Was wollte der liebe alte Herr in diesem Augenblick thun: er nickte. Und
nun wirbelte Emmy überglücklich zu Franz und gab ihm den Verlobungskuß.
„Na, also! Braucht das Arbeit, bis junge Leute glücklich werden!“ lachte
gutmütig spöttelnd der Richter und zerdrückte eine Thräne im Auge.
Nun holte Franz sein Weihnachtsgeschenk für die liebe, schöne Braut aus
der Tasche, eine Perlenkette, bei deren Überreichung er bat, auf den
Aberglauben, daß Perlen Thränen bedeuten, nichts zu geben.
Auch für Papa Ehrenstraßer hatte Franz eine Gabe, ein Virginieretui aus
feinem Leder, doch der Richter lehnte das Geschenk höflich und dabei
bestimmt ab unter dem Hinweis, daß seine Stellung ihm nicht gestatte,
Geschenke, gleichviel von wem sie kommen, anzunehmen.
„Aber! Ich bin doch Ihr Schwiegersohn!“
„Noch nicht de facto! Sind Sie es, dann kann allenfalls über die
Möglichkeit disputiert werden! Heute muß ich dankend ablehnen!“
Die Leutchen wollten nicht streiten und ließen den alten Herrn gewähren.
Es folgte die gegenseitige Bescherung zwischen Vater und Tochter, dann
wurde mit Punsch die Verlobung gefeiert.
Auf die Bitte Franzens, nun die geliebte Braut seiner Familie zur
Bescherung zuführen zu dürfen, nickte Ehrenstraßer und bald stapften die
Verlobten ins Ratschillerhaus.
Der alte Richter saß nun allein und verlassen zu Hause.