Arabella kehrte nach fünftägiger Abwesenheit zu Karinski zurück, den sie
in einem deutschen Badeort verlassen hatte. Sie war müde und
gedankenvoll, aber die schützende Nähe des Grafen beruhigte sie.
»Wie gern wäre ich mit dir gefahren, Bella,« sagte er. »Aber ich wollte,
daß du dich ganz frei fühltest, falls du Entschließungen treffen
wolltest. Und dann, meine Zeit ist bald abgelaufen. Ich muß mit Olga
zurück, muß die Güter in Ordnung bringen, die Mädchen verheiraten und
dich von einem alten Mann befreien, damit dir noch ein Lebensglück
zuteil wird.«
»Sprich nicht so,« bat Arabella. »Wenn ich dich ziehen lasse, geschieht
es nur, weil ich deiner unwürdig bin. Dein Name schon war ein
Gnadengeschenk.«
»Du belügst dich und mich, Bella,« sagte er und küßte ihre Hand. »Du
hast mir noch ein spätes Glück geschenkt und ich will es dir nicht
danken, indem ich in deiner Gegenwart alt werde. Du sollst nicht das
Opfer der Tatjana bringen, obgleich ich dir keinen Onegin wünsche. Dort
bei uns ist es zu kalt und Nadescha wäre eifersüchtig auf dich -- und
ich selbst bin dort nur ein Bauer. Nein, täusch dir nichts vor. Weißt du
aber, woran ich oft denken muß? Daß der arme Narr, der Student, recht
gehabt hat, als er dich zu deiner Mutter bringen wollte. Adalbert
schrieb mir, daß ihr Mann gestorben sei -- --«
Vögelchen sann eine Weile. »So ist sie allein jetzt. Und glaubst du, daß
sie von der Landstreicherin, ihrer Tochter, noch etwas wissen will?«
»Ich werde zu ihr fahren und mich als der Mann dieser Landstreicherin
vorstellen und dich ihrem Schutz empfehlen.«