[124: Nach Kastner’s Neißer Geschichtsfreund I, 1 wurde am 7. oder
12. Juli 1198 die neue aus Stein erbaute Jacobskirche eingeweiht vom
Bischof Jaroslaw († 1201); diese Nachricht ist aber nach den Regesten
z. schles. Gesch. S. 45 unsicher. 1267-68 erwähnen die Regesten die
Pfarrer Golinus und Peregrin von Neiße.]
[125: Diese und folgende Angaben beruhen auf Autopsie des Einsenders,
welcher von den Oertlichkeiten im Herbst vorigen Jahres Kenntniß nahm.]
[126: Im untersten Stock, unter dem großen Thurmfenster erblickt man 2
Wappenschilder mit Hausmarken, welche den betreffenden Kirchenvätern
angehören mögen.]
[127: von Turzo, regierte 1506-20, verwandt mit den aus Ungarn
stammenden schlesischen Grafen Henkel-Donnersmark. Die im 18.
Jahrh. angefertigte Tumba des Bischofs mit seiner rothbraun in
Oel angestrichenen Originalfigur im Breslauer Dome ist in Luchs’
Fürstenbildern auf Tafel 5 abgebildet. Derselbe Kirchenfürst errichtete
1509 das Schloß Johannisberg oberhalb Jauernick in Oestr. Schlesien,
dessen wohl erhaltener Ueberrest bereits die Formen der Antike
nachahmt.]
[128: Im Umgange derselben auf der Rückseite des Hauptaltares ist
senkrecht eingemauert der figurierte Grabstein des Bischofs Wenzel,
Herzogs von Liegnitz (1382-1417), abgebildet bei Luchs, a. a. O. Taf.
2.]
[129: Die Großmutter Christi, Anna.]
[130: cieplo, (poln.) warm, woda Wasser, N. W. 7/4 M. von Münsterberg;
wahrscheinlich hat es seinen Namen von ehemals dort vorhandenen warmen
Quellen.]
[131: Ueber Holztafelbilder und Schnitzereien des Mittelalters in der
Jacobskirche gibt Luchs in Schlesiens Vorzeit, a. a. O. Notizen.]
[132: Im Nekrolog des Klosters (abgedruckt in der Zeitschr. f. Gesch.
Schles. IV, S. 300) erscheint auch sein Name.]
[133: Seine Buchdruckerei übernahm um 1630 ein gew. Gründer aus
Görlitz; dieselbe lag auf der Milchstrasse in der Gegend des heutigen
Theatergebäudes. Eines der ersten gedruckten Werke in Brieg soll eine
italienische Grammatik gewesen sein, in Rücksicht vielleicht auf die
am Hofe geläufige Sprache und die daselbst im 16. Jahrh. bestehende
Künstlercolonie. Die Leichen-Conducte der Brieger Herzoge druckte 1664
Christoph Tschorn; die Beschreibung Schlesiens von Zimmermann 1789 Joh.
Ernst Tramp.]
[134: Der Contract, nach welchem der kunstreiche Maler B. Scherschmidt
1568 die Zifferblätter der Brieger Stadtuhr mit Wappen und Zierrathen
für 90 [Symbol: Reichstaler], 6 Sch. Korn, 1 Achtel Bier und 2 Eichen
aus dem Stadtwalde anfertigen sollte, ist Weißbuch 264 a verzeichnet.
-- Der Uhrmacher Leonhard Buchleiter stellte das Werk selbst her.]
[135: Von dort aus erfolgten Gegenbestrebungen der deutschen Maurer
gegen die italienischen Architekten zu Brieg (cf. Luchs, Bildende
Künstler, S. 16 ff.]
[136: Kreis Brieg.]
[137: Ein Geburtsbrief der Brieger Bauhandwerkerlade hat auf dem
Wachssiegel (16. Jahrh.?) im Wappenschilde Winkelmaß, Hammer und Kelle
mit der Umschrift: Sigl der Meier in Jegerndorf.]
[138: Büsching erwähnt in seiner Geschäftsreise, S. 111, am
Eingange der Pfarrkirche ein altes Bild, aus Holz geschnitten,
1509, Bonaventura. Auch aus der Umgegend von Freistadt werden
Malereien, resp. Schnitzbilder, namhaft gemacht in den Dorfkirchen
von Herzogswalde, Streidelsdorf, Weichau, Großenbohrau (Schles.
Vorz. 28. Ber.); in Milkau bei Freistadt stehen zwei Altarschreine
(Vicariatsacten).]
[139: Ein Goldschmied Georg von Glogau und sein Sohn Vincenz kommen in
Görlitzer Urkunden von 1395-1476 vor.]
[140: Die Hirschberger Umgegend besitzt ansehnliche Ueberreste der
mittelalterlichen Malerei in den Kirchen von Schildau, Buchwald,
Arnsdorf, Kaiserswaldau und Wandmalereien in Schmiedeberg.]
[141: Er starb 1536 und wurde in der Frankensteiner Pfarrkirche
vor dem Hochaltare beigesetzt; sein Grabmal, abgebildet in Luchs’
Fürstenbilder; Tf. 22, verfertigte /Ulricus statuarius lapicida/ aus
Sagan, der sich daran nennt; ein eisernes Gitter darum arbeitete
Meister /Hubrich/ von Frankenstein (ebd.)]
[142: Auch in Görlitz war ehemals eine künstliche Uhr am Rathsthurme
angebracht, welche einen Löwen brüllen ließ.]
[143: Nachträglich hat sich noch ergeben, daß Meister Bernhard bereits
1560 auf der Burggasse in Brieg bei dem alten Marstalle des Herzogs
ansäßig gewesen; die Br. Mittelsprivilegien, in denen ich dies
gefunden, nennen ihn f. 375 b: „Bernhart Wolcken den Walhen.“]
[144: Flügelaltäre von 1506 und 1613 haben sich erhalten in
Güttmannsdorf und Olbersdorf bei Reichenbach. (Vic. Acten.)]
[145: Schnitzaltäre finden sich in der Kreuzkirche und im
Dorotheenhospital zu Sagan; zwei in Hirschfeldau, je einer in
Wittgendorf und Eckersdorf; auch die Umgegend von /Sprottau/ ist reich
an solchen Denkmälern, so in Metschlau drei Klappaltäre, je einer in
Giesmannsdorf und Ottendorf. (ebenda.)]
[146: Ueber ihn und die folgenden Maler gibt nähere Auskunft Knoblich
in seiner Monographie über ihn und Luchs in den „Bildenden Künstlern.“]
[147: Die richtige Jahrzahl hat Grotefend in den Stammtafeln der
schles. Fürsten bis 1740.]
[148: Als Einsiedelei (heremus) Grissobor bereits 1240 genannt und
Benedictinern überwiesen. (Regesten I, 205.)]
Berichtigung.
Im „Wirtembergischen Urkundenbuch“ III, p. 52. beschreibt von Kausler
zwei Siegel an der Kloster Kaisheimer Urkunde vom Jahre 1216 im kgl.
Reichsarchive zu München, wie folgt:
„2) prepositus de Steine (sic!). Siegel rund, darauf ein Lamm mit
Kreuz oder Fahne. Umschrift nicht deutlich... 5) prepositus de Cella.
Länglichrundes Siegel, Figur: Phönix mit ausgebreiteten Flügeln.
Umschrift: ✠ Memento mei.“
Da diese Beschreibung theilweise unrichtig ist, theile ich hier
diplomatisch getreue Abbildungen der beiden Originale mit.
Das Siegel des „prepositus de Steine“ zeigt das Lamm Gottes mit dem
Kreuze, und dessen Legende lautet: „✠ Agnus dei.“
[Illustration]
[Illustration]
Das Siegel des „prepositus de Cella“ ist spitzoval, zeigt den
gewöhnlichen heraldischen Adler, und dessen Legende lautet: „✠ Memento
mei d(omine).“
[Illustration]
Ich besitze einen Bronze- oder Messing-Stempel, dessen Abbildung ich
hier gleichfalls folgen lasse, welcher in der Nähe der Oberamtsstadt
Geislingen (Württemberg) aufgefunden worden sein soll. Derselbe
verräth durch seine rohe Arbeit, durch seinen Stil und durch das Oehr
zum Aufhängen ein sehr hohes Alter und könnte wohl auch aus dem 13.
Jahrh. stammen, und zwar wegen seines Bildes und seiner Legende aus dem
Kloster Steinheim, welches bekanntlich später im Kloster Königsbronn
aufgegangen ist.
Auch auf diesem Stempel, wie auf so manchen mittelalterlichen, fängt
die Legende unten an.
/Kupferzell./ F.-K.
Ein Mysterium des 12. Jahrhunderts aus dem Stifte St. Blasii in
Braunschweig.
Im herzoglichen Landeshauptarchive zu Wolfenbüttel befindet sich ein
Agendarium, von einer Hand des zwölften Jahrhunderts schön und sauber
geschrieben, welches früher dem Stifte St. Blasii zu Braunschweig
zugehörte. Es hat auf dem Vorsetzblatte, von einer wenig jüngeren Hand
wol um 1200 geschrieben, die nachfolgende Osterfeier. Oben auf der
Seite steht von einer Hand des 14. Jahrhunderts „agenda ecclesie sancti
Blasii.“ Das Mysterium ist durchgehends mit Notenzeichen versehen.
Maria Magdalena et alia Maria ferebant diluculo aromata[149] dominum
querentes in monumento.
Mulieres.
Quis revolvet nobis ab hostio labidem, quem tegere sanctum cernimus
sepulchrum?
Angelus.
Quem queritis, o tremule mulieres, in hoc tumulo gementes?
Mulieres.
Jesum Nazarenum crucifixum querimus.
Angelus.
Non est hic, quem queritis; sed cito euntes nunciate discipulis eius
et Petro, quia surrexit Jesus.
Mulieres veniunt et dicunt discipulis.
Ad monumentum venimus gementes; angelum domini sedentem vidimus et
dicentem, quia surrexit Jesus.