Larve von _Ascaris acus_ (_Trichina cyprinorum_) aus den Weissfischen.]

Schon seit längerer Zeit sind aus vielen karpfenähnlichen Fischen

kleine Nematoden bekannt, die wenig umfangreiche (bis 1 _mm_ lange)

Kapseln der Mesenterien und des Lebergewebes bewohnen. Im Genfersee

sind die betreffenden, höchstens 2 _mm_ langen Würmer speziell in

der Laube (_Alburnus lucidus_) häufig. Verwandte Arten sind von +v.

Linstow+ in der Quappe und Aesche eingekapselt gefunden worden. Die

schlanken Tierchen zeichnen sich durch einen weiten Mund mit kräftigem

Bohrzahn und einen drüsigen, vom Pharynx sich abzweigenden Blindsack

aus. Sie sind geschlechtslos. +Diesing+ legt ihnen in seinem Hauptwerk

„Systema Helminthum“ fälschlich den Namen _Trichina cyprinorum_ bei

(Fig. 36). Offenbar sind sie vom Darm her in Leber und Mesenterien der

Weissfische eingewandert. Im Zwischenwirt können sie wohl längere Zeit

ein latentes Leben führen, eine für die Erhaltung der parasitischen

Spezies wichtige Eigenschaft. Die Dauer der Möglichkeit einer

erfolgreichen Übertragung auf den Hauptwirt wird so verlängert und der

Verbreitung des Schmarotzers dadurch kräftiger Vorschub geleistet.

Während seines Aufenthalts im Zwischenträger gehen mit dem jungen

Wurm keine weiteren Veränderungen vor sich; er wächst bis zu einem

gewissen Grade, ohne eine Metamorphose durchzumachen, ein Verhalten,

das von dem des _Cucullanus_ bedeutend abweicht. Mit den Weissfischen,

der Lieblingsnahrung des Hechtes, gelangen die Nematoden in den Magen

dieses grossen Räubers des Süsswassers. +Leuckart+ fand sie dort wieder

eingekapselt in den Wandungen des Verdauungstractus, dann aber auch

frei in den verschiedensten Grössen und Entwickelungsstadien Magen

und Darm des Wirtes bevölkernd. Von der _Trichina cyprinorum_ bis zur

ausgewachsenen, geschlechtsreifen _Ascaris acus_ liessen sich alle

wünschbaren Übergangsformen nachweisen. Der Bohrzahn geht verloren; die

drei für _Ascaris_ charakteristischen Lippen erscheinen am Umfange der

Mundöffnung; die Geschlechtsorgane wachsen schlauchförmig aus. Dagegen

bleibt im erwachsenen Tier jener eigentümliche Blindsack des Ösophagus

bestehen, der schon die junge Larve in den Weissfischen auszeichnet und

so junge und alte Form leicht auf einander zurückführen lässt.

_Ascaris acus_ Bloch ist kein seltener Gast im Darm und auch in der

Leibeshöhle von Hecht, Quappe und Forelle. In jüngeren Stadien, frisch

aus den Weissfischen stammend, lebt sie zunächst eingekapselt in den

Wandungen des Verdauungstractus ihrer Wirte, wie dies +Leuckart+

beobachtete. Nachdem sie eine bestimmte Grösse erreicht hat, bricht sie

nach dem Darm oder der Leibeshöhle durch. Länge des ♀ bis 40 _mm_, des

♂ bis 30 _mm_. Die Mundlippen sind stark entwickelt, Cuticula deutlich

quer gestreift. Wie bei fast allen Parasiten werden Eier in grösster

Menge gebildet. An diesen Ascariden des Hechts hat +Bunge+ durch eine

Reihe interessanter Experimente nachzuweisen verstanden, dass sie vier

bis sechs mal 24 Stunden in vollkommen sauerstofffreien Medien leben

können.

Eingekapselte, geschlechtslose Nematoden sind in den verschiedensten

Organen von Fischen des süssen und salzigen Wassers eine ganz

gewöhnliche Erscheinung. Über ihre Zugehörigkeit zu erwachsenen Formen

aber sind wir bis jetzt in den wenigsten Fällen genügend aufgeklärt.

Äusserst verbreitet und oft in ungeheuerer Zahl auftretend ist in sehr

vielen Fischarten die _Agamonema capsularia_ Dies., die wahrscheinlich

mit der unter ähnlichen Umständen vorkommenden _Ascaris capsularia_

Rud. und der _Filaria piscium_ Rud. zusammenfallen dürfte. Es

liegen die Würmer spiralig aufgerollt und von einer leichten Kapsel

umschlossen an und in den verschiedensten Organen: Leber, Nieren, Milz,

Geschlechtsorganen, im Peritonäum, auf der Aussenfläche des gesamten

Verdauungstractus, besonders zwischen den _Appendices pyloricae_. Aus

ihrer Kapsel befreit, schwimmen die glänzenden, äusserst beweglichen,

schlanken Würmer sehr lebhaft im Wasser. Es gelang mir in zahlreichen

Versuchen Exemplare aus dem Lachs Monate lang in kleinen Wassermengen

am Leben zu erhalten, nie aber nach vollkommener Austrocknung dieselben

durch Anfeuchtung wieder zu beleben. Länge bis 20 _mm_, Tegument

glatt, keine Seitenmembranen, Vorderende etwas verschmälert, drei

kleine rudimentäre Lippen. Der Ösophag trägt auch hier wieder ein

kleines seitliches Caecum. Keine Geschlechtsorgane. Früher wurden diese

„Filarien“ fälschlich zum Entwickelungscyklus gewisser die marinen

Fische bewohnender Cestoden (Tetrarhynchen) gezogen! Wahrscheinlich

erreicht _Agamonema capsularia_ die Geschlechtsreife in grossen

Raubfischen. Wenigstens fand ich im Magen eines Haifisches freie

Agamonemen neben halbverdauten Resten eines Meeraals, ein Fisch, der

mit larvären Würmern oft besetzt ist. Neben den Cysten der Agamonemen

liegen in manchen Organen vieler Süsswasserfische noch Kapseln anderer

Nematoden. Kapsel und Insasse aber unterscheiden sich durch Lage, Form,

Bau leicht von den soeben beschriebenen Bildungen. Sie gehören wohl

verschiedenen geschlechtsreifen Arten von Fadenwürmern an, doch ist ihr

Zusammenhang mit erwachsenen Formen nur sehr wenig klargestellt.

An die Klasse der Nematoden schliesst man gewöhnlich die Gruppe der

Kratzer, Acanthocephalen oder, wie sie nach ihrer einzigen Gattung

genannt wird, der Echinorhynchen an. Es sind dies ohne Ausnahme

typische Darmschmarotzer. Ihr Bau verrät sofort den Parasitismus durch

den mit kräftigen Haken bewaffneten, in eine Scheide zurückziehbaren

Rüssel, der als starker Haftapparat dient, und durch die völlige

Abwesenheit des Verdauungssystems. Die Nahrungssäfte werden aus dem

Wirt osmotisch durch die ganze Körperoberfläche aufgenommen. Im

gestreckten, oder eiförmigen Körper liegen, von einem aus Quer- und

Längsfasern zusammengesetzten Muskelschlauch umschlossen, hauptsächlich

die kompliziert gebauten Geschlechtsorgane. Die Geschlechter sind

getrennt, die Fruchtbarkeit erfährt auch hier eine für den Parasiten

so wünschenswerte starke Steigerung. Im Grunde der Rüsselscheide

entwickelt sich das Nervensystem in Gestalt eines Ganglions mit

davon ausstrahlenden Nerven; in die Leibeshöhle ragen noch zwei

eigentümliche, schlauchartige Bildungen, die Lemnisken, denen man die

Funktion von Exkretionsorganen zuschreibt. Die Lebensgeschichte der

Echinorhynchen ist durch das Schmarotzertum stark beeinflusst.

Kratzer im Darme von Süsswasserfischen sind eine recht häufige

Erscheinung. Besonders verbreitet in allen Fischen aus der Familie

der Karpfen, aber auch in Barsch, Quappe, Hecht, Aal, Stör, Forelle,

Aesche, Groppe, Saibling, Kaulbarsch findet sich der _Echinorhynchus

proteus_ Westrumb. Oft ist der Enddarm des Wirtes von den rötlichen

oder gelblichen Schmarotzern prall angefüllt. Die Länge der Tiere

beträgt bis 30 _mm_; vom Januar bis Juni nahm sie bei den Exemplaren

aus dem Genfersee stetig zu. Äusserlich zeichnet sich die Art

durch einen langen, schmalen, unbewehrten Hals aus, der an der

Übergangsstelle zum Rüssel eine durchaus charakteristische, kugelige,

als Bulla bezeichnete Bildung trägt. Der Rüssel selbst ist nach

+Hamanns+ neuester, schöner Arbeit mit 23 bis 25 Querreihen von Haken

bewaffnet, die drei verschiedenen Formen angehören. Eine verwandte,

von +Hamann+ zuerst genau festgestellte Art, der _E. Linstowi_,

besitzt nur zehn Hakenreihen mit zweierlei Formen der Haftgebilde.

Gesamtzahl der Haken für _E. proteus_ 230–250, für _E. Linstowi_ 60.

Die Grösse der Exemplare von _E. proteus_ richtet sich nach der Grösse

des bewohnten Fisches, ein Verhältnis, das für Wirt und Gast bei

parasitischen Geschöpfen überhaupt oft gültig ist. In der Jugend sind

die Echinorhynchen noch kaum angeheftet; ältere Individuen versenken

Rüssel und Hals tief in die Schleimhaut des Fisches.

Die reifen, bereits embryonenhaltigen Eier fallen, nachdem das

Ovarium geplatzt ist, in die Leibeshöhle; sie werden von einem

eigentümlichen, sich fortwährend öffnenden und schliessenden Teil

des Geschlechtsapparats, der Uterusglocke, aufgeschluckt und von da

durch die Leitungsapparate an die Aussenwelt abgegeben. Von einzelnen

Kratzern werden so Millionen sehr kleiner Eier in der freien Natur

zerstreut. Ihre Entwickelungsfähigkeit bleibt lange Zeit eine

ungestörte. Die Embryonen sind in drei starke Hüllen von verschiedener

Natur eingeschlossen. Ihre Gestalt ist die eines schlanken Kegels

mit abgerundeten Enden; das breitere, ventral scheibenartig

abgeflachte Vorderende trägt einen aus zehn bis zwölf stilettförmigen

Borsten zusammengesetzten Stachelapparat, der durch eine spezielle

Muskulatur bewegt werden kann. +Leuckart+ hat schon vor längerer Zeit

nachgewiesen, dass die Eier unseres _E. proteus_ in den Darm des weit

verbreiteten, gewöhnlichen Flohkrebses (_Gammarus pulex_) gelangen

müssen. Die Eihülle und endlich auch die Darmwand des Zwischenwirtes

wird von den Embryonen mit Hilfe ihres Stachelapparates durchbrochen;

in der Leibeshöhle des Krebses läuft die weitere Entwickelung ab. Noch

drei Wochen bleiben die Bewegungen im Zwischenwirt recht lebhafte;

nach und nach werden sie langsamer, um endlich ganz aufzuhören. Der

embryonale Hakenkranz ist inzwischen verloren gegangen; die Tiere

liegen wie Puppen von Insekten, von ihrer äusseren, derben Haut wie von

einer Kapsel umgeben und mit eingezogenem Rüssel in der Leibeshöhle des

_Gammarus_. Die weitere Entwickelung des scheinbar ruhenden Körpers

ist eine höchst komplizierte. Aus einer zentralen Körnermasse der

Larve, dem sogenannten Embryonalkern, geht die Hauptmasse der Organe,

Nervensystem, Rüsselscheide, Geschlechtsapparate, hervor, während die

Körperwandung mit den Lemnisken, dem eigentümlichen, sie durchziehenden

Lakunensystem und dem Muskelschlauch den peripherischen Teilen des

Embryos den Ursprung verdankt.

Eingeschlossen in den Zwischenwirt müssen die jungen Echinorhynchen

in den Verdauungstractus der ihnen als Hauptwirte zusagenden Fische

gelangen. Dort werden sie frei, fixieren sich, ihre volle Grösse wird

erreicht und nach definitiver Ausbildung der Geschlechtsorgane wird die

Begattung vollzogen.

+Hamann+ hat indessen die Beobachtung gemacht, dass die

Lebensgeschichte noch kompliziertere Bahnen einschlagen kann. In

manchen Fischen, Stichling, Barbe, Groppe, Gründling, besonders

massenhaft aber in der Elritze (_Phoxinus laevis_) fand der Göttinger

Zoologe der Oberfläche der Leber angeheftet regelmässig kugelige bis

eiförmige Gebilde von etwa 2 _mm_ Durchmesser. Sie bestehen aus einer

von der Leber aus gebildeten Kapsel, die die orangefarbene Larve einer

Echinorhynchus-Art umschliesst. Diese jungen Tiere aus der Leibeshöhle

der kleinen Fischarten entsprechen in jeder Beziehung den Jugendstadien

von _Echinorhynchus proteus_ aus dem Flohkrebs. Sie müssen unbedingt

als zum Entwickelungsgang des besprochenen Kratzers gehörend betrachtet

werden. Es gelang +Hamann+ sogar, aus den in Fischen gefundenen

Larven in der Forelle den typischen _Echinorhynchus proteus_ gross

zu ziehen. Also kann ein Fisch, z. B. die Elritze, so gut wie der

Flohkrebs zum Zwischenwirt eines Kratzers werden, der selbst wieder

Raubfische bewohnt. Die genannten kleinen Fische können übrigens

gleichzeitig Haupt- und Zwischenwirt des _Echinorhynchus proteus_

sein. Sie beherbergen ihn als geschlechtsreifen Wurm massenhaft im

Darmkanal, gleichzeitig findet er sich ganz konstant, oft in der Zahl

von zwanzig Exemplaren, als geschlechtslose Larve der Leber und den

Mesenterien angeheftet. So sucht ja auch die Trichine den Menschen in

zwei verschiedenen Entwickelungsstadien heim, als geschlechtsreifer

Darmbewohner und als in den Muskeln ruhende, unreife Larve. +Hamann+

nimmt an, dass die Elritzen u. s. w. gelegentlich Flohkrebse

verschlucken, in deren Darm frisch aufgenommene, noch nicht geöffnete

Eier von _E. proteus_ liegen. Die Embryonen gelangen nun im Fischdarm

zum Ausschlüpfen, sie durchbohren die Wandungen des Verdauungstractus

und benützen den Fisch an Stelle des von ihm verschlungenen Krebses als

Zwischenwirt. Ein Raubfisch wie die Forelle ist also einer doppelten

Infektionsgefahr ausgesetzt, sie kann den _Echinorhynchus_ vom Fisch

oder vom Krebs beziehen. Für die Verbreitung des Parasiten aber wird

die geschilderte Vermehrung der Zahl von Zwischenwirten von Bedeutung

und Vorteil sein.

[Illustration: Fig. 37.

_Echinorhynchus angustatus._]

Kaum weniger verbreitet als der _Echinorhynchus proteus_ ist ein

anderer Kratzer zahlreicher Süsswasserfische, der _E. angustatus_ Rud.

Als seine gewöhnlichsten Wirte dürfen wohl Barsch, Hecht, Quappe,

Karpfen und Forelle bezeichnet werden. In gewissen Bächen, die den

Zwischenwirt des Wurmes, die Wasserassel (_Asellus aquaticus_), häufig

beherbergen, ist auch der Darm der Forellen regelmässig mit hunderten

der Schmarotzer angefüllt. Der gestreckte, spindelförmige oder

cylindrische Körper besitzt nur einen kurzen Hals. Der walzenförmige

Rüssel trägt 8–20 Hakenreihen, deren Elemente von zweierlei

verschiedener Form sind. Bei mittelgrossen Tieren mit 15 Reihen beträgt

die Hakenzahl 120 (Fig. 37).

Es kamen mir keine Exemplare von _E. angustatus_ aus Süsswasserfischen

zu Gesicht, deren Gesamtlänge 25 _mm_ überstieg. Die Lebensgeschichte

dieses Kratzers kopiert die für _E. proteus_ näher geschilderten

Vorgänge. Wie dort bedarf die Larve bis zu ihrer vollständigen

Ausbildung acht bis zehn Wochen Zeit. Die Eier des Parasiten werden

von der Wasserassel in grosser Menge aufgenommen. Im Gegensatz aber zu

den bereits geschilderten Verhältnissen gelangen die ausschlüpfenden

Embryonen von _E. angustatus_ schon in der Drüsenschicht des Darmes

ihres Zwischenträgers, die sich in beträchtlicher Dicke zwischen

Chitinwand und Muskelhaut legt, zur Ruhe. Hier liegen sie in grosser

Zahl bewegungslos. Die äussere Form der Larven verändert sich; innere,

komplizierte Umbildungen finden statt; die Körpergrösse nimmt zu.

Endlich fallen die jungen Schmarotzer infolge von in der Wandung

des Darmes eintretenden Veränderungen passiv in die Leibeshöhle des

Zwischenwirtes. Von der Blutflüssigkeit des Krebses umspült, und so

reichlich ernährt, wächst der Schmarotzer verhältnismässig rasch unter

allmählicher Gestaltveränderung. Es entsteht auf verwickeltem Wege der

junge _Echinorhynchus_, der mit der Assel auf den Hauptwirt (Fische)

übertragen werden muss, um dort seine Geschlechtsreife zu erlangen.

Für einen andern Kratzer, den _E. clavaeceps_ Zed., hat +Villot+ den

Zwischenwirt in der wasserbewohnenden Larve eines weit verbreiteten

und massenhaft auftretenden Netzflüglers, der _Sialis lutaria_ L.,

entdeckt. Der junge Wurm liegt eingekapselt im Fettkörper des Insekts;

er sieht in Form und Bau dem erwachsenen _Echinorhynchus_ sehr

ähnlich, doch sind die Geschlechtsorgane noch unentwickelt. Zufällig

finden sich die Larven des _E. clavaeceps_ auch in einem Blutegel

(_Nephelis octoculata_) und in Wasserpulmonaten (Limnaeen); doch

scheint die Sialis-Larve der richtige Zwischenträger zu sein. Ihr

wird vom Hauptwirt des betreffenden Kratzers, der Schmerle (_Cobitis

barbatula_), eifrig nachgestellt. _E. clavaeceps_ ist übrigens auch

kein seltener Gast zahlreicher Karpfenarten.

Die formenreiche Gruppe der Trematoden oder Saugwürmer umschliesst

ausschliesslich parasitierende Wesen. Doch leben sie bald als

Entoparasiten in den inneren Organen ihres Wirtes, bald heften sie

sich ektoparasitisch auf seiner Oberfläche an. Es sind meist flache,

blattförmige, ungegliederte Würmer, die als Haftapparate Saugnäpfe

und oft daneben noch Hakengebilde besitzen. Eine Leibeshöhle fehlt;

der gegabelte, oft vielfach verzweigte Darmkanal endigt immer blind.

Über dem Schlunde liegt ein Doppelganglion, das mehrere Nervenstämme,

speziell zwei nach hinten ventral verlaufende, abgiebt. Röhriges, meist

durch einen unpaarigen hinteren Porus ausmündendes Exkretionssystem,

das mit zahlreichen Wimpertrichtern im Parenchym beginnt. Die

Trematoden sind fast ausschliesslich Zwitter mit sehr komplizierten

Geschlechtsapparaten. Ihre Lebensgeschichte ist oft äusserst

verwickelt. Sie setzt sich besonders bei den entoparasitischen Formen

für ein und dieselbe Art aus mehreren, auf verschiedene Weise aus

einander hervorgehenden Generationen zusammen (Generationswechsel).

Freie Stadien wechseln mit parasitischen; oft werden mehrere Wirte

durchlaufen.

Von den entoparasitischen Formen, die mit höchstens zwei Sauggruben,

nie mit Haken bewehrt sind, stellt besonders die artenreiche Gattung

_Distoma_ zahlreiche Schmarotzer für die Süsswasserfische. +Stossich+

kennt 170 Distomeen aus etwa zweihundert Fischarten; davon parasitieren

etwa vierzig Arten in Süsswasser- und Wanderfischen. Sie bewohnen

oft in sehr grosser Individuenzahl hauptsächlich die verschiedenen

Abschnitte des Verdauungstractus, vom Schlund bis zum Enddarm. Doch

fehlen sie auch nicht in anderen, nach aussen offenstehenden Organen,

wie z. B. in der Harnblase (_Distoma folium_ Olfers bei Groppe, Hecht,

Forelle, Aesche, Saibling). In Körpergestalt, Grösse und Bau weisen die

Distomeen der Süsswasserfische gar mancherlei Verschiedenheiten auf.

Als Extreme seien erwähnt das _D. tereticolle_ Rud. aus dem Schlund von

Hecht, Aalraupe, Forelle, Saibling etc. mit gestrecktem bis 50 _mm_

langem, halbcylindrischem Körper, und das schon angeführte _D. folium_

aus der Harnblase mancher Fische, dessen Leib eine flache Scheibe

von kaum 2 _mm_ Durchmesser bildet, von der ein Halsteil sich scharf

abhebt. In zahlreichen Fischen lebt das _D. appendiculatum_ Rud.,

ausgezeichnet durch einen in den Körper rückziehbaren Schwanzteil; im

Schlunde des Lachses stösst man oft auf das auch sonst verbreitete _D.

varicum_ Zeder mit drehrundem, geknicktem Körper, konkaver Rücken- und

konvexer Bauchfläche. In den Karpfen lebt das durch seinen kugeligen

Bauchsaugnapf ausgezeichnete _D. globiporum_ Rud.

[Illustration: Fig. 38.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Zweiter Band. · 第 42 / 60 题