Verwurzelt bin ich in euere Nacht, ihr Frauen,
legendenentsprungen ich, Ritter Roland, ich, Haimonskind meiner
Träume,
Glutbeere war euer Auge, austräufelnd dunkles Opiat der Wehmut,
süß besaitet war euere Stimme, wie leise Regung frühlinghafter
Birken.
Ohne Schwere waret ihr, lächelnde Schreiterinnen über den Wohllaut
der Fluren,
wohl lebtet ihr in erzenen Städten, in Hall und Schall, in
wagenumrasselten Häusern,
ihr waret lichter Saum, grüßende Neigung des Hauptes, Spaziergang
allabendlich durch farbige Ufergelände,
nicht dämpfte der Teppich des Wehs das saphirne Getön euerer Tritte.
Weh mir, wo ist nun, daß ich ihn fasse, akkordischer Sturz des
Gewandes,
wo zärtliche Mulde geöffneten Schoßes, mein Haupt darin zu
vergraben,
wo ist, mein Gott, Atem, der in den Kammern der Brust
sich staut und ausgießt dann über warmen Opal der Sinne?
Ich bin, o Herr, verworfen wie purpurne Flamme im Abgrund,
ich bin, o Herr, versunken wie reisiger Ritter im Strome,
zu nichtiger Asche bin ich zerfallen an der Weißglut Deiner Hände,
verschüttet ist meine Kraft und mein Rest verjährt in trübem Gefäß.
Aber wenn abends großen Getöses rollende Züge in fernen Provinzen
verbrausen,
bau ich mich auf, ihr Frauen, und bin eine Gegend, darinnen ihr
wandelt,
freundlich benachbart wie mündende Flüsse und sanft in den Buchten
ablegt alle Beschwer aus dunklen Häfen des Lebens.