konfekt in zwei Theile und glasire es mit

der Eiweißglasur Nr. 1, ein Theil weiß und ein Theil roth. Die rothe

Glasur wird ganz wie die weiße gefertigt, nur mit Kochenillefarbe roth

gefärbt. Die Bereitungsart der rothen Farbe siehe unten.

8) Leipziger Pumpernickel.

Man nehme 500 Grm. indischen Syrup, lasse ihn aufkochen und dann bis zu

der Fingerwärme erkalten. Arbeite darnach 625 Grm. schwarzes Weizenmehl

darunter und lasse es einige Stunden liegen. 12-1/2 Grm. feingeriebene

Pottasche, 16-2/3 Grm. Nelken, 33-1/3 Grm. Zimmt, beides gestoßen, 200

Grm. ganz grobgeschnittene Mandeln und 2 ganze Eier werden mit dem Teige

ordentlich durchgearbeitet. Nun formire 7 Centim. breite Streifen, welche

so lang sind, als das Backblech und backe es bei rascher Hitze. Sobald

das Backwerk aus dem Ofen kommt, bestreiche man die einzelnen Streifen

mit durchgeschlagenem Eigelb und schneide noch warm die Streifen in

fingerstarke Stückchen. Das Messer hierzu muß schwach und scharf sein.

9) Eine andere Art leichtes Konfekt.

Hierzu gehören Holzformen in verschiedenen Mustern, welche mit hübschen

Verzierungen gestochen und nicht zu groß sind.

Man nimmt 1 Kilogrm. Zucker, schüttet 1/4 Liter Wasser darauf, und läßt

dieses so lange stehen, bis der Zucker sich gänzlich aufgelöst hat, macht

dann mit diesem und 1-1/8 Kilogrm. feinen Weizenmehl einen Teig. Rolle

diesen wie eine Federspule stark aus und schneide ihn in Stücke, welche

man in die hölzernen Formen drückt. Man nimmt nun gut gereinigte

Backbleche, erwärmt diese und streicht sie dann ganz schwach mit gelbem

Wachs. Nachdem die Bleche wieder kalt geworden, legt man die einzelnen

Stücke darauf, doch nicht zu dicht. Laß dieses Backwerk nun so lange

stehen, bis die obere Seite ganz abgetrocknet und bringe es dann in die

schwach geheizte Backröhre und laß es langsam backen, so muß Backwerk

noch einmal so stark werden, ohne seine Oberfläche zu verändern. Der

Boden muß hellgelb aussehen und die Oberfläche weiß bleiben. Nach dem

Backen werden die einzelnen Stücke mit Kochenillefarbe, in welcher etwas

§Gummi arabicum§ aufgelöst ist, verziert.

10) Recept zu den feinen Makronenkuchen.

Man nimmt 1-1/4 Kilogrm. süße Mandeln, 250 Grm. bittere Mandeln. Die

Mandeln werden durch fleißiges Absieben und Auslesen von allem Staub und

Unreinigkeiten befreit, dann mit sammt den Schalen in einem geräumigen

Mörser mit 1-3/4 Kilogrm Meliszucker, den man zuvor fein gestoßen und

durch ein Haarsieb geschlagen haben muß, so lange gestoßen, bis die

Mandeln so klar geworden sind, daß die größten Stückchen nicht stärker

sind als die gewöhnliche Gerstengrütze. Man darf nie die Mandeln allein

stoßen, sondern stets mit klarem Zucker vermengt, und es nimmt der Zucker

hierbei die Oeltheile auf, welche aus den Mandeln während des Stoßens

austreten. Die mit Zucker gestoßenen Mandeln nimmt man von Zeit zu Zeit

aus dem Mörser und schlägt solche durch ein Drahtsieb, dessen Maschen

aber nicht zu enge sein dürfen, sondern so weit sein müssen, daß

Mandelstückchen von der Größe der gewöhnlichen Gerstengrütze durchfallen

können.

Die aus zerstoßenen Mandeln und Zucker bestehende Masse wird mit dem

Weißen von 10 frischen Hühner-Eiern und dem Weißen und Gelben von 20

Eiern zusammengearbeitet -- dann mengt man darunter 100 Grm. feinsten

Ceilonschen Zimmt, klar gestoßen, 83-1/3 Grm. Citronat, 66-2/3 Grm.

kandirte Pomeranzenschalen, zu kleinen Würfeln geschnitten, das von 2

Stück Citronen abgeriebene Gelbe, 33-1/3 Grm. Puder aus Weizenstärke,

4-1/6 Grm. kohlensaures Ammonium, und nun wird alles zu einer Masse

zusammengearbeitet, in welcher sämmtliche Sachen möglichst gleichmäßig

vertheilt sein müssen. Von dieser Masse werden kleine Kuchen von 6

Millim. Dicke in beliebiger Größe auf Backoblaten aufgestrichen und in

einem kühlen Ofen ausgebacken.

Die gebackenen Makronenkuchen werden dann glasirt und auf die noch

feuchte Glasur streut man buntfarbigen Streuzucker umher, welcher daran

haften bleibt -- und dann werden die somit fertigen Makronenkuchen an

einen warmen Ort so lange gestellt, bis die Glasur vollkommen trocken

geworden ist.

11) Recept zu den Elisenkuchen.

500 Grm. Mandeln, welche abgebrüht und geschält sind, werden mit Rosen-

oder Orangenblüthwasser unter Beifügung von 500 Grm. Baiséezucker im

Reibsteine fein gerührt, dann im Kasserole über Kohlenfeuer abgebrannt.

Auf je 500 Grm. dieser Masse werden dann 7 Eiweiß zugesetzt, nebst 100

Grm. kleinwürflig geschnittenem Citronat und eben soviel abgezogene fein

gehackte Mandeln. Die Masse wird dann auf Oblaten in Kartenform

gestrichen, in ganz schwachem Ofen gebacken und nach dem Backen mit einem

dicklichen Guß von feinem Zucker und Wasser (Wasserguß, Eis) bestrichen.

12) Recept zu den Punschkuchen.

Man nimmt 375 Grm. süße Mandeln, 125 Grm. bittere Mandeln, überbrüht

solche mit kochendem Wasser und zieht dann die Schalen oder Hülsen ab.

Die entschälten Mandeln reibt man mit dem Weißen und Gelben von 375 Grm.

frischen Hühner-Eiern zu einer feinen Masse im Reibstein. Dann reibt man

darunter 8-1/3 Grm. kohlensaures Ammonium und 750 Grm. sehr fein

gestoßenen Raffinadezucker. Wenn die nun erhaltene Masse so lange

gerieben oder umgerührt worden ist, bis solche ein gleichmäßiges Ansehen

angenommen hat, mengt man dazu: 500 Grm. feines Weizenmehl (getrocknet

und gesiebt), 16-2/3 Grm. Zimmt, 4-1/6 Grm. Nelken, beide klar gestoßen,

das Gelbe von 2 Citronen, 33-1/3 Grm. Citronat und 33-1/3 Grm. kandirte

Pomeranzenschalen, in Stückchen von der Größe der Linsen. Von dieser

Masse formt man kleine runde oder viereckige Kuchen von 6 Millim. Dicke,

welche auf Blechen, die mit Wachs bestrichen sind, in einem kühlen Ofen

ausgebacken werden.

Diese Kuchen werden mit Wasserglasur überstrichen.

V. Abtheilung.

Verschiedene gute Recepte.

1) Pomeranzenschalen in Zucker einzumachen.

Man kaufe in einer Handlung trockne Pomeranzenschalen, thue sie in einen

Kessel, schütte Wasser darüber, bringe sie auf Kohlenfeuer und lasse sie

so lange kochen, bis, wenn man eine Schale auf eine Nadel sticht,

dieselbe leicht wieder abfällt. Nun schüttet man das Wasser ab, thue die

Schalen in einen irdenen Topf und schütte frisches Wasser darauf, was man

drei Tage lang täglich zweimal thun muß. Dann nimmt man Zucker (gelben

Farin), schüttet Wasser darauf, läßt ihn einmal aufkochen und schüttet

ihn kochend auf die Schalen. Am andern Tage schütte man den Zucker wieder

ab, und nachdem man ihn aufgekocht, schütte man ihn wieder auf. Den

dritten Tag schüttet man den Zucker wieder ab, kocht ihn so lange, bis

man, wenn man eine Fingerkuppe hineintaucht und rasch wieder herausnimmt,

dann mit Anwendung noch eines Fingers einen Faden von dem

hängengebliebenen Zucker bilden kann, welcher nicht abreißt. Nun schütte

man den Zucker wieder über die Schalen und hebe sie zum Gebrauch auf.

2) Marcipan zum Belegen der feinen Gewürzkuchen.

2 Kilogrm. Mandeln schütte in kochendes Wasser; nachdem sie eine Weile

gestanden, lasse das Wasser ablaufen und schütte kaltes Wasser darüber

und enthäute so die Mandeln. Dann nehme man die Mandeln in einen

Reibstein und reibe sie unter Zusetzung von etwas Wasser in kleinen

Portionen nach und nach ganz fein. Unter diese arbeite 2 Kilogrm.

feingestoßenen Meliszucker und 3 Kilogrm. Mehl. Rolle die Masse

messerrückenstark aus und drücke mittelst Formen von Blech Sternchen,

Herzchen, runde Scheibchen etc. aus. Lege diese auf Papier und backe sie

bei gelinder Hitze hellgelb.

Dann mache von ganz feingestoßenem, durch ein seidenes Sieb gesiebtem

Meliszucker und Rosenwasser eine Wasserglasur, welche man zum Theil mit

der Kochenillefarbe roth färbt, und glasire damit das gebackene Konfekt,

jedes halb weiß, halb roth. Nur nachdem die Glasur ordentlich

ausgetrocknet, belege man damit die feinen Gewürz- und Honigkuchen.

3) Kochenillefarbe.

Man nehme 16-2/3 Grm. Kochenille, welche gestoßen wird, setze diese mit

1/2 Liter Wasser auf Kohlenfeuer und lasse es ordentlich aufkochen; dann

schütte man 16-2/3 Grm. gereinigte Pottasche (§Sal tartari§), 16-2/3 Grm.

gebrannten Alaun und 33-1/3 Grm. §Cremor tartari§ hinein, lasse es noch

einmal aufkochen, wobei man aber sehr vorsichtig sein muß, da es bei

Zusetzung der Säuren leicht überläuft. Sodann schütte die Farbe durch ein

Leinwandstück, und die Farbe ist zum Gebrauche fertig.

Da diese Farbe durch längeres Stehen leicht in violette Farbe umschlägt,

so nimmt man, um dieses zu vermeiden, sie nochmals auf das Feuer, thut

125 Grm. gestoßenen Raffinadezucker hinzu und läßt es einige Male

aufwallen; dann schütte man die Farbe in eine wohlverkorkte Flasche, so

hält sie sich sehr lange.

4) Gelbe Farbe von Safran.

Man nimmt ganzen Safran, überschüttet ihn in einem irdenen Topfe mit

etwas Spiritus und läßt es in der Wärme ziehen, so ist die Farbe fertig.

Soll diese zum Malen angewendet werden, so löse man in der Wärme etwas

gestoßenen §Gummi arabicum§ darin auf. Wenn der Aufguß mit dem Saffran

verbraucht ist, so darf man nur wieder Spiritus aufschütten und in der

Wärme ziehen lassen, so kann man ihn noch mehre Male gebrauchen.

5) Aufgelaufenes Konfekt.

66-2/3 Grm. weiße Mandeln werden, mit 5 Eiweiß fein gerieben, dann 66-2/3

Grm. Staubzucker untergewirkt, mit Zucker ausgerollt und beliebige Muster

ausgestochen, welche entweder auf Papier oder Wachsbleche gesetzt und so

gebacken werden.

6) Schaumkonfekt.

Von folgender Schaummasse: 1-1/2 Kilogrm. feiner Zucker wird geläutert

und zum Flug gekocht, unterdessen werden 15 oder 3/4 Liter Eiweiß zu

steifem Schnee geschlagen; ist nun beides fertig, so wird der fertige

Zucker heiß unter den Schnee langsam eingeschlagen, die Masse wird nun

ruhig kalt gerührt, und nachdem kommt Farbe und Geschmack beliebig hinzu;

wünscht man die Masse etwas leichter, so kann man auch, statt 15, 18

Eiweiß nehmen und werden auf Wachsbleche theils ovale, theils runde

Ringchen tressirt. Hier wird es gut sein, von jeder Sorte ein Blech zu

fertigen, da es sonst vorkommen könnte, daß beim Abschütteln des

Streuzuckers auf 1 Stück zweierlei Farben kämen. Man bestreut nun ein

Blech Ringe, nachdem dieselben vorher mit kleinen Röschen oder sonstigen

Verzierungen bemalt wurden, mit weißem fein gestoßenen Kandis, von

welchem der Staub abgesiebt wurde; was man alsdann Grillage nennt.

Ein anderes Blech bestreut man mit dem nämlichen Zucker, der roth

gefärbt, und so arbeitet man die andere Schaummasse vollends auf, damit

alle Farben erzielt werden. Zu braunen Ringchen verwendet man Zimmt und

auch gestoßene Chokolade. Sind alle Bleche nun in den verschiedenen

Farben vollendet, so muß, wenn der Ofen nicht so eingerichtet, daß die

Bleche unter denselben gebracht werden können, jedes einzelne Bleche auf

ein starkes Brett so lange in den Trockenkasten gestellt werden, bis die

Ringe obenauf ziemlich hart geworden sind. In einen mäßig heißen Ofen

gebracht, werden dieselben langsam um die Hälfte ihrer Dicke in die Höhe

steigen.

Es ist jedoch darauf Obacht zu geben, daß dieselben vollständig auf dem

Brette aufliegen, da sonst ein ungleichmäßiges Aufgehen entsteht. Die zum

Bemalen der Ringe angewendeten Farben müssen mit etwas Läuterzucker

versetzt werden, damit sie beim Bemalen nicht fließen. Auch hier muß beim

Backen große Vorsicht angewendet werden, indem zu starke Hitze den Farben

durch das Braunwerden ihre Schönheit rauben möchte.

7) Herzteig.

10 Kilogrm. weißen Farin mit 4-1/2 Liter Milch, worunter 1/4 Eigelb und

Wasser sein muß, auf dem Feuer zergehen lassen; wenn er zergangen, durch

ein Sieb gießen, etwas Anis dazu und 17 Kilogrm. Mehl. Auf 18 Kilogrm.

kommen 40 bis 50 Grm. Konditoreisalz. Die Masse ist sehr ergiebig und

wird sehr hoch.

8) Honig zu reinigen.

12-1/2 Kilogrm. Honig werden mit der Hälfte Wasser verdünnt und mit einem

durch Quirlen von 3 Bogen weißem Fließpapier mit Wasser erhaltenen Brei

bei gelindem Feuer so lange gekocht, bis das Papier in feine Fasern

zergangen. Man läßt dieses erkalten und bringt das Ganze auf einen

wollenen Filtrirspitzbeutel, welcher vorerst angefeuchtet sein muß. Der

Honig läuft ab, und nachdem der rückständige Papierbrei ausgesüßt worden,

dampft man die Flüssigkeit im Dampfbade zur erforderlichen Konsistenz

ein. Gestehen muß ich, daß ich nach gemachter Prüfung genügende Resultate

erlangte und daß der Honig allen Anforderungen entsprach.

9) Mandelmasse zu feinen Figuren.

2-1/2 Kilogrm. weiß abgezogene Mandeln werden mit Wasser im Reibstein

feingerieben, nachdem wird 3 Kilogrm. Zucker dazu gewogen und in einem

sogenannten Wurfkessel auf schwachem Kohlenfeuer abgeröstet, das heißt es

wird so lange fort umgerührt, bis die Masse so fest ist, daß man mit dem

Finger solche berühren darf, ohne daß sich etwas anhängt. Ist die Masse

so weit, so wird sie vom Feuer genommen, ordentlich zusammengeschabt, und

der Kessel mit der Masse so geschwungen, daß letztere einen glatten,

runden, länglichen Stollen bildet. So kann man die Masse abgeröstet

aufbewahren. Sollen nun Figuren daraus gefertigt werden, so wird zu

dieser abgerösteten Masse 2-1/2 Kilogrm. Mehl gewirkt. Sollte solche zu

fest sein, so kann etwas Wasser zugenommen werden. So hergerichtet,

können nun beliebige Figuren ausgedrückt werden, die jedoch, bevor man

sie bäckt, getrocknet werden müssen.

10) Ueber Glasuren.

Der Pfefferkuchenbäcker und Lebküchler · 第 4 / 5 段