welche aus einem Teige von Roggenmehl und Honig, dem man beim Brechen

etwas Syrup, Piment und Anis zusetzt, gebacken werden. Nach dem Rollen

giebt man den Kuchen mit einer Form in der Mitte eine vierseitige

Vertiefung und legt Mandeln und trockene Pomeranzenschalen darauf. Wenn

die Kuchen nach dem Backen erkaltet sind, bestreicht man sie mittelst

eines Strohwisches mit Wasser, schiebt sie noch einige Minuten in den

Ofen und giebt ihnen dadurch eine braune und glänzende Farbe.

13) Thorner Pfefferkuchen

sind aus besserem Teige als die Bremer, erhalten gleichfalls Citronat und

Mandeln und auf dieselbe Art Glanz, oder mit Erbsenmehl eine gelbliche

Farbe. Diese Art Pfefferkuchen ist vorzüglich berühmt und soll ihre Güte

dem langen Liegen des Teiges verdanken. 1 Kilogrm. Honig, 1 Kilogrm.

Farinzucker, zusammen eingekocht, bis er Blasen wirft, 1 Kilogrm.

Mandeln, 33-1/3 Grm. Pottasche, Pfeffer, Zimmt, Nelken, Kardamomen,

Muskatnüsse und Mehl sind die Bestandtheile des Teiges. Nach 24 Stunden

wird der Teig gebacken.

14) Berliner Honigkuchen.

Man nimmt dazu 1-1/2 Kilogrm. Mehl, 1 Kilogrm. Zucker, 3/4 Liter Honig,

625 Grm. Mandeln, 1/2 Glas Branntwein, 33-1/3 Grm. Muskatnüsse, Nelken,

Koriander, Zimmt, ferner 125 Grm. Citronat und Pomeranzenschalen.

15) Französische Honigkuchen.

Man nimmt dazu 1 Kilogrm. Honig, 500 Grm. Zucker und 750 Grm. Mandeln;

oder 500 Grm. Honig, 250 Grm. Zucker und 250 Grm. Mandeln; oder 500 Grm.

Honig, 1 Kilogrm. Zucker und 750 Grm. Mandeln, 125-375 Grm.

Pomeranzenschalen, 125-250 Grm. Citronat, etwa 33-1/3 Grm. Koriander,

33-1/3 Grm. Nelken, 33-1/3 Grm. Zimmt, 33-1/3 Grm. Pottasche, etwas

Branntwein, 1/2-1 Kilogrm. Mehl. Nach 8 Stunden wird der Teig gebacken,

zuletzt mit Zucker glasirt und getrocknet.

16) Berliner Lebkuchen.

Man nimmt dazu 500 Grm. Honig, 500 Grm. Zucker, 1 Kilogrm. Mehl, und

bereitet daraus einen Teig, den man einen Tag lang stehen läßt, alsdann

werden einige Eier, 16-2/3 Grm. Zimmt, 16-2/3 Grm. Nelken, 8-1/3 Grm.

Kardamomen, das Gelbe einer Citrone, etwas Citronat und

Pomeranzenschalen, 250 Grm. geschnittene Mandeln, 20-5/6 Grm. Pottasche

oder 2-1/2 Grm. kohlensaures Ammoniak (in Wasser aufgelöst)

hineingearbeitet, worauf der Teig rasch gebacken wird, und wenn die

Lebkuchen aus dem Ofen kommen, werden sie mit bis zum Fadenziehen

gekochtem Zucker bestrichen.

17) Englisches §Ginger-bread§ nach Colquhoun.

Der Teig dazu enthält soviel Syrup, daß er durch Hefe nicht in Gährung

versetzt werden kann. In England nimmt man dazu Mehl, Syrup, Butter,

Pottasche und Alaun. Zuerst wird die Butter geschmolzen, und die

Pottasche, sowie der Alaun, in ein wenig heißem Wasser aufgelöst, worauf

dann diese drei Theile, nebst dem Syrup, mit dem Mehle gemengt und zu

einem steifen Teige geknetet werden. Der Alaun wird hierbei von Vielen

für ganz unwesentlich angesehen; er trägt aber gewiß nicht allein dazu

bei, den Kuchen spröder zu machen, sondern entwickelt durch die

Einwirkung auf die Pottasche einen Theil der zum Aufgehen des Teiges

nöthigen Kohlensäure. Der Teig zum Ginger-bread muß übrigens mehrere,

zuweilen 8-10 Tage stehen, bevor er den zum Backen nöthigen Grad von

Porosität annimmt. Jedenfalls scheint sich die Kohlensäure nur aus der

Pottasche, durch Einwirkung des Alauns sowohl, wie des Syrups, der immer

von etwas saurer Beschaffenheit ist, zu entwickeln; denn läßt man die

Pottasche aus dem Teige weg, so wird der Kuchen so hart und dicht, wie

ein Stück Holz. Statt der Pottasche kann man auch kohlensaures Natron und

kohlensaure Bittererde nehmen. Nach =Colquhoun's= Versuchen geben

kohlensaure Bittererde und Weinsteinsäure ein viel besser schmeckendes

und viel gesünderes §Ginger-bread§, als das gewöhnliche, welches noch

eine ziemliche Menge unzersetzter Pottasche enthält. Er empfiehlt 500

Grm. Mehl, 8-1/3 Grm. §Magnesia alba§, 4-1/6 Grm. Weinsteinsäure, nebst

dem nöthigen Syrup und Gewürz. Das Mehl wird nach diesem Verfahren zuerst

mit der Magnesia gemischt und nun die geschmolzene Butter, der Syrup und

die in ein wenig Wasser gelöste Säure hinzugegeben und alles gehörig

durchgeknetet. Schon nach Verlauf von 1/2 oder 1 ganzen Stunde ist der

Teig zum Backen fertig, wo er dann baldigst in den Ofen eingeschoben

wird. Jedenfalls darf er vor dem Backen nicht über 2-3 Stunden stehen.

Die Ingredienzien sind nach =Colquhoun= folgende:

Mehl 500 Grm.

Syrup 250 "

Puderzucker 125 "

Butter 66-2/3 "

§Magnesia alba§ 8-1/3 "

Weinsteinsäure 4-1/6 "

Ingwer 4-1/6 "

Feiner Zimmt 4-1/6 "

Muskatnuß 33-1/3 "

Die Menge von Butter ist in diesem Recepte etwas größer, als sie sonst

genommen wird.

18) Pfeffernüßchen zum Spielen.

Da in einer Pfefferkuchenbäckerei Scheiben, welche beschädigt werden,

vorkommen und auch wohl einmal ein Backen theilweise mißlingt, so findet

dieses hier seine Verwendung.

Man weiche die mißrathenen Scheiben mit so wenig, als möglich, Wasser auf

und arbeite sie, wenn sie gehörig durchweicht sind, mit Mehl zu einem

etwas festen Teig, nehme wieder frischen Trieb, wobei man nach Verhältniß

des Gewichts ein Dritttheil mehr nimmt, als zu dem gewöhnlichen Teige,

backe dann eine Probe, und wenn diese geräth, arbeite man noch auf je 5

Kilogramm Teig 250 Grm. gestoßenen Anis unter. Diesen Teig rollt man in

federspulenstarken Streifen auf und schneide diese in kleine Stückchen

von 6 Millim. Länge; nehme dann eine Partie in ein feines Drahtsieb,

streue Mehl dazwischen und lasse sie in diesem herumrollen, bis sie rund

werden; bestreue dann Bleche, welche möglichst hohe Ränder haben, mit

Mehl, welches schwarzes Weizenmehl sein kann, und schütte dann die

Nüßchen aus dem Siebe darauf; es muß aber immer Mehl dazwischen gestreuet

werden, um das Zusammenkleben zu vermeiden. In dieser Weise wird das

ganze Blech vollgemacht. Sie werden ganz langsam gebacken und nach dem

Backen werden die etwa doch zusammengeklebten auseinander gemacht. Dann

wird das Mehl rein abgesiebt, und die Nüßchen sind zum Verkauf fertig.

19) Andere Art Pfeffernüsse.

Macht man aus einem Teige von 2-1/2 Kilogrm. Syrup und 3-1/2 Kilogrm.

Mehl, dem man nach 8-14 Tagen 66-2/3 Grm. Pottasche nebst Gewürze

zusetzt, oder auch aus 8 Eiern, 1 Kilogrm. Zucker, 1 Kilogrm. Mehl und

Gewürz.

II. Abtheilung.

Anfertigung der feinen Gewürzkuchen.

1) Ganz feiner Gewürzkuchen.

Man nehme halb Honigteig, halb Zuckerteig erster Sorte, arbeite erst jede

Sorte mit dem nöthigen Triebe, wie oben angegeben. Nur wenn beide Teige

gute Probe gegeben, arbeite man sie zusammen unter Beimischung folgender

Gewürze: Auf je 5 Kilogrm. Teig nehme man 1 Kilogrm. Mandeln, welche in

kleine Stückchen gehackt, zuvor aber gut ausgelesen sind, 375 Grm.

kleinwürflig geschnittenen Citronat, 500 Grm. Pomeranzenschalen, welche

in Zucker zuvor eingesotten und ebenfalls kleinwürflig geschnitten, 50

Grm. gestoßene Nelken, 166-2/3 Grm. Kassia und 8-1/3 Grm. Kardamomen. Am

leichtesten arbeiten sich die Gewürze unter, wenn sie zuvor mit Wasser

angefeuchtet sind.

Dieser Teig darf ja nicht fest gearbeitet werden. Nachher wird er in

runden Scheiben von beliebiger Größe ausgearbeitet und langsam gebacken.

Nach dem Backen wird er mit der weißen Glasur glasirt und mit aufgelegtem

roth- und weißglasirtem Marcipan verziert. Die Anfertigung dieses

Marcipans ist weiter unten beschrieben.

2) Feiner Gewürzkuchen.

Man nehme vom Honigteige 2 Theile, von dem Zuckerteige 1 Theil, bearbeite

ihn, wie vorstehend beschrieben, nur nimmt man an Gewürzen wie folgt: Auf

je 5 Kilogrm. dieses Teiges 750 Grm. kleingehackte Mandeln, welche zuvor

wohl ausgelesen sind, 250 Grm. würflig geschnittenen Citronat und 250

Grm. in Zucker eingesottene Pomeranzenschalen, ebenfalls kleinwürflig

geschnitten, 33-1/3 Grm. gestoßene Nelken und 133-1/3 Grm. Kassia

gestoßen. Die übrige Bearbeitung, Backen und Verzieren, wie bei Nr. 1

beschrieben.

3) Mittlere Sorte Gewürzkuchen.

Man nehme 2 Theile Honigteig, 1 Theil Zuckerteig, bearbeite ihn wie

gewöhnlich und setze dann an Gewürzen 500 Grm. kleingehackte rohe

Mandeln, 33-1/3 Grm. Nelken und 133-1/3 Grm. Kassia zu. Die übrige

Bearbeitung wie bei Nr. 1.

Von dieser Sorte werden auch kleine länglich-viereckige Scheiben

gefertigt, welche weißglasirt und in Packeten zu 25 und 50 Pf. verkauft

werden. In den 25-Pfennig-Packeten sind 5 Scheiben von je 16-2/3 Grm.

schwer.

4) Weiße Nürnberger Lebkuchen (12 Stück).

1-1/2 Kilogrm. Mandeln werden mit kochendem Wasser überbrüht, die Haut

abgeschält, klein geschnitten und auf einem Blech erhitzt (geröstet), bis

sie gelblich sind. Unterdessen öffnet man 30 Eier, trennt das Weiße

sorgfältig von dem Gelben, schlägt ersteres zu Schaum (es darf nichts

Gelbes unter demselben bleiben, indem sonst kein rechter Schaum

entsteht), rührt unterdessen auch das Gelbe mit 1-1/2 Kilogrm.

gestoßenem, getrocknetem Zucker 1/2 Stunde mit 133-1/3 Grm. geschnittenen

Pomeranzenschalen, 133-1/3 Grm. Citronat, 16-2/3 Grm. Zimmt, 4-1/6 Grm.

Kardamomen und 1-2/3 Grm. Nelken, mischt es zu dem Schaume, setzt die

Mandeln zu, nebst 1-1/2 Kilogramm getrocknetem Mehle, streicht die

Mischung auf Oblaten und läßt sie bei gelindem Feuer langsam backen.

5) Weiße Lebkuchen.

500 Grm. Zucker mit 1/8 Liter Wasser oder Milch gekocht, 625 Grm. Mehl

darunter gerührt, nach einigen Stunden 16-2/3 Grm. Zimmt, 8-1/3 Grm.

Nelken, 8-1/3 Grm. Kardamomen, 4 Eidotter, 8-1/3 Grm. Pottasche (diese

wird stets in Wasser gelöst angewandt) oder 1-2/3 Grm. kohlensaures

Ammoniak.

6) Feine Tafel-Gewürznüßchen.

Man nehme 1 Theil Honigteig und 1 Theil Zuckerteig, bearbeite ihn wie

gewöhnlich, und breche, nachdem die Probe genommen, 1-1/2 Kilogrm. rohe,

kleingehackte Mandeln, 375 Grm. Citronat, 500 Grm. Pomeranzenschalen,

166-2/3 Grm. Zimmt, 50 Grm. Nelken und 16-2/3 Grm. gestoßene Kardamomen

auf je 5 Kilogrm. Teig unter.

Von diesem Teige rolle man fingerstarke Streifen und schneide 1 Centim.

lange Stückchen davon, welche man in einem feinen Drahtsiebe mit etwas

Mehl rund rollt. Nun setze man diese Stückchen auf ein mit Butter schwach

gestrichenes Blech, doch nur 3/4 Theile des Bleches voll. Dann nimmt man

ein Rollholz und rollt so lange bis das Blech ganz voll ist. Backe sie

bei langsamer Hitze und glasire sie mit weißer Glasur.

7) Weiße Nürnberger Pfeffernüßchen.

Diese weißen Pfeffernüßchen, welche auch Leckerle und Plätzle genannt

werden, werden von Nürnberg aus weit versendet und sind ein allgemein

beliebtes Gebäck, welches sich auch besonders zum Dessert bei Punsch und

Wein eignet.

Man nimmt hierzu: 20 ganze Eier, 2 Kilogrm. feingestoßenen und

feingesiebten Meliszucker und schlägt beides ziemlich dick wie Bisquit;

hierauf fügt man 25 Grm. feingeriebenes Hirschhornsalz (§Ammonium

bicarbonicum§), 50 Grm. Zimmt, 16-2/3 Grm. Nelken, 8-1/3 Grm.

Zimmtblüthe, 5 Grm. Kardamomen, 5 Grm. Macisnüsse und eben so viel

Macisblüthe und Ingwer, auch das Gelbe von 2 Citronen zu und mischt all

dieses, welches selbstverständlich fein zubereitet sein muß, mit 2-1/4

Kilogrm. feinstem Weizenmehle darunter.

Von dieser Masse nimmt man Stücken zu 250-500 Grm. schwer und breitet

solche mit einem runden Holz von etwa 4 bis 7 Centim. Durchmesser und an

beiden Seiten vorstehenden Handhaben, dem sogenannten »Längholz«, so weit

aus, daß die ausgeflächte Tafel oder der Küchner 3 Millim. dick wird; nun

sticht man kleine runde Kuchen oder Plätzle hiervon aus, welche Arbeit

man das »Ausstechen« nennt; man benutzt hierzu ein kleines Instrument,

welches vom Klempner verfertigt und der »Ausstecher« genannt wird. Es ist

dies ein runder hohler Cylinder, an beiden Enden offen und 7 bis 9

Centim. lang, die Oeffnung an dem einen Ende ist 18 Millim. im

Durchmesser, und die am andern Ende 2 Centim. weit. Die engere Oeffnung

wird scharfkantig gefeilt, und die weitere bekommt durch Umniethen des

Bleches einen Kranz oder Kragen in abgerundeter Form. Den Ausstecher

nimmt man der Art in die Hand, daß das abgerundete weitere Ende in der

Fläche der Hand steht, und so sticht man 3, 4, 5 bis 6 kleine runde

Kuchen oder Plätzle nach einander aus, welche man dann durch einen

sanften Stoß mit dem weitern Ende des Ausstechers auf den Tisch oder die

Arbeitstafel auf diese ausschüttet; man bekommt somit kleine runde Kuchen

oder Plätzle von 18 Millim. Durchmesser und 3 Millim. Dicke. Behufs des

Auslängens der Masse streut man dabei Weizenmehl unter, um das Ankleben

zu hindern, welches Mehl jedoch vor dem Ausstechen von den beiden Seiten

der ausgelängten Tafel oder großen Kuchens mit dem Borstbesen durch

Abkehren möglichst wieder entfernt werden muß. Die nach dem Ausstechen

von jedem einzelnen Kuchen übrig bleibende zerstückte Masse wird zu dem

demnächst auszulängenden Kuchen untergearbeitet.

Die ausgestochenen Kuchen oder Plätzle werden auf Bleche aufgesetzt,

welche man mit Wachs bestrichen hat; hierzu werden die Bleche etwas

erwärmt, dann mit einem Stück Wachs überfahren, und die nun entstandenen

Wachsstreifen werden mit einem mit Leder überzogenen Polster gleichmäßig

auf der Fläche des Bleches ausgebreitet. Auf die mit Wachs bestrichenen

und wieder erkalteten Bleche werden die ausgestoßenen Plätzle aufgesetzt,

wobei man hauptsächlich zu beobachten hat, daß jedes einzelne Plätzle auf

den Blechen mindestens 12 Millim. von dem zunächst liegenden entfernt

aufgesetzt wird, dies zwar deshalb, weil die Plätzle während des Backens

bedeutend fließen, d. h. in Umfang viel größer werden, so daß sie nach

dem Backen meistens reichlich 2 Centim. Durchmesser des Bodens haben, und

durch das Aufsetzen in 1 Centim. Entfernung von einander verhindert man

das Zusammenfließen.

Die auf dem Bleche aufgesetzten Plätzle stellt man 1 bis 2 Stunden an

einem warmen, doch nicht zu warmen Ort, so lange zwar, bis sie eine

schwache Kruste auf der Oberfläche bekommen haben. In diesem Zustande

dürfen aber die Plätzle noch nicht behufs des Backens in den Ofen

gebracht werden, sondern man muß zuvor noch eine anderweite Arbeit mit

ihnen vornehmen, welche man das »Spritzen« nennt. Dieses Spritzen

verrichtet man auf folgende Weise:

Man benutzt hierzu eine langborstige Bürste, die Streichbürste genannt,

wie solche von den Bäckern zum Bestreichen des Brodes mit Wasser

angewendet wird. Diese Bürste taucht man in kaltes Wasser, giebt dann

einen Schwung mit der Hand, um hierdurch das zu viele Wasser zu

entfernen, und nun hält man mit der einen Hand die mit Wasser befeuchtete

Bürste oberhalb der mit den Plätzchen besetzten Bleche und fährt mit der

andern Hand über die Fläche der Borsten, wodurch man zu bewirken sucht,

das kleine Wassertropfen möglichst gleichmäßig auf der Oberfläche

sämmtlicher Plätzle vertheilt werden. Dieses Spritzen hat zum Zweck, daß

die Pfeffernüßchen während des Backens feine Rißchen bekommen und somit

ein gefälliges, den Makronen ähnliches Ansehen erhalten; würde man das

Spritzen unterlassen, oder gelangen auf einzelne Plätzle keine

Wassertropfen, so bekommen die Pfeffernüsse ein unliebes Ansehen. Zu viel

und zu wenig taugt bei dem Spritzen nichts, und der goldne Mittelweg ist

hierbei, wie in allen Sachen, der beste.

Die bespritzten Plätzle kommen nun sofort und ohne Verzug behufs des

Backens in den Backofen oder in die Backröhre. Die Hitze des Ofens darf

nicht zu grell, aber auch nicht zu gering sein, und es vertragen die

Plätzle einen etwas heißen Ofen nicht allein, sondern werden auch von

Ansehen schöner als in einem zu kühlen Ofen, worüber am besten die

Erfahrung bald belehrt.

8) Eine noch feinere Sorte Pfeffernüßchen.

Man nimmt hierzu dieselbe Masse, wie vorstehend beschrieben, und

behandelt dieselbe auch ebenso, fügt aber noch zu: 125 Grm. Citronat,

83-1/3 Grm. Orangeat, 125 Grm. süße Mandeln, was alles fein gehackt wird.

Die Mandeln kann man auch abbrühen, enthäuten, dann trocknen und stoßen

und hochgelb rösten, wodurch sie einen noch schöneren aromatischen

Geschmack bekommen.

Auch kann man etwas Muskatnuß, Perubalsam und Vanille zusetzen, und es

bekommen diese Plätzchen dann einen so angenehmen Geschmack, daß sie

manchem viel kostspieligeren Backwerke vorzuziehen sind.

9) Eine wohlfeilere Sorte der weißen Pfeffernüsse

erhält man nach folgender Vorschrift: Man nimmt 666-2/3 Grm. frische

nicht abgerahmte Milch, erwärmt diese und löst darin auf: 2 Kilogrm.

feingestoßenen Meliszucker, dann mengt man unter: 2-1/2 Kilogrm. feines

Weizenmehl, welches getrocknet und durch ein feines Sieb geschlagen

worden ist, dann mengt man unter: klar gestoßenes oder gemahlenes Gewürz,

so viel man will und nach den Verkaufspreisen für angemessen hält. Wenn

die anfänglich warme Masse ziemlich abgekühlt ist, mengt man darunter: 29

Grm. kohlensaures Ammonium, welches man mit dem Weißen und Gelben von 10

Stück Hühnereiern gut zusammengerührt hat. Die Masse wird nun durch

wiederholtes Auslängen und Zusammenschlagen so lange gemengt, bis das

Ammonium möglichst gleichmäßig in der ganzen Masse vertheilt ist, was man

daran erkennen kann, wenn die Masse keine Streifen mehr zeigt, vielmehr

ein ganz gleichförmiges Ansehen zeigt, wobei man Weizenmehl unterstreut,

um das Ankleben zu verhüten. Behufs des Unterstreuens von Weizenmehl

behält man von diesem von der vorgeschriebenen Quantität etwa 500 Grm.

zurück und verwendet dieses zum Unterstreuen, weil außerdem zu viel und

mehr, als gehörig, Mehl in die Masse kommen würde.

Die übrige Behandlung mit Ausstechen, Trocknen, Spritzen und Backen ist

ganz dieselbe, wie bei der feinen Sorte.

III. Abtheilung.

Anfertigung der verschiedenen Sorten von Lebkuchen.

1) Baseler Mandelkuchen.

Zu den Baseler Mandelkuchen nimmt man auf 2 Kilogrm. guten Honig noch

einmal so viel hellen Farin- oder Rohzucker und mengt beides recht innig

durcheinander. Hierauf werden 15 ganze Eier gut schaumig geschlagen und

dem Honig zugesetzt. Ist der Eierschaum gut untergerührt, dann setzt man

noch 66-2/3 Grm. kohlensaures Ammonium, 166-2/3 Grm. Zimmt, 50 Grm.

Nelken, 33-1/3 Grm. Zimmtblüthen, 16-2/3 Grm. Kardamomen und je 8-1/3

Grm. Macisblüthe und Macisnüsse, auch das abgeriebene Gelbe von 4

Citronen zu, und mischt endlich 5-1/2 Kilogrm. feinstes Weizenmehl

darunter. Diese Teigmasse nimmt man nun unter die Breche und setzt noch

166-2/3 Grm. kandirte Pomeranzenschalen, 250 Grm. Citronat, welches alles

klein gehackt ist, und 1-1/3 Kilogrm. Mandeln zu, welche der Länge nach

ein- oder zweimal durchschnitten sind.

Die nun in beschriebener Weise hergestellte Teigmasse wird sofort zum

Ausformen der einzelnen Lebkuchen-Tafeln verwendet, und ist es rathsam,

die frische Masse sofort aufzuarbeiten, in keinem Fall aber darf die

Masse über Nacht stehen bleiben.

Um dem Baseler Mandelkuchen die zweckmäßige Dicke zu geben, nimmt man zu

1 Stück Lebkuchen von 8 Centim. Breite und 12 Centim. Länge 66-2/3 Grm.

Mandelkuchenmasse. Die Masse wird behufs des Ausformens mit einem

passenden Instrument, das »Abdrückholz« genannt, zu der gewünschten

Fläche möglichst gleichmäßig dick ausgearbeitet, wobei man, um das

Ankleben zu hindern, Weizenmehl unterstreut. Das hierzu zu verwendende

Mehl, welches man »Arbeitsmehl« benennt, muß zuvor in der Ofenwärme wohl

ausgetrocknet, aber wieder vollkommen kühl geworden sein, denn würde man

feuchtes Mehl anwenden, so bleiben trotz des Abkehrens der ausgeformten

teigigen Lebkuchen Mehltheile daran hängen, und ist das Arbeitsmehl nicht

abgekühlt, so hat man erschwerte Arbeit beim Ausformen. Ein sogenanntes

Welcherholz, wie solche die Bäcker zum Ausbreiten der Kuchen brauchen,

darf man nicht hierzu anwenden, auch nicht das sogenannte runde Längholz,

welches der Lebküchner bei solchen Lebkuchensorten nur benutzt, die keine

Mandeln enthalten. Man erleichtert sich die Arbeit des Abdrückens, wenn

man die einzelnen Tafeln vorerst nur bis zur Hälfte oder 3/4 des Umfanges

ausbreitet, welchen sie wirklich bekommen sollen, und dann legt man 2

Tafeln aufeinander und giebt ihnen durch ferneres Ausbreiten mit dem

Abdrückholz die gewünschte Größe, bei welcher dieselben in die Form

passen. Die eben beschriebene Arbeit des Ausbreitens der einzelnen

Lebkuchen nennt man das Abdrücken. Die abgedrückten Tafeln werden einzeln

Stück um Stück noch in eine hölzerne Form geschlagen, welche Arbeit man

das »Einschlagen« nennt. Man beobachtet dabei folgendes Verfahren:

Jede Tafel wird auf der Fläche, welche in der Form nach unten zu liegen

kommt, vor dem Einlegen in die Form mit dem Borstbesen abgekehrt, und

nach dem Einlegen kehrt man die zweite nun oben liegende Fläche ebenfalls

ab. Dann dehnt man durch Andrücken mit den Fingerspitzen die Masse bis an

den Rand der Form und hierbei schiebt man die an den Rändern liegenden

Mandelstückchen nach innen zu, wodurch die Lebkuchen einen hübschen Rand

bekommen. Nun giebt man einen mäßigen Druck mit dem Ballen der Hand, und

dann nimmt man durch Aufschlagen der Form auf den Tisch den ausgeformten

Lebkuchen heraus und legt Stück um Stück in gerader Reihe und Glied auf

ein Brett. Wenn ein Brett voll gesetzt ist, so überfährt man in runder,

kreisförmiger Armbewegung die Lebkuchen mit dem Borstbesen, um die

während der Arbeit darauf niedergefallenen Mehltheile zu entfernen.

Nach dem Einschlagen stellt man die Bretter mit den Lebkuchen auf einige

Stunden an einen kühlen Ort, in welcher Zeit die Mehltheile, welche durch

das Abkehren nicht sämmtlich entfernt worden sind, von selbst

verschwinden, und hierdurch erlangt die Waare nach dem Backen ein

schöneres Ansehen.

Das Backen geschieht auf Blechen, welche man, um das Anbacken zu hindern,

mit Wachs bestreichen muß, wodurch die Lebkuchen reinlicheren Boden

bekommen, als wenn man Mehl unterstreuen wollte. Es darf auch deshalb

kein Mehl auf die Bleche gestreut werden, weil, selbst wenn man die

gebackenen Lebkuchen auch sorgfältig abkehrt, dann immer noch Mehltheile

in den kleinen Grübchen und Vertiefungen sitzen bleiben, welches Mehl

unreinliches Ansehen giebt, mehr noch aber schadet, weil bei längerem

Lagern der Lebkuchen sehr leicht Milben durch die Mehltheile entstehen.

Die braunen Lebkuchen werden zwar auf untergestreutem Mehl gebacken,

allein diese Sorten werden mit heißem Wasser auf beiden Seiten

bestrichen, wenn sie gebacken sind, und hierdurch alle Mehltheile

entfernt, welches Abstreichen mit heißem Wasser bei den Baseler

Mandelkuchen nicht geschehen darf.

Um die Bleche zweckmäßig mit Wachs zu bestreichen, werden dieselben im

Backofen erwärmt, dann mit einem Stück Wachs überfahren, und das in

Streifen aufgestrichene Wachs wird mit einem ledernen Bolzen gleichförmig

auf der Fläche der Bleche verbreitet. Nun setzt man die Lebkuchen auf die

Bleche und hierbei hat man hauptsächlich zu beobachten, daß jeder

einzelne Lebkuchen von dem nächstliegenden auf allen 4 Enden mindestens

4-1/6 Centim. weit entfernt zu liegen kommt, dieses deshalb, weil die

Lebkuchen während des Backens etwas fließen und hierbei einen größeren

Umfang bekommen, als sie vor dem Backen hatten, und wenn man zu eng an

einander aufsetzen würde, so fließen die Lebkuchen zusammen und bekommen

übel aussehende Ränder.

Das Backen selbst darf nicht in einem zu heißen Ofen vorgenommen werden,

vielmehr muß der Ofen gut verkühlt sein. Vor dem Einbringen der Lebkuchen

in den Ofen muß man stets die Züge des Ofens auf einige Minuten öffnen,

damit aller Dunst aus dem Ofen abziehen kann; wenn Dünste in dem Ofen

bleiben, so bekommen die Lebkuchen eine rissige Oberfläche, was dieser

Waare ein fatales Ansehen giebt.

Die ausgebackenen Lebkuchen werden auf einige Stunden, am besten über

Nacht, an einem ziemlich warmen Ort auf Bretter gestellt, wobei man

beobachten muß, daß die einzelnen Lebkuchen nicht flach auf einander zu

liegen kommen, sondern auf der Längenkante stehen; sie würden sich sonst

durch ihr eigenes Gewicht einigermaßen nachtheilig zusammendrücken. Die

nach dem Backen in besagter Weise noch getrockneten Lebkuchen werden nun

glasirt. Man giebt nämlich den Baseler Lebkuchen einen schwachen Anstrich

auf der obern Fläche mit gesottenem Zucker, welcher, wieder erhärtend,

den Lebkuchen ein gesprenkelt überzuckertes und gefälliges Ansehen giebt;

die betreffende Arbeit nennt man das Glasiren.

2) Baseler Lebkuchen.

Der Pfefferkuchenbäcker und Lebküchler · 第 2 / 5 段