24) Andet dich du mögest eine böse schuld machen, so vberbiede deine
wahr, oder verleugne dieselbe alß were es schon verkaufft.
25) Schreibe ein eh du außgibst, vnd nimb ein ehe du aufschreibest,
auf vereße (_vergeße_ = vergiß) nichts.
26) Lege dich keine nacht nieder zu Ruhe, du habst denn der handlung,
deßelben tags in die bücher gebracht.
27) Was du einschreibst, sey lauter, verstendig vnd richtig
eingetragen.
28) Zahle keinen wexel vor der Zeit, daz du ihn nicht noch einmal
zahlen must.
29) Wird dir ein wexelbrieff vor ankunfft der ordinari Brief
praesentirt, bedeuts gewißlich ein sonderlichen Casum, darumb mit der
acceptation behutsamb zugehen, vnd der aviso zu erwartten seyn will.
Aus dem Handlungsbuche des Hanns Albr. Lemp in Nürnberg vom Jahre
1652 (Bl. 17-19) in der Bibliothek der Paul Wolfgang Merkel’schen
Familienstiftung im germanischen Museum. Dasselbe enthält auch am
Eingang eine Reihe von Denkversen, die ebenfalls den frommen Sinn des
Schreibers bekunden; so z. B.
Wer ist für der welt veracht
Der würd groß von Gott geacht
Sei gern für der welt gering,
Daß dich hoch die demuth bring.
Arbeite fleißig in deim stand
Darein dein Gott dich hat gesand
Wer müßig bringt sein leben zue
Kommt nimmermehr zur himmelsruh.
Trag nur die last gedultiglich,
Damit die noth beleget dich.
Viel herter man zu Boden ligt,
Wer vngedultig wieder ficht.
In vnglückh faß ein Löwen Muth,
Traw Gott, es wird schon werden guth.
u. a. m.
/Nürnberg./ /Hans Boesch./