Das wiegende Schreiten des Mädchens auf der Brücke,
das schlicht erhabene, wovor das Herz mir beklommen still steht,
immer fällt es mir ein im Kommen und Gehen der tönenden Cafés,
oder wenn ich sonstwo einsam lehne und nachdenke.
Wer weiß, wo das Mädchen jetzt sein mag (ich habe ihr Gesicht und
ihre Gestalt vergessen,
sicher würde ich sie nicht erkennen, säße sie im Theater neben mir),
aber die süße Demut ihres Dahinwandelns erfüllte mein Herz mit
unsäglicher Trauer,
und mit Sehnsucht nach der törichten Einfalt ihrer gütigen Hände in
meinen Haaren.
Denn ich weiß, daß die Zärtlichkeit ihres Blickes und ihre Stimme
wie dunkles Cello, sanft und verzeihend,
mir entgelten würde den Unverstand der Welt und die Menschen bösen
Willens,
und daß die siebenfache Umschnürung meiner Brust sich löste vor dem
Frieden ihrer Tritte
(ob ich sie gleich nicht kenne und ein Tor bin, diese Worte zu
schreiben).
Denn leicht ist der große Gedanke, die Gebärde oder das Wort,
das losem Pfennig vergleichbar unter dem Volk umherrollt,
doch schwer ist die Demut, und unkundig zu sein des Glücks
der ineinandergeflochtenen Hände.