2. Ueber die Anlage einer Wasserkunst in Magdeburg.

S. 178: „Es hat auch ein Radt der Altenstadt für dreyen wochen

ungefehrlich einen Meister allhie zue Magdeburgk gehabt, der wisse

Mölen zu machen, die ein Mensch sall umbziehen mit seinen Henden und

damit so viel meell teglich machen, das davon hundert Personen Jahr

un tagk enthalten sollen werden und solliche Mölen die burger sechse,

achte VVI (?) weniger oder mehr, dornach sie reiche sein, unter sich

machen und erbawen laßen. Ich bin auch bericht, das ein Radt mit

demselbigen vorbemelten Meister in Verhandlunge sein gewest, er habe

auch zu thun vorheischen, das er die Elbe vor dem Bruckthore wolle

einfassen und uff den Altenstedter marckt in einem Röhrkasten lassen

außlaufen und alda wieder einfallen, under sich lauffen laßen und in

allen gassen der Stadt laßen außspringen in Röhrkasten so stark, das

alle burger darauß backen und brawen sollen und zu alle ihrer notturfft

gebrauchen.

Dergleichen hat ein Radt der Altenstadt mit ihren Stadtgeschworen im

Radtschlage gehabt, das sie ihre Stadtgraben wollen unterscheiden

an sechß oder sieben stellen und in iglichem orthe sunderliche

fischereyen in der Stadt nutz machen, auch in denselbigen Stadtgraben

fünff oder sechß Kornmölen, eine Walckmöhle und eine Papyer-Mölen

durch denselbigen meister laßen setzen oder hencken und bawen mitt

dem Anhange, sie wollen die Wasser mit rädern über alle die Stadt

eingießen lassen, so sollen auch sustent in den Stadtgraben viele

gueter springk sein, die auch darzue helffen sollen. Der Meister ist

wieder heimgetzogen, man sagt er solle uff newen zukunfftigen Radts (?

-- Jahrs?) Zukunfft sich hieher kegen Magdeburgk heußlich besetzen und

in’s Radts Dienst und ganzer gemein begeben.“

/Magdeburg./ /Dr. G. Hertel./

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 78 / 177 题