[286: Daselbst ist S. 100, Z. 4 zu lesen detectum; 103, Z. 17 Huc; 111,
Z. 15 benigne, Z. 32 Paestanas; 112 unten Corradin; 116, Z. 18 fossam;
117, Z. 28 qua, Z. 36 quas; 119 u. 120 Meseralis; 125, Z. 6 imperia;
ferner mit Jac. Bernays S. 109, Z. 2 Foetenti, Z. 12 Do.]
[287: Pietro degli Stefaneschi, der am 31. Oct. 1417 starb. Seine
Grabschrift steht im Archivio della Società Romana di Storia patria I
(1877), S. 229.]
Lesarten der Handschrift:
[288: R.]
[289: leerer Raum.]
[290: et mecum.]
[291: longua.]
[292: longuam.]
[293: moram.]
[294: rē?]
[295: q. uero.]
[296: esse.]
[297: atque.]
[298: eum.]
[299: et ut.]
[300: incic.]
[301: tu.]
[302: reddire.]
[303: collocutoris.]
[304: gestas.]
[305: iussa fiunt.]
[306: bucoloci.]
[307: se.]
[308: que.]
[309: com.]
[310: ineffabilem.]
[311: scribit.]
[312: Hier folgt noch: que in re.]
[313: corripto.]
[314: agente.]
[315: longuo.]
[316: R.]
Die Puppenhäuser im germanischen Museum.
Das reich entwickelte Familienleben, dessen sich unsere Vorfahren vor
allen anderen Nationen zu erfreuen hatten, und das einen so überaus
bedeutsamen Faktor des gesammten deutschen Kulturlebens bildete und
noch bildet, hat die Aufgabe des germanischen Museums, die Denkmäler
des häuslichen Lebens unserer Vorfahren zu sammeln und alles das seinen
Besuchern vor Augen zu führen, was die Häuser derselben in ihren Mauern
bargen, zu einer der angenehmsten und anregendsten gemacht. Keine
andere Abtheilung der Sammlungen des Museums ist ja so geeignet, uns in
das Leben der Vorzeit zurück zu versetzen, als die Sammlung häuslicher
Alterthümer, die uns in alle Räume der Wohnhäuser der verschiedenen
Bevölkerungsklassen vom Keller bis zum Speicher führt, uns einen Blick
auf die Lebensweise und die Gewohnheiten ihrer Bewohner thun läßt und
sie uns bei der Arbeit und in der Ruhe, bei Scherz und lustigem Spiele,
wie im Leide zeigt.
Eine Reihe von Unterabtheilungen dieser umfassenden Sammlungen bietet
schon jetzt den Entwicklungsgang, den verschiedene Einzelzweige und
manche Gattungen dieser Denkmale genommen haben. Die Lösung der
weiteren Aufgabe des Museums, das häusliche Leben der Vorzeit in
einzelnen abgerundeten Bildern zu zeigen, konnte bis jetzt noch nicht
in Angriff genommen werden, da derselben sehr bedeutende Hindernisse
im Wege stehen. Abgesehen von der Finanzfrage, welche die Beschaffung
des nöthigen Materiales für das germanische Museum bildet, ist
auch die Erwerbung einander vollkommen entsprechender und genau
zusammenpassender Objekte außerordentlich schwierig, da das Museum als
eine wissenschaftliche Anstalt nur ganz wahrheitsgetreue Gesammtbilder,
wie sie /thatsächlich/ bestanden, geben, und es nicht machen darf,
wie manche „Liebhaber“, welche der jetzigen Mode, ein „altdeutsches
Zimmer“ einzurichten, folgen und in ein Zimmer mit Nürnberger Täfelwerk
einen Schweizer Ofen, neben einen rheinischen Schrank einen Tiroler
Stuhl stellen, oder das Büffet eines ehemaligen fürstlichen Prunksaales
mit Krügen aus einem Bauernhause füllen, neben die Prunkbettstätte aus
einem vornehmen Haus einen Tisch stellen, welcher der Schreibstube
eines Rathhauses angehört hatte und noch die Zeichen für die darauf
vorzunehmenden Kreiderechnungen aufweist.
Noch weniger natürlich kann das Museum jenen Kunstfreunden nachahmen,
welche aus einer Bettstätte und einem Schranke ein altes Sopha und ein
Buffet machen lassen. So reizend solche moderne „alte Zimmer“ sind
und so erfreulich, weil sie Liebe für die Werke der Vorzeit zeigen,
so würde doch ein Museum einen unverzeihlichen Fehler begehen, wenn
es solche Bilder als echte Belege für das Wesen der alten Zeit dem
Publikum vorführen wollte. In einer /wissenschaftlichen/ Anstalt
darf für diesen Zweck nur das neben einander stehen, was auch ehemals
neben einander gestanden hat, oder mindestens gestanden haben könnte.
Deshalb kann das germanische Museum einstweilen nur vorbereiten
und sammeln, und es wird wohl noch längere Zeit dauern, bis eine
Aufstellung des Materials in solcher Weise möglich ist.
Inzwischen hat dasselbe hiefür einen ebenso lehrreichen, als
anziehenden Ersatz in einer Anzahl von Puppenhäusern des 17.
Jahrhunderts, welche als Modelle von damals wirklich existierenden
Häusern von großem Interesse für die Kulturgeschichte sind, da sie ein
so gelungenes Bild der ganzen Einrichtung und Ausstattung eines Hauses
und seiner einzelnen Räumlichkeiten, von den Hauptstücken bis zu den
geringsten Gebrauchsgegenständen, geben, wie es auf andere Weise kaum
je zusammengestellt werden könnte.
Die Puppenhäuser gehören zu den Seltenheiten, da sie in Deutschland
wol nur in Augsburg und Nürnberg bekannt waren und wahrscheinlich nur
auf besondere Bestellung für die Töchter reicher Familien gefertigt
wurden. Ihre ursprüngliche Heimat dürften die Niederlande sein, von
welchen die genannten Städte, welche in lebhaftem Handelsverkehr mit
denselben standen, die Anregung zu deren Anfertigung erhalten haben
mögen. Der hohe Werth, welchen die Puppenhäuser schon zur Zeit ihrer
Verfertigung in Folge der hohen Herstellungskosten hatten,[317]
mag die Ursache sein, daß sich von diesen großartigen Spielzeugen
verhältnißmäßig mehr Exemplare erhielten, als von anderen alten,
weniger werthvollen Spielwaaren, die bekanntlich heute alle sehr
selten geworden sind, da sie eben durch den Gebrauch zerstört und dann
weggeworfen wurden, während die Erhaltung der noch vorhandenen Stücke
meist nur einem glücklichen Zufalle zu danken ist. Außer den in den
Sammlungen des germanischen Museums befindlichen vier Puppenhäusern
und einem fünften, leider unvollständigen und daher bis jetzt nicht
ausgestellten sind uns noch mehrere deutschen Ursprungs bekannt; eines
aus späterer Zeit, und deshalb die des germanischen Museums ergänzend,
besitzt das bayerische Gewerbemuseum zu Nürnberg, ein anderes ist im
deutschen Gewerbemuseum zu Berlin, ein drittes im South Kensington
Museum zu London. Letzteres war früher im Besitze des Kaufmanns Wiß zu
Nürnberg; sein Verlust ist für Deutschland sehr zu beklagen, da es wohl
das schönst ausgestattete aller dieser Puppenhäuser ist. Wir haben es
nicht mehr gesehen, vermuthen aber, daß es das Original desjenigen war,
welches auf einem Flugblatte des 17. Jahrhunderts: „Abriß, Entwerffung
vnd Erzehlung, was in dem, von Anna Köferlin zu Nürmberg, lang
zusammen getragenem Kinder-Hauß, dergleichen nie gesehen, noch gemacht,
anzutreffen, vnd wie ettlich hundert Stuck, alle zum gemeinen Nutz auch
dienstlich, darinn zusehen,“ (German. Mus.: Historische Blätter, Nr.
2243) abgebildet und beschrieben ist. Das Blatt enthält einen rohen
Holzschnitt, der ein dreigeschossiges Haus mit der Jahrzahl 1631 im
Stile jener Zeit darstellt; rechts desselben ist ein Baumeister mit dem
Maßstabe und einem Knaben, darunter das Monogramm HK. und ein Maikäfer,
links eine Frau, welche einem Knaben und einem Mädchen das Haus
zeigt. Unter dem Holzschnitte steht in etwas holperigen Versen eine
oberflächliche Beschreibung des Hauses und die Veranlassung zu seiner
Anfertigung, wobei besonders bemerkt wird, daß dasselbe den Kindern
nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch zur Belehrung und Nacheiferung
dienen soll:
„Daß wann ihr dermaleins zu Hauß
Kompt, vnd euch Gott thut geben
Eygenen Herd, daß jhrs vorauß
Bey all eurm Leib vnd Leben,
Ordentlich vnd nach der gebür
Inn euerem Hauß halten
Richtet vnd ordnet, dann wie jhr
Wist, daß die lieben Alten
Pflegten zu sagen: Inn eim Haus
Wo Vnordnung regiret,
So ist es bald mit selbem auß,
Vnordnung wenig zieret;
So schaut nun an diß Kinder Hauß
Ihr Kinder jnn vnd aussen
Schauts an vnd lernet bevorauß
Wie jhr einmal solt hausen.“
Die Höhe des Hauses wird auf 9 Schuh, die Breite auf 5, die Tiefe auf
4 Schuh angegeben. Es wurde, wie sich aus dem Schlusse des Textes
entnehmen läßt, von der Besitzerin, Jungfer Anna Köferlin, gegen
Entschädigung der öffentlichen Besichtigung allgemein zugänglich
gemacht.
Einige kurze Mittheilungen über Größe, Eintheilung, Alter, Herkunft
u. s. w. der Puppenhäuser des germanischen Museums dürften hier
am Platze sein. Das älteste stammt aus der Zeit von etwa 1600; es
hat bei einer Höhe von 2,45 Meter, eine Breite von 1,94 Meter und
eine Tiefe von 0,63 Meter. Der Unterbau des dreigeschossigen Hauses
enthält Stall, Keller, Waschküche und Badezimmer; das Erdgeschoß ein
die Hausflur vorstellendes Lokal, welche bei unsern Vorfahren eine
so bedeutende Rolle spielte, und einen Garten mit Gallerie, zwischen
welchen sich das Treppenhaus befindet, das sich in die übrigen
Geschosse fortsetzt. Das erste Stockwerk enthält in der Mitte den
Vorplatz mit der Treppe, rechts die Prunkstube, links die Küche; das
zweite rechts vom Vorplatz das Schlaf-, links das Wohnzimmer, worauf
das Dach mit geräumigen Speichern das Haus abschließt. Die Zimmer
sind bis auf eines, welches jetzt grün bemalt ist, mit Täfelwerk
versehen, ober welches Blumenschwünge gemalt sind. Ueberhaupt ist
das Haus reichlich mit Malereien versehen, von welchen diejenigen der
Hausflur, welche musicierende, tanzende, schmausende und spielende
Gesellschaften darstellen und an die Bestimmung der Hausflur erinnern,
bei besonderen Gelegenheiten als Festlokal zu dienen, hervorzuheben
sind. Es hat sich nicht die ganze ursprüngliche Einrichtung erhalten,
der größte Theil der jetzigen stammt aus späterer Zeit und ergänzt
insoferne sehr glücklich die älteren Theile, als sie, mit gleicher
Sorgfalt gearbeitet, zeigt, wie der neue Geschmack jeweils auch in
das wirkliche Haus umgestaltend eindrang. Der „Salon“ der Mitte des
18. Jahrh., welcher aus der Prunkstube des 17. geworden, ist ebenso
charakteristisch, als die Schlafstube aus den ersten Jahren des 19.
Jahrh. Das Haus befand sich im Anfange dieses Jahrh. im Besitze der
Herren von Petz zu Nürnberg, gieng sodann an verschiedene Privaten über
und gelangte vor einigen Jahren in das germanische Museum; Näheres
konnten wir über dessen frühere Eigenthümer nicht in Erfahrung bringen.
Das erst jüngst von dem Premierlieutenant Freiherrn von Stromer dem
Museum unter Eigenthumsvorbehalt überlassene Puppenhaus ist das
zweitälteste: nach einer unter dem großen Dachfenster angebrachten
Jahreszahl ist es im Jahre 1639 entstanden. Es hat einschließlich des
Fußes bis zum Ende der Schlöte eine Höhe von 2,59 Meter, eine Breite
von 1,52 und eine Tiefe von 0,52 Meter und ist, wie das vorgenannte,
durch ein durch alle Geschosse gehendes Treppenhaus in drei Theile
geschieden. Das Haus enthält drei Hauptgeschosse, in deren unterem sich
in der Mitte das Portal mit dem Haustennen befindet, während die beiden
Nebenräume durch horizontale Zwischenwände in zwei Theile getrennt
sind. Der untere enthält rechts Stall und Kammer, links Laden und
Waschküche, der obere rechts die Speise- und eine Schlafkammer, links
zwei weitere Schlafkammern. Im zweiten Geschoß befindet sich rechts
des geräumigen Vorplatzes das Wohnzimmer, links die Küche; im obersten
rechts des Vorplatzes ein Schlafzimmer, links das Prunkzimmer. Das Dach
mit großen Bodenräumen bildet den Schluß. Die Kammern sind getüncht,
die Zimmer, welche grüne Kachelöfen enthalten, getäfelt; das Wohn- und
das Prunkzimmer zeigen getäfelte, das Schlafzimmer und die Vorplätze
bemalte Plafonds. Unter allen Puppenhäusern im Museum ist dieses das
am besten erhaltene und am reichsten ausgestattete; es zeigt uns
genau die bis in das geringste Detail gehende Einrichtung eines alten
Nürnberger Patrizier- oder reichen Kaufmannshauses des 17. Jahrh. und
ist dadurch von so hervorragendem Interesse für die Kulturgeschichte
jener Zeit, daß wir es uns nicht versagen können, ein Verzeichniß
des gesammten Inventars desselben am Schlusse dieser Mittheilungen
zu geben. Nach gütiger Benachrichtigung seines jetzigen Besitzers,
Premierlieutenants Frhrn. v. Stromer, erwarb Freifrau v. Haller, geb.
Schenk v. Dippen, dieses Puppenhaus im Jahre 1825 aus dem Nachlasse
des Stiftungs-Administrators Karl v. Wölckern um 25 fl., worauf es
im Jahre 1862 in den Besitz der Freiherren von Stromer gelangte.
Weiteres konnte über die Herkunft des Hauses nicht festgestellt werden.
Nach einer unverbürgten Tradition soll es früher in Erlangen gewesen
sein; doch ist es für uns nicht zweifelhaft, daß es gleichfalls
nürnbergischen Ursprungs ist, wenn es auch vielleicht vorübergehend
durch Erbschaft oder Kauf nach auswärts gelangt war.
Ungefähr derselben Zeit gehört das dritte Exemplar an. Es ist zwar
nicht ein Puppenhaus im strengen Sinne des Wortes, da es nur aus einer
Küche mit darüber befindlichem Zimmer besteht, hat aber Anspruch auf
besondere Beachtung, weil es seine erste Einrichtung noch vollständig
bewahrt. Die Höhe desselben beträgt, einschließlich des eine Schublade
enthaltenden 0,36 Meter hohen Fußes, 1,79 Meter, die Breite 0,90, die
Tiefe 0,59 Meter. Das Museum erwarb es vor einigen Jahren vom kgl.
Hofantiquar A. Pickert.
Das jüngste Puppenhaus des Museums stammt vom Ende des 17. Jahrh. und
war früher im Besitze der Freiherren Kreß v. Kressenstein. Das Dach ist
defekt und deshalb im Museum nicht mit aufgestellt; ohne dieses und
ohne den neuen Fuß hat es eine Höhe von 1,57 Meter, eine Breite von
1,38 Meter und eine Tiefe von 0,53 Meter. In der Mitte des untersten
der drei Hauptgeschosse befindet sich die Hausflur, von welcher die
Treppen nach den Vorplätzen der obern Stockwerke führen. Die Räume
rechts und links der Hausflur sind durch horizontale Zwischenwände
getheilt; rechts ist der Pferdestall mit darüber befindlicher
Knechtekammer, links die Waschküche mit der Mägdekammer. Das zweite
Geschoß enthält rechts des Vorplatzes das Prunkzimmer, links die Küche,
das obere rechts desselben das Schlafzimmer, links ein weiteres Zimmer.
Die Prunkstube und das Schlafzimmer sind getäfelt, das andere und die
Kammern getüncht. Das alte Inventar ist noch so ziemlich erhalten;
doch ist ein Theil des das Haus früher zierenden Silbergeräthes in den
Besitz Sr. Erlaucht des Grafen v. Erbach gelangt.
Unserm Versprechen gemäß lassen wir zum Schlusse nachstehend ein
Verzeichniß des vollständigen Inventars des Frhrl. v. Stromer’schen
Puppenhauses folgen.
=Hausflur.= 2 eingenähte Waarenballen, 3 Fässer, 1 steinernes
Gewicht, 2 bleierne Gewichte, 1 Kasten mit 13 Stück Werkzeug: Feile,
Säge, Hammer, Beißzange, Leimpfanne, Stemmeisen, Schabmesser, Bohrer,
Schleißenmesser, Holzhammer, Pfriemen und 2 Eisen mit Griff; 1 Winde, 1
dreistufige Stiege, 1 Holzmaß, 1 Holztrage.
=Keller.= 1 großes Faßlager, 1 Bank, 1 Holzrechen zum Aufhängen
von Gegenständen, 1 Wandbrett, 5 Fässer, 3 Tropfkübelchen, 1
Traubenpresse (?), 1 hölzerne Stütze (Eimer), 4 hölzerne Mulden, 2
große, auf einer Seite bemalte Blechflaschen mit Ketten, 2 kleine
blecherne Becher mit Haken, 1 Korb, 1 Mausfalle.
=Stall.= 3 befestigte Viehstände mit einem Heurechen, 1
Futterkasten mit zwei Abtheilungen, 1 Bettstatt mit Strohsack und
Kopfkissen, 1 Kleiderrechen, 1 hölzerner Tränkeimer, 1 Schubkarren, 1
Futtertragbahre, 1 Schaufel, 1 Rechen, 1 Sieb, 1 Korb, 2 Pferde, 1 Kuh.
=Kaufladen.= 1 schwarz angestrichener Ladentisch, 2 größere und
3 kleinere Wandrahmen, 1 bemalte, eiserne Geldkiste mit Gold- und
Silbergeld, 1 Truhe, 1 dreibeiniger, runder, grüner Stuhl ohne Lehne, 1
Stiegenleiter, 1 hölzerne Presse mit eiserner Spindel, 1 Brettpresse,
1 leeres Fäßchen, 1 Fäßchen Leim, 9 größere und 5 kleinere Zuckerhüte,
2 grün und roth angestrichene Holzschachteln, 9 rothe hölzerne Büchsen
mit Deckel, zum Theil mit beschriebenen Etiquetten versehen, 7 rothe
hölzerne Büchsen ohne Deckel, 4 grüne hölzerne Büchsen mit Deckel,
1 Wachsstock, 3-1/2 Pack Roßhaare, 1 Pack Leinwand, 1 Pack Rupfen,
4 Strohdeckel, 2 Kränze, 1 Schreibtafel mit Thürchen, an die Wand
befestigt, 1 Schiefertafel in Holzrahmen; 1 Journal, 1 Handbuch, 1
Schuldbuch, sämmtlich ohne Einträge, auf den ledernen Einbänden die
Jahreszahl 1640.
=Waschküche.= 2 Waschtische, 1 thönerner, transportabeler Ofen
zum Aufsetzen des Waschkessels, 1 Wandrahmen, 1 kupferne Badewanne, 1
großes hölzernes Schaff mit Deckel, 10 große und kleinere, hohe und
flache Schäffer, 1 hölzernes Badewännchen auf einem hölzernen Gestell,
2 hölzerne Schöpfkübelchen, 1 hölzernes durchbrochenes Gefäß in
Trichterform, 3 Bürsten, 3 Kehrwische.
=Speisekammer.= 1 Anrichtetisch, 1 Bank, 1 an der Wand befestigtes
Bänkchen, 1 großer und 4 kleinere Teller- und Schüsselrahmen, 19
größere und kleinere blau bemalte Fayenceplatten, 9 größere und
kleinere blau bemalte Fayencehäfen, theilweise mit Henkeln und Deckeln
versehen, 1 blau verzierter Krug mit Deckel von Steinzeug, 1 grün und
roth getupfter gewöhnlicher irdener Hafen, 1 grün glasierte irdene
Backform, 12 größere und 3 kleinere Zinnschüsseln, 1 Zinnschüssel
mit Deckel, 7 zinnerne Häfen, 3 große zinnerne Kannen, 3 kleine
zinnerne Kannen, 1 zinnerne Theekanne, 6 runde zinnerne Büchsen, 1
viereckige zinnerne Gewürzbüchse, 2 zinnerne Deckelkrüge, 1 zinnerne,
durchbrochene Kuchenplatte, 2 zinnerne Seiher (davon einer mit Stiel),
1 verzinnte Schmalzschaufel, 1 größere Blechbüchse, 1 blechernes
Zuckerstreubüchschen, 1 ähnliches Blechbüchschen, 2 blecherne Trichter
(davon einer mit Stiel), 1 eisernes Waffeleisen, 3 kupferne Kessel, 1
Messingschüssel, 1 messingenes Backrädchen, 11 in der Art der blauen
Fayencegeschirre bemalte hölzerne Häfen, Krüge und Kannen, 1 ähnlich
bemalte hölzerne Schüssel mit Deckel, 2 hölzerne Büchsen, 1 hölzerne
Straubenspritze, 1 Haarsieb, 4 hölzerne Fäßchen, 2 hölzerne Eimer, 1
eiserne Wage mit 8 Messinggewichten, 1 eiserner Kronleuchter, 12 Messer
und 6 Gabeln mit Elfenbeingriffen, 1 Tranchierbesteck, 2 Marktkörbe, 1
Tragkorb mit Nachbildungen verschiedener Lebensmittel in Traganth, 1
rundes Körbchen mit ähnlichen Nachbildungen von Brod.
=Schlafkammer.= 1 zweischläfrige, eichene Bettstatt mit
Strohsack, Kopfpolster, 2 Kopfkissen und Deckbett mit gestickten
Einsätzen, 1 vierbeiniger, eichener Tisch mit eingelegter Marmorplatte,
1 geschnitzte, eichene Truhe, 1 kleine hölzerne Truhe, 1 mit
Leder überzogener und mit Messingreifen beschlagener Koffer mit
Vorhängeschloß, 1 hölzerner, grünbemalter Kasten mit 4 Glasflaschen,
1 Strohkörbchen mit einem Glase, 1 blaubemalter Fayencekrug mit
Zinndeckel, 1 Bohrer, 1 Holzschraube, 1 Lichtschirm, 1 Gebetbuch
(Andächtiges Bettbüchlein, Colligirt durch Joh. Jeep; Nürnberg, bei
Sim. Halbmayern 1631), 1 leeres Buch.
=Schlafkammer.= 1 geschnitzter, eichener Bettschrank mit 2
Schubladen, enthaltend Strohsack, Kopfpolster, Betttuch, Kopfkissen
und Deckbett mit gestickten Einsätzen; 1 Kinderbettstättchen auf
4 hohen Füßen, mit Betten mit gestickten Einsätzen, 1 halbrunder
Tisch, 1 Stuhl mit Polsterkissen, 2 grün angestrichene Fußschemel, 1
Waschapparat mit zinnernem Wasserbehälter und Becher, 1 Kinderstühlchen
mit Nachtstuhl, 1 Wandschränkchen, 1 runder, dreibeiniger Stuhl mit
kupfernem Brodkessel, darin 2 Brode, 1 theilweise bemalte Holztafel zum
Aufschreiben der Wäsche und der Vorräthe der Speisekammer, 1 kupferner
Räucherkessel, 3 zinnerne Nachttöpfe, 2 Weihwasserkesselchen, 1 Madonna
von Traganth, 1 Hahn von Alabaster (Spielzeug).
=Schlafkammer.= 1 zweischläfrige Bettstatt von verschiedenfarbigem
Holze mit Strohsack, Kopfpolster, Betttuch, 2 Kopfkissen und Deckbett
mit gestickten Einsätzen; 1 mit Schnitzereien versehene Wiege mit
Strohsack, spitzenbesetztem Betttuch, Kopfkissen und Deckbett mit
gestickten Einsätzen, 1 zweithüriger hölzerner Kasten, welcher eine
weiß- und blaugestreifte und 2 weiße, spitzenbesetzte Schürzen, 1
blaues und 1 weißes Küchentuch, sowie 1 Frauenhemd enthält, 1 eichene
Truhe, 2 Stühle mit Polsterkissen, 1 grün angestrichener Fußschemel, 1
Spinnrocken mit Flachs, 2 Manghölzer, 2 Perrückenstöcke, 1 messingene
Handspritze, 1 zinnener Nachttopf, 1 mit Spitzen besetztes Handtuch, 1
Hornschlange (Spielzeug).
=Vorplatz im I. Stock.= 1 großer geschnitzter, eichener Schrank
mit Flügelthüren und Schubladen, enthaltend 5 Pack Tischwäsche, 1 Pack
Tischtücher mit Spitzen und 1 Pack Handtücher mit Spitzen; 1 kleiner
geschnitzter Schrank mit Flügelthüren und zwei Schubladen, enthaltend 1
Pack Kinderlätzchen, 2 spitzenbesetzte Tischtücher, 3 Pack Handtücher
ohne und 2 Pack mit Spitzenbesatz; 2 Blumenstöcke, 2 Abstreifbretter,
1 Brustharnisch, 1 Sturmhaube, 2 Mützen, 1 messingener Kronleuchter,
5 Oelgemälde in schwarzen und goldenen Rahmen, Glaube, Liebe und
Hoffnung, Gerechtigkeit und Stärke darstellend, 2 ovale hölzerne
Verzierungen mit Spitzen, 1 Bohrer (?).
=Wohnzimmer.= 1 geschnitzte, eichene Himmelbettstatt mit
grünseidenen Vorhängen, Unterbett, Kopfpolster, Betttuch, 2 Kopfkissen,
Bettdecke mit gestickten Einsätzen und Bettdecke mit Spitzenein- und
besatz; 1 großer, eichener Tisch mit 4 gedrehten Füßen und einer
grünseidenen, mit Silberspitzen besetzten Decke, 1 Waschschrank mit
zinnernem Wasserbehälter, 2 zinnernen Waschschüsseln, 1 Schwamm und
2 zinnernen Nachttöpfen; 1 geschnitzter Kasten mit Flügelthüren und
2 Schubladen, enthaltend 3 Spitzenkrägen, 1 Kinderjäckchen und 3
spitzenbesetzte Vorhänge (?); 1 gepolsterter Sessel mit Lederüberzug,
4 eichene Stühle, davon 3 mit Polsterkissen versehen, 1 eingelegter
Fußschemel, 1 Kinderlaufstuhl, 1 Korbwagen mit Bettchen, 1 hölzerner
Spucknapf, 1 Wäschhänge, 5 Landschaften darstellende Oelgemälde
in schwarz und goldnen Rahmen auf dem Gesimse des Täfelwerkes, 1
Schwarzwälder Uhr, 1 Spiegel mit geschnitztem Rahmen, 1 Spiegel
mit Rahmen von Silberfiligran, 1 Schaukelpferd, 1 schwarzsammtner
Herrnhut, 2 Kleiderbürsten, 1 messingene Räucherpfanne, 1 Paar
rothsammtne Pantoffel, 2 Rasiermesser, 1 Besteck nebst Löffel von
Elfenbein mit Schildkrotgriffen, 1 Stock zum Spitzenklöppeln, 1
Nähkästchen von Pappe, 1 Scheere, 1 messingenes Bügeleisen mit Stahl,
1 Körbchen von Glasperlen, 2 Damenbrettspiele, 1 Würfel, 6 Päckchen
Spielkarten, 1 Becher mit 5 Messern, 1 Wiege von Silberfiligran, 1
Herz von Silberfiligran, 1 messingene und 1 hölzerne Kinderschlotter,
1 Breilöffel, 2 Chinesen von Alabaster auf dem grünen Kachelofen,
1 Gebetbuch (Auserlesene Geistliche Rätzel, Nbg., Endter, 1722) in
Futteral.
=Küche.= 1 Tischchen, 1 grün angestrichener Stuhl, 1 Fußschemel,
1 Schränkchen, 8 hölzerne Schüssel- und Tellerrahmen, 1 niedriges
Wandbänkchen, 2 hölzerne Repositorien, 7 silberne Eßlöffel, 2 silberne
Dessertlöffel, 1 großer silberner Löffel mit Elfenbeingriff, 8 silberne
Gabeln, 3 silberne Messer, 28 große zinnerne Platten und Schüsseln von
zweierlei Größe, 21 kleinere zinnerne Platten und Schüsseln, 5 zinnerne
Schüsselchen, 21 größere zinnerne Teller, 10 kleinere zinnerne Teller,
13 zinnerne Tellerchen, 1 zinnerne Salzbüchse, 4 zinnerne Backmodel,
1 zinnerne Gewürzbüchse mit Schubdeckel, 1 zinnernes Salzfäßchen, 1
zinnernes Kehrichtfaß mit hölzerner Schaufel, 1 zinnerner Trichter
mit Stiel, 1 kupferner Brodkessel auf dreibeinigem, grünem Stuhle,
1 kupferne Wasserbutte mit Deckel, 2 kupferne Stützen mit Deckel, 1
kupferne Stütze ohne Deckel, 1 kupferner Kübel mit Deckel, 1 kupferner
Kessel mit 3 Füßen, 1 kupferner Kessel zum Hängen mit einem Hahne am
Boden, 1 kupferner Kessel mit Deckel, 1 kupferner Tiegel mit Deckel,
6 kupferne Kuchenformen, 1 kupferner Seiher, 1 kupferner Milchkrug,
2 kupferne viereckige Pfannen, 3 kupferne Deckel, 8 runde messingene
Pfannen, 6 messingene Backformen, 2 messingene Kuchenplatten, 2
messingene Mörser, 3 messingene Schüsseln, 1 messingenes Löffelblech,
3 messingene Deckel, 1 messingener Löffel, 1 messingener Bratenwender
mit 3 Spießen und einem Uhrwerke, nebst einem das letztere
umschließenden hölzernen Kästchen, auf dessen eine Seite eine Köchin
mit dem Bratspieße in der Hand gemalt ist, 7 Messinggewichte und 1
Bleigewicht, 2 messingene Lichtputzscheeren, 1 messingene Backschaufel,
3 messingene Backrädchen, 2 blecherne Seiher, 3 blecherne Becher,
1 großes blechernes Reibeisen, 1 Gewürzreibeisen, 1 Löffelblech
mit 4 verzinnten Löffeln, 1 Blechbüchse mit Stahl, Feuerstein und
Zunder, 1 blecherner Model für Marzipan, 1 verzinnte Schmalzschaufel,
1 blecherne Schaufel, 3 eiserne Schaufeln, 3 eiserne Dreifüße, 1
eiserner Rost, 1 eiserner Bock, 1 eisernes Backblech, 1 eiserne
Pfanne, 1 eiserner Bratenwender mit 3 Spießen, 1 eiserne Feuerzange,
1 blecherner, durchlöcherter Löffel, 1 Kettennetz, 1 eiserner Rost,
1 eiserne Tranchiergabel, 1 Messer mit Perlmuttergriff, 1 Messer in
ledernem Futterale, 19 Stück thönerne glasierte Häfen, Schüsselchen und
Backformen, 1 dreibeiniger Hackstock mit Hackmesser und Holzschlägel,
1 Hackbrett mit Hackmesser, 1 Blasbalg, 1 geflochtener Feuerfächer,
1 Mühle, 1 Holzschlägel, 1 Nudelbrett, 1 Nudelholz, 1 Holzplatte,
3 hölzerne Straubenspritzen, 2 hölzerne Erbsenpresser, 3 hölzerne
Kochlöffel, 2 hölzerne Schreibtafeln mit Malereien, 1 Holzschaufel, 1
Holzschlägel, 1 Körbchen, 1 Lichterkörbchen, 3 Pinsel, 2 gestrickte
Säcke, 5 Handtücher, 4 Küchentücher.
=Vorplatz des II. Stockes.= 1 großer eichener, geschnitzter
Schrank mit Flügelthüren und einer großen und zwei kleinen
Schubladen, enthaltend 7 Stück Leinwand, 4 Betttücher, 3 gestrickte
Aermelhandschuhe, 1 Paar gestrickte Strümpfe, 3 Tischtücher, 4
Handtücher, 1 Häubchen, 1 gestickten Muff, 1 doppeltes und 1 einfaches
Augenglas; 1 kleinerer geschnitzter, eichener Wäscheschrank mit
Flügelthüren und 2 Schubladen, enthaltend 6 Pack Kinderwäsche, 3 mit
Spitzen besetzte weiße Halsbinden; 1 Spinett mit Stimmschlüssel, 1
dreistufiger, hölzerner Tritt, 3 Oelgemälde in schwarz und goldenen
Rahmen: eine Madonna, eine weibliche Figur, den Neid, und eine
ebensolche, die Mäßigkeit darstellend, 1 hölzerne Schachtel mit 6
blaubemalten Fayencetassen, 1 hölzerne Schachtel mit 2 beinernen Kugeln
und 5 Kegeln, 3 messingene Wandleuchter.
=Schlafzimmer.= 1 geschnitzte, eichene Himmelbettstatt mit,
blauseidenen Vorhängen, enthaltend 1 Unterbett, 1 Kopfpolster, 1
Bettuch, 2 Kopfkissen und 1 Deckbett mit gestickten Einsätzen und
eine Bettdecke mit Spitzenein- und -besatz; 1 geschnitzte eichene,
zwischen zwei Säulen hängende Wiege mit 1 Unterbett, 1 Betttuch, 1
Kopfkissen und 1 Deckbett mit Spitzeneinsatz, sowie 1 Bettdecke mit
Spitzenbesatz; 1 eichener Kasten mit drei Schubladen, enthaltend 5
Hemden, 1 Schurz und ein Röckchen, sämmtlich aus Battist, 10 Lätzchen
von Battist und Leinen und 4 leinene Bündchen; 1 eichenes, geschnitztes
Schränkchen mit staffelförmigem Aufsatze, 1 Waschschränkchen mit
zinnernem Wasserbehälter, 4 Zinnschüsseln und 1 Zinnkrug; 3 eichene
Stühle mit Polsterkissen, 1 vierbeiniger, gepolsterter Stuhl ohne
Lehne, sogen. Hocker, 1 Nachtstuhl mit irdenem Topf, 1 sechstheilige
spanische Wand, mit goldgepreßtem, rothem Papiere vom Anfange des 18.
Jahrh. überzogen, 3 Landschaften darstellende Oelgemälde mit schwarz
und goldenen Rahmen, 1 Crucifix, 1 Sanduhr, 1 leeres Buch, 1 Gebetbuch
(Ein kurzes andächtiges Betbüchlein, Nürnberg, Christoph Endter, 1663),
4 Trinkgläser, 1 Partie Puppengeschirr, 1 messingene Räucherpfanne mit
Gestell, 1 kupferne Räucherpfanne, 2 gestickte Kammtaschen mit je 1
weißen, beinernen Kamm, die eine auch mit einem Staubpinsel versehen, 1
Vogelhaus mit Papagei, 1 zinnerner Nachttopf.
=Prunkzimmer.= 1 großer eichener Tisch mit 4 gedrehten Füßen,
1 eichenes Sopha mit blauseidenem Polster und Kissen, 1 Lehnsessel
mit schwarzem Sammtüberzug, 2 Sessel mit hoher Lehne, 5 Landschaften
darstellende Oelgemälde in schwarz und goldenen Rahmen, 2 Porträte
(Oelgemälde) in ovalen rothen Rahmen, 1 Spiegel mit gesticktem Rahmen,
1 sechsarmiger, messingener Kronleuchter, 1 blauseidene Tischdecke
mit Goldspitzen, 1 Molltischdecke mit Spitzenbesatz, 1 Zinnvase mit
Blumen, 1 ovale, silberne, getriebene Platte, 1 goldener Pokal, 2
goldene Becher, 1 silberne, getriebene Büchse, 2 silberne, emaillierte
Büchschen, 1 silberner Leuchter von Filigran, 1 silberner Krebs, 1
silbernes Bisambüchschen.
/Nürnberg./ /Hans Bösch./