Freudig antwortete Maroner: „_Ischt wuhl schön!_“

„Paß auf! Es handelt sich nicht darum, ob die Mappe schön ischt, sondern

darum, ob deine Grundstücke richtig eingezeichnet sind!“

„Meine Grundstück' sind daham, die lass' ich mir nit wegschleppen!“

„Kannst du lesen und schreiben?“

„Nu (nein)!“

„Also weißt du auch nicht, daß jeder Bauer, welcher nicht lesen und

nicht schreiben kann, verpflichtet wurde, einen mit solchen Kenntnissen

ausgerüsteten Vertrauensmann zu Gericht mitzubringen?“

„Der Vorsteher hat dergleichen daher geredet und mein Nachbar ischt

woltern mitgegangen. Er steht unten am Haus und 'traut sich nit einer

(herein)!“

„Hol' ihn herauf!“

Nach wenigen Minuten stand auch dieser Nachbar in der Gerichtsstube,

scheu und ängstlich.

Wieder zeigte Ehrenstraßer die Grundbuchmappe, welche der Nachbar

sofort als „sehr schön“ bezeichnete und bewunderte.

Die Vermutung, abermals einen Analphabeten vor sich zu haben, erwies

sich als richtig, und so blieb dem Richter nichts anderes übrig, als

einen neuen Termin anzuberaumen, und dem Bauern einen Ladezettel für den

Vorsteher mitzugeben, auf daß doch der Bauernbürgermeister als

Vertrauensmann mithelfe bei Fixierung der Grundbesitzverhältnisse im

Grundbuch.

Die Bauern wurden entlassen, gingen aber nicht.

„Was wollt ihr denn noch?“

Maroner trat vor und sprach. „Ich thät' schön bitten! Wie ischt's mit

der — _Zeugengebühr_?“

„Hinaus!“ donnerte der Richter.

Erschreckt ergriffen die Bauern nun die Flucht.

Bergrichters Erdenwallen · 第 24 / 40 题