KLAGE DES ERDGERECHTEN

Ich entfuhr den Klüften zerborstener Träume,

beschwert mit dem Erbgut verworfner Gestaltung.

Ich wandle seither, ein weher Verkünder

der tödlichen Grenzen und der Gesetze.

Ich teilte mir Gott in Gewässer und Klippen

süß-bittere Landschaft ließ er sich nieder.

Ich trage den Meßstab erdachter Entscheidung

und spalte das Leben.

Doch sah ich den Pilger,

verschränkt in Geburten und Tode,

den Wanderer wahrhaft um Süße der Wanderschaft willen.

Leicht wiegt ihm das Leben, wie Atem der Schwalben im Sturme,

ist Strom oder Mantel von zehntausend Strömen des Herzens.

Allseitig sein Walten, der Einfalt des Lichtes vergleichbar,

doch selten erglühend, wie leidenschaftlicher Kaktus,

ihm tönen die Hände von Wohllaut und Glanz der Erkenntnis.

Das Antlitz des Weltalls durchschwebt Katakomben des Hauptes.

Es raffen die Sterne das Maß des stürzenden Lichtjahrs

und stocken den Lauf, wo rauschend sein Blick sich entfaltet.

Wir aber durchsausen in zischenden Liften den Abgrund

durch Wahnsinnsetagen und branden in dunkle Bedrängnis.

Und alle Gestirne, darein er kristallen verschmolzen,

der schmerzlose Segler im Windstrahl des Göttlichen, sind uns

längst toter Systeme kaum schwankende fahle Reflexe,

die magisch verbrüdert hintanzen durch Raumlosigkeiten.

Sturz der Verdammten: Gedichte · 第 30 / 37 题