KREISENDE MASKE

Alles ward, nur ich bin übrig geblieben,

ich bin nicht und trage mich selbst durch die Nächte.

Allen gabst Du Verwandlung und Gang durch tönende Reigen,

gabst das umwerbende Wort und sandtest die lösende Träne.

Auf dem Gesimse der Stirn da nistet die Schwalbe des Wunsches,

in der geschlossenen Faust entwirkt sich die Blume der Tat,

gabst ihren Herzen Schwermut, den Lippen sanftes Getöse,

wenn der Geliebte des Nachts tälerwärts wälderwärts zieht.

Aber sie wandeln das Antlitz und tauschen Gestaltung der Hände,

aber sie wirren die Stimm' und wechseln das Mal der Geschlechter,

spannen sich ein in viel schimmernde Zeit,

spinnen der Räume umflatterndes Kleid,

schnappen der Worte beschatteten Bissen

einer dem andern vom Munde hinweg.

Ich aber bin in mir aufgetan

und Gott ist mein dunkles Gezelt,

die Stirne in Klarheit, die Füße im Wahn,

verstört in den Strom seines Atems gestellt.

Was trag ich Bewußtsein der andern und Tod im Gelände des Herzens?

Was ists, das in Falten des Hirnes

mir tosend ersteht und verfällt?

Mein Wort ist ein Auge

aufsaugend Gewässer der Nacht aus dem Raum.

Nichts kann ich mehr sagen,

kahl sproßt mir der Rede verbitterter Baum.

An Antlitzes Larve,

nachschleppender Rest, häng ich ewig mir an,

indessen die andern

in brausendem Wandern

Genüge getan.

Sturz der Verdammten: Gedichte · 第 28 / 37 题