Larve von _Cucullanus elegans_ aus _Cyclops_.]

Die Entwickelungsvorgänge im befruchteten Ei der Kappenwürmer sind

von +Bütschli+ zum Gegenstand einer Untersuchung gemacht worden.

+Leuckart+ verfolgte das weitere Schicksal der Embryonen, die schon

im Muttertier die zarten Eihüllen verlassen und oft zu tausenden die

Geschlechtswege anfüllen. Trächtige Weibchen fand ich während des

ganzen Jahres. Die Jungen sind etwa 0.4 _mm_ lang, äusserst beweglich;

ihr Darm ist noch einfach, ohne weitere Einteilung, der komplizierte

Mundbecher fehlt oder ist nur durch einen Chitinzahn vertreten; das

Hinterende läuft in einen langen, spitzen, lebhaft schlagenden Schwanz

aus (Fig. 35). In diesem Zustande durch eine starke Cuticula genügend

geschützt, leben die Tierchen während Wochen im Wasser. Früher oder

später wird ein Zwischenwirt bezogen, in der Regel ein kleiner Krebs,

aus der Gruppe der Cyclopiden, seltener Insektenlarven. Die jungen

Parasiten werden durch die Mundöffnung aufgenommen, oft in grosser

Zahl. +Leuckart+ zählte in einem _Cyclops_ nicht weniger als 34

Eindringlinge. Im Zwischenwirt durchbrechen sie mit ihrem Bohrzahn

die Darmwand und gelangen so in die Leibeshöhle, wo sie nach wenigen

Tagen eine Häutung eingehen, die ihren Bau wesentlich verändert. Der

Bohrzahn, der ja seinen Zweck erfüllt hat, ist verschwunden, der

Schwanz ist kürzer geworden; der Ösophag zeigt eine erste Andeutung

der zukünftigen Gliederung in Muskel- und in Drüsenmagen. In der

Folge entwickelt sich allmählich der chitinöse Mundbecher zu seiner

typischen Gestalt. Eine neue Häutung tritt ein; das Nervensystem und

der Hautmuskelschlauch erscheinen in der definitiven Form, während die

Geschlechtsorgane noch wenig entwickelt sind und das Hinterleibsende

dem des erwachsenen Tieres noch unähnlich aussieht. Auch Grösse und

Skulptur des Mundbechers weichen noch von den bezüglichen Verhältnissen

beim erwachsenen Tier ab. Im Sommer braucht der Entwickelungsgang des

_Cucullanus_ bis zu diesem Punkte nur wenige Tage, im Winter dagegen

mehrere Wochen. Damit ist aber auch die Grenze der im Zwischenwirt

möglichen Ausbildung erreicht. Jetzt müssen die Kappenwürmer

eingeschlossen in die Cyclopiden auf den definitiven Wirt, den Barsch,

übertragen werden. Mit der Nahrung nimmt der Fisch gleichzeitig die

jungen Schmarotzer auf. Im Magen des Hauptwirtes freigeworden, beziehen

die Kappenwürmer die Pylor-Anhänge, wachsen dort rasch heran, um nach

einer weiteren Häutung bald die Geschlechtsreife zu erreichen. Schon

zehn bis vierzehn Tage nach der Infektion findet im Darm des Barsches

die Begattung der Würmer statt.

Einen ähnlichen den Stempel des Parasitismus tragenden

Entwickelungsgang mit Übertragung des jungen Schmarotzers auf einen

Zwischenwirt, in dem längere Zeit ein latentes Leben geführt werden

kann, bis wiederum mit der Nahrung der Parasit in den definitiven Wirt

eingeschmuggelt wird, durchläuft ein bekannter Fadenwurm des Hechts,

die _Ascaris acus_ Bloch.

[Illustration: Fig. 36.

Die Tier- und Pflanzenwelt des Süsswassers. Zweiter Band. · 第 41 / 60 题