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Die Abendsonne stand über den Feldern, als Oberleutnant von Roselius
heimkehrte. Nach Erledigung einer dienstlichen Angelegenheit wollte er
noch ins Kasino gehen. Seinen Burschen, den er ausgeschickt, erwartend,
stand er auf dem Balkon.
Es dämmerte. Dunkler wurden die Schatten. Laternen blitzten auf, hier
und da wurde eine Villa hell. Von den Kirchen klang der Schlag der
Turmuhren herüber, und das Rathaus antwortete.
Gedankenverloren blickte er die Straße entlang.
Da sah er eine Dame langsam den Bürgersteig auf und nieder wandern.
Soweit Roselius es im Zwielicht erkennen konnte, war sie unauffällig
gekleidet. Trotzdem fiel sie, vielleicht nur durch ihr fortwährendes
Auf- und Abgehen im Halbdunklen, auf. Ihm aber fuhr's durch den Sinn:
›Das ist sie!‹ Er gab das Kasino auf, ließ sich kaltes Abendbrot
auf den Balkon bringen und fuhr, durch eine Säule gedeckt, fort,
die Fremde, die inzwischen näher gekommen war, zu beobachten. Jetzt
fiel der Schein einer Laterne auf ihre Gestalt, sie neigte den Kopf,
aber er hatte sie schon erkannt. Es war eine bekannte Berliner
Varietekünstlerin. Heute war sie unverschleiert. -- --