23) Dann es ist beßer mit rew verkaufft, als mit rew behalten.

24) Andet dich du mögest eine böse schuld machen, so vberbiede deine

wahr, oder verleugne dieselbe alß were es schon verkaufft.

25) Schreibe ein eh du außgibst, vnd nimb ein ehe du aufschreibest,

auf vereße (_vergeße_ = vergiß) nichts.

26) Lege dich keine nacht nieder zu Ruhe, du habst denn der handlung,

deßelben tags in die bücher gebracht.

27) Was du einschreibst, sey lauter, verstendig vnd richtig

eingetragen.

28) Zahle keinen wexel vor der Zeit, daz du ihn nicht noch einmal

zahlen must.

29) Wird dir ein wexelbrieff vor ankunfft der ordinari Brief

praesentirt, bedeuts gewißlich ein sonderlichen Casum, darumb mit der

acceptation behutsamb zugehen, vnd der aviso zu erwartten seyn will.

Aus dem Handlungsbuche des Hanns Albr. Lemp in Nürnberg vom Jahre

1652 (Bl. 17-19) in der Bibliothek der Paul Wolfgang Merkel’schen

Familienstiftung im germanischen Museum. Dasselbe enthält auch am

Eingang eine Reihe von Denkversen, die ebenfalls den frommen Sinn des

Schreibers bekunden; so z. B.

Wer ist für der welt veracht

Der würd groß von Gott geacht

Sei gern für der welt gering,

Daß dich hoch die demuth bring.

Arbeite fleißig in deim stand

Darein dein Gott dich hat gesand

Wer müßig bringt sein leben zue

Kommt nimmermehr zur himmelsruh.

Trag nur die last gedultiglich,

Damit die noth beleget dich.

Viel herter man zu Boden ligt,

Wer vngedultig wieder ficht.

In vnglückh faß ein Löwen Muth,

Traw Gott, es wird schon werden guth.

u. a. m.

/Nürnberg./ /Hans Boesch./

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 93 / 177 题