I. /Rangkronen als Wappenbilder/ und /Helmkleinode/.

[Illustration: Fig. 2.]

[Illustration: Fig. 4.]

Kronen kommen in Deutschland schon in der frühesten heraldischen Zeit

vor, sowohl als Wappenbild, wie als Helmschmuck. Wir finden eine Krone

z. B. bei Scharffenberg in der Züricher Wappenrolle, Nr. 53 (s. hier

Fig. 2.) sowohl als Wappenbild im Schilde, als auch auf dem Helme als

wirkliches /Kleinod/,[429] mit Federn geschmückt, wie so viele

derartige. Hier ist die Krone im Schilde und auf dem Helme ebenso

einfaches heraldisches Bild, wie der Helm im Helmshofen’schen Nr.

106 der Züricher Rolle (s. hier Fig. 4,) und der Hut in dem nicht

bezeichneten Wappen Nr. 125 dieser Rolle. Im Wappen von Elsaß (bei

Grünenberg Bl. IX.) sehen wir 6 Kronen im Schilde und dieselben 6 als

Helmschmuck. Die 3 Kronen im Kölner Wappen, als Symbole der Kronen der

„heil. drei Könige,“ sind allbekannt.

Schon seit der frühesten heraldischen Zeit hat es /gekrönte/

Wappenthiere im Schilde und auf dem Helme gegeben. Wir erinnern nur

an den böhmischen Löwen und an die vielen gekrönten Thiere in der

Züricher Wappenrolle, welche sogar schon Luxus damit treibt, wie u.

A. das Hohenlohe-Brauneck’sche Wappen (Nr. 459) beweist, welches in

dieser Beziehung ein durchaus unrichtiges Unicum ist. Nach und nach

kam aber mit den allgemein überhand nehmenden heraldischen Kronen

die bis zum heutigen Tage verbreitete, ganz falsche Ansicht auf, als

ob die gekrönten Wappenthiere /vornehmer/ wären, als die nicht

gekrönten. So findet sich auf zwei Hohenlohischen Siegeln von 1360

u. 1383, und zwar in zwei verschiedenen Linien,[430] als Helmschmuck

ein /gekrönter/ Adler, welcher weder vorher noch nachher im

Hohenlohischen Wappen vorkommt und wol nur aus dem angeführten Grunde

zu erklären ist.[431]

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 141 / 177 题