[57: endelich, tüchtig, zuverlässig. Lexer, I, 551.]
[58: ehrbar, mhd. êrbaerec.]
[59: fördern.]
[60: sich lehnen, legen.]
[61: sacrarium, Sacristei.]
[62: außer, als.]
[63: gebotener Fast- oder Feiertag. Schmeller I, 243.]
[64: nur, mhd. niwâri, newer.]
[65: der Zipfel der Kaputze und die Kaputze selbst. Lexer I, 1515.]
[66: einfach, schlicht.]
[67: Zeit der dritten canonischen Hora.]
[68: Du Cange, VI, 781: Versicularius, qui versus in officio divino
cantare debet.]
[69: Messe, welche nach der mettine (matutina) um Tagesanbruch gelesen
wird. Lexer II, 1392.]
[70: pulpitum, Pult.]
[71: übergeht, übertritt.]
[72: mit Lauge waschen, figürl. Verweis geben, strafen. Lexer, I, 288.]
[73: oder; Schmeller, I, 12.]
[74: lectio, Lehre, Schulunterricht. Lexer I, 1852.]
[75: 1/4 Pfund.]
[76: übrig bleibt. Lexer II, 1608.]
[77: bettet, das Bette macht, (mit Dativ der Person). Lexer I, 244.]
[78: Ungezogenheit, Ungesittetheit, Rohheit begienge.]
[79: ihn entlassen.]
[80: sehr, heftig.]
Zum fränkischen Bauernkrieg.
Nicht blos in Ostfranken und gegen Thüringen zu rumorten die
fränkischen Bauern, auch im Süden, an der Grenze gegen das Ries und
gegen Neuburg und das bayerische Fürstenthum hin, gab es Unzufriedene
genug, die gleich den Schwaben ihr Schicksal auf die Schärfe des
Schwertes setzten und durch Gewalt und Aufruhr ihr Loos zu verbessern
suchten. Ihre Unzufriedenheit bekam Nahrung von den Rieser Bauern, die
mit ihren Herren, den Grafen von Oettingen, ins Gericht gehen wollten,
von den „Dinkelsbühler und Ellwanger Haufen,“ welche Anfangs Mai sich
ins Ries zu werfen beabsichtigten. Markgraf Casimir, der bemerkte, wie
am Südrand seines Fürstenthums diese Kriegsfackel sich zu entzünden
drohte, hielt es für das Beste, hier rasch den Brand zu unterdrücken;
er zog daher, sobald er von den ersten Gewaltthaten seiner Bauern
hörte, jener Gegend zu. Der kurze, aber nicht unblutige Feldzug fand in
der Schlacht am Hahnenkamm, im Dorfe Ostheim sein Ende.
Wir finden nun in den „Bayerischen Bauernkriegs-Sachen“ (VI. Band,
p. 206) des Münchener Reichsarchivs folgenden Brief Casimirs, der
die Schilderung dieser Begebenheiten enthält, und glauben, ihn
hier mittheilen zu sollen, um so mehr, als er von der Bensen’schen
Darstellung (Geschichte des Bauernkriegs in Ostfranken, p. 389 f.)
in mehreren Punkten abweicht: 1) In Bezug auf die Datierung der
Thatsachen: Auszug Casimirs aus Ansbach am 6., nicht 8. Mai; Schlacht
bei Ostheim am 7., nicht 9. Mai. 2) Casimir selbst commandierte in der
Schlacht nicht. 3) Die Zahlenangaben über die Truppenstärke sind hier
officiell, sofern sie das markgräfische Corps betreffen. Der Brief,
dem die Adresse leider fehlt, ist aller Wahrscheinlichkeit nach an
den Pfleger zu Wemding, Conrad von Leonrod, gerichtet, der ihn seiner
Regierung überschickt haben wird.
Casimir etc. 8. Mai 1525.
Wir geben dir genediger mainung zu erkhennen, das uns vorgestern (6.
Mai) angelangt hat,[81] das sich ain hauff paurn, mererteil uns und
den unsern zustendig, zusamengethon, unser stat Wassertrüehending[82]
einzunemen, uns und die unsern daraus zu beschedigen. derhalben wir
uns dann von stund an zu ros und fues mit ainem stattlichen geschütz
aufgemacht, die stat zu retten und die paurn davor zu schlagen.
aber ehe wir den weg halb von Onolzbach khumen, ist uns potschaft
under augen worden, das die paurn die stat eingenomen und im willen
hetten unser closter Ahausen[83] und Haidenheim zu plündern, zu
verprennen und zu verderben, also haben wir uns gewent in meinung
inen fürzuziehen[84], fernern schaden zu verhüten, und unsern weg uf
Guntzenhausen genomen, ob die paurn uf Haidenheim zugeen, das wir von
Guntzenhausen aus gegen inen fürnemen mochten. und ehe wir also gein
Guntzenhausen khumen sind, ist uns wider potschaft under augen khomen,
das die paurn unser closter Ahausen haben eingenomen und geplündert
und uf gestern sontag (7. Mai) mit etlichen hunderten uf Haidenhaim
zuzeziehen, dasselbig unser closter auch zu plündern und zu verprennen.
also haben wir von stund an etlich unser geraisig uf dritthalb hundert
zu ros und fünfthalb hundert zu fues und sechs schlangen puchsen gegen
inen geschickt, ob sie sie mochten betretten, mit der that gegen inen
zehandeln, und sind wir mit dem andern hauff zu ros und etlich zu fues
in der stat Guntzenhausen plieben und haben kain anderst gewist, dann
das der paurn über sieben oder acht hundert nit. aber über drej stund
ist uns gewislich botschaft komen, das das heer aus dem Ries zu den
andern jetzt gemelten paurn gezogen sind, das man bede haufen uf und
über sechs tausent geacht hat. deshalben wir von stund an ainen potten
abgevertigt den unsern sollichs angezaigt. aber der pot hat nit zu
inen konnen khumen, und also sind die unsern an die paurn khomen, sie
angriffen und mit dem geschütz auch zu ros und fues mit inen getroffen,
der viel erschossen und erstochen und sie in die flucht gepracht, also
das sie in ain gros dorf geflohen und haben die unsern das ober den
paurn anprent, und welche von paurn nit todt pliben, die haben sich
alle in gefängnus geben, auch ire fenlein, harnisch und were den unsern
überantwurtt, doch haben ine die unsern zugestanden das leben und
ewige gefangnus zu sichern. Das haben wir dir, dich mit uns zefreien,
gnediger mainung nit wollen verhalten. Datum Guntzenhausen am montag
nach Jubilate ao. 25.
/Augsburg./ /Dr. Wilhelm Vogt./