Vögelchen.«

Es kam nur eine kurze Antwort. »Geliebte, mein stärkstes Gefühl ist

Reue, Reue, daß ich dich weggesperrt hielt, dich junge Blüte, dem Sturm

ließ und der Verlassenheit. Denn ich selbst war ja nicht mehr das Leben,

das zu dir kam. Ich lebte tagsüber im Hause des Todes und nachts stahl

ich seiner Gier die Stunden, den Sternen und unserer Umarmung. Aber er

war immer da, der Tod schlich mir nach. Das Licht hat nicht Gewalt über

mich vor seinem allgegenwärtigen Angesicht. Dich, Vögelchen des Lichtes,

hielt ich im Bauer der Dunkelheit, aber der Tod ging dich nichts an. Das

war es. Es war ein fremder Tod. So gingst du und du hast es entschieden.

Nie forderte ich; du hast gegeben, du tatest, was Gott dich tun hieß, du

hast genommen. Nicht stündlich wußte ich, wer du seiest. Ich hielt dich

nicht mit jedem Atemzug. Nun trennt uns die äußere Welt. Sei frei und

laß die Wege walten. Jene andere dauerte mich. Nun ist es geschehen. Daß

ich nur dich liebe und immer lieben werde, wie könntest du daran

zweifeln. Nur daß mein Lieben nicht abhängt vom Geschehen, das wisse.

Meine Lehre verbietet es, an Zufälle zu glauben, alles hat seine

geheimen Fäden. Vielleicht war es nur zu früh, Arabella, zusammen zu

bleiben. Vielleicht müssen wir noch durchs Feuer gehen, ehe wir

hienieden den Himmel gewinnen, in dem unsere Sterne gepaart sind. Bis

dahin leb wohl, mein Nachbarstern.

Vögelchen · 第 54 / 74 题