FUSSNOTE:

[237: Hier steht von anderer Hand noch folgender Spruch:

All dein Anliegen würff auff Gott.

So würstu nimmermehr zu Spoth.

]

Spitalbau in Füssen.

Auf den Vorsetzblättern der Maihinger Handschrift II. Lat.: 1. 4to.

num. 33 steht von einer Hand aus dem Anfang des 16. Jahrh. folgender

Eintrag:

„Des Jars als man zalt nach Christi gepurt unsers lieben herrn 1469 als

man angefangen hett das spitall hie zuͦ Füssen pawen vnd etwiuil

arbeit als mit dem grund vnd pfall schlahen vnd mauren darauff gesetzt

ward: kam her zuͦ unß in dise statt Füssen ain guͦtter gesell mit

namen Johannes Ronggo, hett nit par gelt an den paw zegeben, denn er

tranck wein vngemessen, doch begabt er sollich vnser Spittal mit disen

nach volgenden versen:

Astripotens pietate tua qui cuncta gubernas

Faucibus a baratri Faucenses oro tuearis,

Hoc qui struxere templum pariterque dedere

Munera que pietas tua suscipiat sibi grata.

Pontificum dyadema ferens celeberrimus evo

Petrus olim noster praesul Schaumberg et alumpnus

Contribuit nobis motus pietate paterna

Florenos centum mercede fruatur eterna

Cum castellano Schott nato sanguine claro.

Sed quam felicem fabrum qui condidit acta

Conradum Borhoch per quem capellula facta est.

Struitur ista domus pauperibus et peregrinis

Pupillis viduis simul orphanis decrepitisque.

M. l. x. iuncta, quatuor c. ter tria puncta.

Dise verß hat der Ersam priester herr Mang Birgman, Kirchherr zu

Pfronten getewschet wie nach volgt:

Gwaltiger gott der himlischen speren,[238]

Durch des guͦtte alle ding sich meren,

In der helle schlund, ich dich bitt,

Fuesser volck wellest versencken nitt,

Das dir den tempel hie auff diser statt

Vnd Spittal auß freyem grund gebawen hatt;

Sonder das guͦttlich von in empfahen,

Seyd sy dir zuͦ ern das gethon haben.

Einer, der die Bischoffliche Kron kluͦg

Langzeitt hie auff erden loblichen truͦg,

Hieß Peter von Schaumberg, ein Römischer Cardinal

Dar zuͦ bischoue in Augspurger sal,

Der (gab) auß seiner vetterlichen trew

Hundert gulden an ditz Spittal new.

Den lon wellest im geben in ewigkeit

Mit Hansen Schotten, hie sein pfleger beraitt.

O wie selig ist denn der schmid,

Der deß ersten disem Spittal reilich tailte mit

Vier hundert gulden, Conrad Borhoch genant,

Do mit der paw und Capell warden angewant,

Zuͦ stewr den bilgern vnd armen gebawen,

Witwen, waisen, alt, krancken vnd herkomnen,

Als man zalt nach Christi gepurt in dem Jar

Tauset vierhundert newn und sechtzig, das ist war.“

/Dinkelsbühl./ Gg. /Schepß/.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 94 / 177 题