Auf den Boulevards Deiner Seele wirst Du, o Mensch, einstmals Dir
selbst begegnen,
auf den Boulevards und den Brücken, vergeblich beschritten von viel
unkundigen Füßen.
Dich wirst Du finden, den dunklen Sucher, von allen verlassen,
der seinen Schatten aufsammelt vom Boden, daß er niemand verletze.
Leise wird Dein Tritt sein von Haus zu Haus, alle Tore wirst Du
versperren
und alle Schlüssel schleuderst Du hinter Dich, in die seufzende
Schwärze des nächtlichen Flusses.
Du lässest die Straßen sich rollen wie hitziges Blech, Deine Hand
zerdrückt die grünliche Frucht der Laternen,
sogar den Hunden und Fledermäusen wirst Du mit fahlem Messer und
spitzem Steinwurf begegnen.
Deine Gefährten werden sein die Seellosen, die Bäume und die
Gestirne,
alle Pfade wirst Du hinaustragen in die Wüste und sie im Winde
zerstreuen,
zwischen Deinen Fingern werden die Dimensionen wie spröde Stäbe
zerbrechen
und den Raum, darin Du verkapselt Dich mühtest, reißest Du auf nach
allen Seiten hin, maßlos.
Wohl Dir, Du guter Wälzer der Augen, des Eis nicht zerschmilzt zu
zeitlicher Träne,
den Gott nicht mehr einsam macht, nicht mehr das Weib mit sinnlos
klaffendem Mantel umlauert.
Wohl Dir, Maskenzertrümmerer, Finder eigenen Unheils,
Selbstverneiner:
Das schimmernde Sein hast Du zum Nichtsein gemacht und Dich gelöst
zu düstergroßer Verklärung.
Endlos ist Dir das wehe Gelände des Schmerzes,
darinnen Du schreitest und schwarzes Brot der Versagung issest,
ewig ist Dir das phosphorfarbene Schlafwandlerlächeln,
das nicht zerschellt in den hohlen Grüften der Erde.