Es kam nur eine kurze Antwort. »Geliebte, mein stärkstes Gefühl ist
Reue, Reue, daß ich dich weggesperrt hielt, dich junge Blüte, dem Sturm
ließ und der Verlassenheit. Denn ich selbst war ja nicht mehr das Leben,
das zu dir kam. Ich lebte tagsüber im Hause des Todes und nachts stahl
ich seiner Gier die Stunden, den Sternen und unserer Umarmung. Aber er
war immer da, der Tod schlich mir nach. Das Licht hat nicht Gewalt über
mich vor seinem allgegenwärtigen Angesicht. Dich, Vögelchen des Lichtes,
hielt ich im Bauer der Dunkelheit, aber der Tod ging dich nichts an. Das
war es. Es war ein fremder Tod. So gingst du und du hast es entschieden.
Nie forderte ich; du hast gegeben, du tatest, was Gott dich tun hieß, du
hast genommen. Nicht stündlich wußte ich, wer du seiest. Ich hielt dich
nicht mit jedem Atemzug. Nun trennt uns die äußere Welt. Sei frei und
laß die Wege walten. Jene andere dauerte mich. Nun ist es geschehen. Daß
ich nur dich liebe und immer lieben werde, wie könntest du daran
zweifeln. Nur daß mein Lieben nicht abhängt vom Geschehen, das wisse.
Meine Lehre verbietet es, an Zufälle zu glauben, alles hat seine
geheimen Fäden. Vielleicht war es nur zu früh, Arabella, zusammen zu
bleiben. Vielleicht müssen wir noch durchs Feuer gehen, ehe wir
hienieden den Himmel gewinnen, in dem unsere Sterne gepaart sind. Bis
dahin leb wohl, mein Nachbarstern.