1. Ueber ein Schmählied aus der Reformationszeit.

S. 81 des Manuscripts: „Der Radt hat auch gebotten in der Altenstadt

Magdeburgk, me soll von niemandts schmehelieder singen, nachsingen,

auß Ursachen, das Kinder und Altte das liedtt vom /Ochsentreiber/

singen.

Gleichmessigk hatt ein E. Radt in der Sudenburgk[205] auch den ihren

verbotten und wirt in den beiden Stedten gehalten, aber in der Neustadt

da singen die losen buben reich und arm von meinem gnedigsten Hern dem

Cardinall und Ertzbischoffe etc., dem Hauptmann zu Calbe[206] und mir,

dem Möllenvoigte, stets tag und nacht, und wen ich darkomme oder die

meinen, vielmehr dan sonsten, darauß man sehen, hören und gemerken kan

ihren meyneidischen, ungetrewen Ungehorsamb“...

Dieses Lied ist nicht bekannt; doch scheint es der ganzen Stelle nach

sich auf den Erzbischof bezogen zu haben; möglich, daß der Hauptmann

von Calbe und der Möllenvogt in demselben Gedicht mit behandelt wurden.

Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, das Dunkel zu lüften.

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit (Jg. 26, 1879) Neue Folge · 第 77 / 177 题