XVIII

Na, wie haben Sie sich bei uns schon eingerichtet? fragte Kraut

Wolodja. Verzeihen Sie, wie ist Ihr Vor- und Vatersname? Bei uns in der

Artillerie ist es einmal so Sitte ... Haben Sie schon ein Reitpferd

angeschafft?

Nein, sagte Wolodja, ich weiß nicht, was werden wird. Ich habe dem

Kapitän gesagt ... ich habe kein Pferd, ich habe aber auch kein Geld,

so lange ich nicht Zehr- und Reisegelder bekomme.

Apollon Sergjeitsch? -- er brachte mit den Lippen einen Laut hervor,

der starken Zweifel ausdrückte und sah den Kapitän an, -- kaum!

Je nun, schlägt er's ab, ist's auch kein Unglück, sagte der Kapitän,

hier braucht man eigentlich kein Pferd, aber man kann's immerhin

versuchen, ich will heute fragen.

Wie, kennen Sie ihn nicht? mischte sich Djadjenko ein, etwas anderes

kann er abschlagen, aber Ihnen wird er keineswegs ... Wollen Sie wetten?

Na ja, Sie müssen natürlich immer widersprechen.

Ich widerspreche, weil ich weiß: in anderen Dingen ist er geizig, aber

ein Pferd giebt er, er hat ja auch keinen Vorteil von der Ablehnung.

Gewiß hat er Vorteil davon, wenn ihm hier der Hafer acht Rubel

zu stehen kommt, sagte Kraut. Man hat Vorteil, wenn man keine

überflüssigen Pferde hält.

Bitten Sie um den Staar, Wladimir Ssemjonytsch, sagte Wlang, der mit

Krauts Pfeifchen zurückkam, ein ausgezeichnetes Pferd!

Mit dem Sie in Ssoroki in den Graben gefallen sind, Wlanga, hm?

bemerkte der Stabskapitän.

Nein, aber was sprechen Sie da, acht Rubel der Hafer, fuhr Djadjenko

fort im Streit, wo er seine Rechnung mit zehneinhalb macht? ...

Natürlich, hat er keinen Vorteil davon.

Das wäre schön, wenn ihm nicht noch was übrig bliebe! Wenn Sie, so Gott

will, Batteriekommandeur sind, so geben Sie kein Pferd, nach der Stadt

zu reiten.

Wenn ich Batteriekommandeur bin, Väterchen, soll jedes Pferd vier Maß

Futter haben, ich werde keine Gelder zusammenscharren, haben Sie keine

Sorge.

Wer's erlebt, wird's sehen ... sagte der Stabskapitän. Und Sie werden

ebenso handeln, und Sie auch, wenn Sie eine Batterie kommandieren

werden, fügte er hinzu und zeigte auf Wolodja.

Warum glauben Sie, Friedrich Christianytsch, daß auch Sie Profit machen

wollen? mischte sich Tschernowizkij ein. Vielleicht haben Sie Vermögen,

wozu sollten Sie Vorteil suchen?

Nicht doch, ich halte ... Verzeihen Sie mir, Kapitän, sagte Wolodja und

wurde bis über die Ohren rot, ich halte das für unehrenhaft.

Aha, wie heikel er ist! sagte Kraut.

Das ist ganz gleich: ich meine nur, wenn es nicht mein Geld ist, darf

ich's auch nicht nehmen.

Und ich sage Ihnen nur so viel, junger Mann, begann der Stabskapitän in

ernsterem Ton, Sie müssen wissen, wenn Sie eine Batterie kommandieren,

wenn Sie da Ihre Sache gut machen, dann ist alles in Ordnung; in

die Ernährung der Truppen mischt sich der Batteriekommandeur nicht:

das wird in der Artillerie von altersher so gehalten. Sind Sie ein

schlechter Wirt, so behalten Sie nichts übrig. Hier müssen Sie Ausgaben

machen, im Widerspruch mit Ihren Verhältnissen, für Hufbeschlag --

das ist eins (er bog einen Finger ein), für die Apotheke -- das ist

zwei (er bog einen zweiten Finger ein), für die Kanzlei, drei, für

Handpferde an die fünfhundert zahlen, Väterchen -- das ist vier, Sie

müssen den Soldaten neue Kragen geben, Kohlen brauchen Sie viel, Tisch

für die Offiziere müssen Sie halten. Sind Sie Batteriekommandeur, so

müssen Sie anständig leben, Sie müssen einen Wagen haben, einen Pelz

und noch zwei, drei, zehn andere Dinge ... Was ist da viel zu reden!

Die Hauptsache aber, fiel der Kapitän ein, der die ganze Zeit

geschwiegen hatte, die Hauptsache, Wladimir Ssemjonytsch, ist die:

stellen Sie sich vor, ein Mensch, wie ich zum Beispiel, dient zwanzig

Jahre, erst für zwei-, dann für dreihundert Rubel Gehalt; soll man ihm

für seinen Dienst nicht wenigstens ein Stück Brot im Alter geben?

Ach, was soll das! begann wieder der Stabskapitän, urteilen Sie nicht

voreilig, kommt Zeit, kommt Rat, leisten Sie nur Ihren Dienst.

Wolodja überkam eine schreckliche Scham, weil er so unüberlegt

gesprochen hatte, er brummte etwas in den Bart und dann hörte er weiter

schweigend zu, wie Djadjenko im höchsten Eifer wieder zu streiten

begann und das Entgegengesetzte behauptete.

Der Streit wurde durch den Eintritt des Hauptmannsburschen

unterbrochen, der zum Essen rief.

Aber sagen Sie heute Appollon Sergjeewitsch, er solle Wein geben, sagte

Tschernowizkij zum Kapitän und knöpfte sich den Rock zu. Was knausert

er? Sind wir erst tot, kriegt keiner was!

Sagen Sie's ihm selbst.

Das geht nicht. Sie sind der älteste Offizier. Alles muß seine Ordnung

haben.

Sewastopol · 第 46 / 86 题