/Leubus/ (1175 gegründet). Die noch vor 1300 vollendete
Klosterkirche mag von dem Bruder /Fridericus magister operis/
monasterii Lubensis, welcher 1307 genannt wird, herrühren. (Abhandl.
d. Ges. f. vaterl. Kultur, Arch. Sect. 1870.) Im 17. u. 18. Jahrh.
arbeiteten in Leubus die Maler /Willmann/, „der schlesische
Apelles,“[146] Anton /Scheffler/ (auch an der Lorettokirche des
Prager Hradschin und dem Breslauer Universitätsgebäude beschäftigt)
und Philipp Christian /Benton/, welcher die Fresken der Kirche in
Städtel Leubus malte und auch 1746 für den Abt der Prämonstratenser zu
St. Vincenz in Breslau Arbeiten übernahm. (Zeitschr. X, 142.)
/Trebnitz/ (gegründet von Herzog Heinrich I. 1203 auf Anliegen
seiner Gemahlin, der h. Hedwig). Muthmaßlicher Baumeister der
Klosterkirche ist der in Urkunden von 1208 u. 1218 erwähnte /Laie/
magister /Jacobus lapicida/ (Zeitschr. IX, S. 308.) Der im Kloster
befindliche Grabstein des Herzogs Konrad II. von Oels († 1403)[147],
ohne jedes Bildwerk, nur mit einer Randinschrift, war 1409 dem
Maurermeister /Heinrich Frankenstein/ verdingt worden. (Zeitschr.
X, 132.)
/Grüssau/ (1292 erbaut und mit Cisterziensern besetzt; nach Knie,
am angeführten Ort, S. 188)[148]. Luchs, bildende Künstler, S. 25,
erwähnt aus einem Briefe des Provinzialarchivs (ohne nähere Angabe)
d. d. Breslau, 1562 am Pfingstmontage, an den Herzog von Brieg einen
Meister /Christoph/ den /Walen/, Meurer, der nach Grüssau
gehen muß.
1692 legte der Abt Rosa den Grundstein zur Josephskirche, welche
Michael /Willmann/ mit Fresken ausschmückte. (Büsching, a. a. O.,
S. 356 ff.) Dieselbe Quelle nennt noch Gemälde der Klosterkirche von
Jacob /Köbel/, /Brandel/, /Scheffler/.
/Heinrichau/ (Tochterkloster von Leubus, gegründet 1222,
eingeweiht 1227. Stenzel, schles. Gesch., S. 36 ff.). Das
Fundationsbuch (ediert von Stenzel 1854) nennt 1304 und 1309 (S. 205.
105) den Bruder /Winandus magister operis/. Auch wird in einer,
allerdings für unecht erklärten, aber doch noch aus dem 13. Jahrh.
stammenden Urkunde von 1234 (Schles. Regesten, Nr. 433) gesagt, Herzog
Heinrich habe auf Bitten des obigen Steinmetzen Jacob dem Kloster
Trebnitz 200 Hufen eines Waldes bei Heinrichau geschenkt, von denen
/Winand/ die Hälfte besitzen solle; vielleicht steht dieser zu
dem Baumeister W. irgendwie in Beziehungen. -- Büsching a. a. O., S.
417 ff. nennt in einer dort abgedruckten Urkunde von 1325 einen Abt
Wynandus von Heinrichau und unter den Zeugen einen zweiten /magister
operis Johannes/ nebst einem /Winand/ furnarius (Bäcker).
-- Bei Stenzel a. a. O., S. 166, wird zum Jahre 1263 ein Johannes
aurifaber angeführt. -- Das zweite Schweidnitzer Schöppenbuch erwähnt
1407, ohne jede Namensbestimmung, einen /moler/ von Heynrichau.
Möglicherweise ist es der im Schweidn. Steuerregister vermerkte Jocob
moler, Czinkewicz (ein zu Kloster H. gehöriges Dorf) genannt. --
Auch in H. hat /Willmann/ nach Büsching, S. 415 ff., gemalt.
-- Die schlesischen Provinzialblätter von 1865 thun ohne jegliche
Begründung eines elfenbeinernen Cruxifixes in einer Seitenkapelle der
Klosterkirche Erwähnung, das von /Benvenuto Cellini/ herstammen
soll (!).
/Rauden./ (Die Stiftungsurkunde datiert von 1258, cf. Regesten,
2. Bd., S. 13.) Das ehemalige Gebäude gehörte dem Uebergangsstile an,
wovon noch Spuren vorhanden sein sollen; das jetzt stehende wurde 1671
errichtet. Der Architekt /Melchior Werner/ aus /Neiße/ baute
es und erhielt außer Beköstigung 3 [Symbol: Reichstaler] pro Woche und
3 Achtel Bier, der Parlier außer Kost 2 [Symbol: Reichstaler], jeder
Maurer 10, jeder Handlanger 4 Sgr. und Station. (Potthast, Rauden, S.
84.) -- 1775 malt /Sebastiani/ den großen Speisesaal (ebd. 119.
137), auch die Pfarrkirche wie anderes in dem Städtchen Ober-Glogau.
(ebd. 137.) -- 1718, resp. 1767, sind in Rauden zur Herstellung von
Gemälden und Porträten engagiert der Maler /Sedleczky/ und der
akademische Künstler’ J. H. Deppé (ebd. 262.)
/Walstatt/ (1707-23 gebaut). Das Hochaltarbild stammt von /de
Baker/, Maler des Fürstbischofs Franz Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein,
und stellt dar die Auffindung der Leiche Herzog Heinrichs des Frommen
auf dem Schlachtfelde. (Büsching, a. a. O., S. 69.) Für dieselbe
Klosterkirche arbeiteten der Maler /Brandel/ (cf. Grüssau) und der
Bildhauer /Hiernle/ aus Böhmen. (ebd. S. 70.)
Hiemit seien nun diese „Beiträge“ einstweilen abgeschlossen. Sofern
sich mir wieder Gelegenheit bieten sollte, ein städtisches Archiv
der Provinz nach dieser Richtung hin untersuchen zu können, sollen
die Resultate davon an gleicher Stelle ihren Platz finden. Aus
Liegnitz und Görlitz hoffe ich demnächst noch Aufschlüsse über die
Renaissanceperiode zu gewinnen.
/Brieg./ Dr. /Ewald Wernicke./