[190: Vergl. über denselben: Anzeiger, 1877, S. 139.]
[191: Es ist wol /erbnemen/ oder /erbnemern/ (Erbempfänger; s.
Schmeller-Frommann I, 137. Grimm, Wbch. III, 733) zu lesen. Vgl. das
folgende Schreiben, Zeile 9 v. u.]
[192: Gerechtigkeit (= rechtliche Ansprüche)? Man erwartet hier ein
Wort wie /güter/ oder /habe/; vergleiche die ähnliche Stelle des
folgenden Schreibens.]
[193: Ehrsamkeiten.]
[194: ohne.]
[195: Ob icht deme also = wenn etwa dem also (wäre.) Schmeller-Frommann
I, 30. Dr. Fr.]
Zur Mäusethurm-Sage.
In meinem Artikel „/der Mäusethurm bei Bingen/“ in Pick’s Monatsschrift
für rheinisch-westfälische Geschichte, Band I, S. 208, wies ich darauf
hin, daß die Mäusesage schon in Scriptoren des 14. und 15. Jahrhunderts
mit Erzbischof Hatto I. von Mainz in Beziehung gebracht werde. Nun
fand ich in Bodmann’s Nachlaß zu Miltenberg eine Notiz, welche den
obigen Nachweis bestätigt; ich stehe daher nicht an, dieselbe hier
nachträglich mitzutheilen:
„In dem noch ungedruckten Msto. Carthusiae Mog. fol. Nr. 38 sub tit.
Collecta ex Chronica Martiniana et Treverica A. D. MCCCC. heißt es
unter dem Leben Gregorii VII. P. M. fol. 36 vers.:
Hujus etiam tempore quidam potens in Convivio existens â muribus
circumvallatus, et tandem in aquâ et navi positus nullo potuit
auxilio juvari, et â muribus consumptus fuit. Quod quidam dicunt
et scribunt hoc de Hattone Archiepiscopo magunt. factum fuisse. Et
dicitur pro certo in quibusdam terris, in quibus si Leopardus aliquem
momorderit, statim multitudo advenit.“ --
/Regensburg./ Dr. /C. Will./
Ambrosius Alantsee.
Die Ansicht, welche in Nr. 1 des Anzeigers ds. J. (Sp. 16) über
den Schreiber der Maihinger Cauteraria comoedia ausgesprochen ist,
veranlaßt mich, auf den Münchner cod. lat. 4417b hinzuweisen, worin
Ambrosius Alantsee als (Benedictiner-) Prior von /Füssen/
auftritt, der 1491 einen Brief an einen Augsburger Geistlichen
schreibt. Diesen Prior von Füssen, nicht aber den Carthäuser, welcher
das Foedus Christianum schrieb, halte ich für den Schreiber der
Maihinger Handschrift. Ich habe dies bereits im vorjährigen Programm
der hiesigen Lateinschule („Zwei Maihinger Handsschriften“) p. 18
betont und möchte auch jetzt noch an das Vorhandensein zweier Ambrosii
Alantsee glauben, da ein Benedictinerprior doch schwerlich zum
Carthäuser umsattelte.
Zu den sehr dankenswerthen Bemerkungen des Herrn Bibliothekars Jos. M.
Wagner erlaube ich mir weiter hinzuzufügen, daß mir neuerdings zwei
Maihinger Codices bekannt geworden sind, in welchen Magister Ambrosius
A_ll_antsee (sic!) als Besitzer (nicht als Schreiber!) genannt ist; es
sind die Codd. latt. Folio nro. 8 (Inhalt: Ugutio’s etymologisierendes
Lexicon) und Quart nro. 33. (Der Inhalt dieses Miscellancodex gehört
fast durchweg den Humaniora an. Nur das letzte der 26 Stücke ist von
Alantsee selbst geschrieben; zu andern Stücken hat er zuweilen ganz
kurze Notizen, z. B. Textesvarianten, an den Rand gesetzt). -- Auf
dem Vorsetzblatt des Maihinger Miscellancodex Folio nro. 94 steht
im Inhaltsverzeichniß u. A. auch: „Item domini Johannis A_l_antsee“
(sic!)... Der Titel des Werks ist von Mäusen weggenagt worden, und das
Werk selbst fehlt im Codex; es ist mit noch andern Stücken, welche auf
dem Vorsetzblatt versprochen werden, herausgerissen worden.
Die eben erwähnten drei Maihinger Handschriften kamen aus der
Benedictinerabtei Füssen in Oettingen’schen Besitz.
/Dinkelsbühl./ /Georg Schepß./
Warnungstafel.
In der südlichen Taufkapelle der Marienkirche zu Zwickau ist eine Tafel
befestigt mit folgendem aufgemalten Spruch:
Hie herein ir Kinder nicht laufft
Weil[196] man Gots wort handelt und taufft
Pleibt draußen gantz vleißig höret
Gots wort und Sacrament ehret
Sunst werdt ir mit Rutten geschlagen.
Und gros straff und schmertzen tragen.
M. L. b. p.
Darunter sind zwei Ruthen abgebildet.
/Dresden./ /Dr. Steche./