[153: für imitantes.]
[154: für nempe.]
Ein alter Minnesängerdruck.
Emil Weller in seinen Annalen, I, 262 führt von einem Folioblatt o. O.
u. J., zweispaltig gedruckt, mit Holzschnitt, folgende Anfangsverse an:
Klaͤgliche Noth
Klag ich von der Minne
Das sie mir gebott
Daß ich mine sinne
Da bewante, da man verderben will.
Bey meinem Spiel.
Durch leide ich sendes kummers allzuviel.
Weder er, noch sonst jemand hat bemerkt, daß diese Verse einem Liede
des Minnesängers Hesse von Rinach angehören. Sie lauten in der Pariser
Handschrift folgendermaßen (vgl. Bodmer 1, 90a. Hagen 1, 210 a):
Klageliche not
clage ich von der minne
Das si mir gebot
Das ich mine sinne
Da bewante da man mich verderben wil.
Hey minnen spil
Durch dich lide ich sendes kumbers alze vil.
Die zwei Lieder dieses Dichters finden sich nur in der Pariser
Handschrift, und es ist in hohem Grade aus der Uebereinstimmung des
Textes wahrscheinlich, daß der Druck aus der Pariser Handschrift stammt.
Das Blatt kam in Joseph Bär’s November-Auktion 1861 unter Nr. 155 zur
Versteigerung. Eine Anfrage, wer dasselbe erstanden habe, führte zu
keinem Resultate, da die Auktionsregister aus jener Zeit augenblicklich
nicht zur Verfügung standen. Ich würde für den Nachweis, wo das Blatt
sich jetzt befindet, sehr dankbar sein.
/Heidelberg./ /K. Bartsch./
Notizen zur Kunstgeschichte.
1.
Herzog Maximilian I. von Bayern an Gewold, Geheimsekretär.
Der Hanß Werl, maler, hat khain Arbeitt, sonder wartt auff die
historien. Da er nun alßbalde eine hette, khundt er derweil verfaren.
Wolte gern, das er nit gehindert wurde.
Maximilian.
Eigenhändiges Original in der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München:
Cod. Germ. 2210, Fol. 53.
2.
Erzherzog Maximilian an Herzog Maximilian.
1604, August 15.
Wir haben einen Knaben, unsers underthanen kind, von Mergentheimb,
mit nahmen Martin Mitternacht, der nit ein bose inclination zu der
Mahlerkunst hat, sich auch in derselben albereit vor sich selbsten
zimlich angelassen, daher wir bewogen, ihnen ferner lernen, auch
derentwegen mit E. L^d Mahler Hansen Werle handlung pflegen lassen, daß
er ihne auf eine Zeit zu sich nehmen und unterweisen wolle. Wann[155]
aber Werle sich mit dem entschuldigt, daß er außer E. L^d bewilligung
niemand aufnehmen und lehren dörfe alß gelang an E. L^d hiemit unser
ganz freundlich gesinnen,[156] sie uns diese freundschaft erzeigen und
ihrem Maler erlauben wollen, daß er obbemelten knaben zu sich nehmen
und in der Kunst anbrengen[157] möge. -- Geben zu Insprugk den 15
Augusti aº 1604.
Original im k. Staats-Archiv zu München.
3.
Albrecht Dürer.
Der churpfälzische Rath Georg Michael Lingelsheim an Jakob Bongars.
Heidelberga 7 novembris 1607.
Cäsar cognovit in superiore Palatinatu esse /picturam Dureri/
artificiosissimam in arce quadam Papebergi, quod exiguum est oppidulum
ad Eschebachum; ea deposita jacebat in angulo obscurissimo situ
peritura. Caesar cum magnis precibus ab Anhaltino et electore[158]
petit, pro magno murere, quod se artificiosis hujusmodi tabulis
oblectare soleat. Metus est, ut jam producatur ad superstitionem:
nihilominus Caesaris desiderio satisfiet.
Jacobi Bongarsi et Ge. Mich. Lingelsheim epistolae, Argentor. 1660,
pag. 235.
Diese 3 urkundlichen Notizen wurden mir von Collega Dr. Stieve dahier
zur Publicierung gefälligst überlassen.
/München./ /Dr. J. A. Meßmer./