Ungefähr um die Mitte des 18. Jahrhunderts löst sich die +deutsche
Zoologie+ von der universellen ab und beginnt ihre eigenen Gestalten
anzunehmen. Auf eine einleitende Periode, die etwa bis Ende des
Jahrhunderts reicht, folgt die Periode der Naturphilosophie, die
man etwa bis 1830 ansetzen kann, dann wiederum dreißig Jahre
der Ernüchterung und empirischen Vertiefung und von 1860 ab die
Periode des deutschen Darwinismus. Im Vergleich zur französischen
Zoologie desselben Zeitraumes ist die Entwicklung eine weniger
stetige, das Schwergewicht der Leistungen fällt nicht wie dort auf
reich dotierte praktische Schöpfungen, die sich auf eine größere
Zentrale konzentrieren; vielmehr ist es kühner Flug der Gedanken,
der intuitiv-konstruktiv wirkt; später Fleiß und Gründlichkeit, die
nachfolgen; beides gebunden an die bescheidensten Arbeitsmittel der
damaligen Kleinstaaten. Erst mit der Periode des Darwinismus nimmt die
deutsche Zoologie einen Aufschwung auf eine Höhe, die zu beurteilen
hier nicht der Ort und der Zukunft anheimzugeben ist.