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Roselius konnte nicht zum Abend bleiben, weil er schon gegen sechs
wieder in Drachenburg sein mußte. Und Dreilinden hatte nicht die gute
Bahnverbindung, wie Kambach. So mußte er Frau von Kambachs Einladung
ablehnen. Mit herzlichem Dank entließ sie ihn.
»Ich werde tun, was ich kann,« sagte sie, als er ihr, Abschied nehmend,
die Hand küßte, »aber solange meine Mitteilungen sich nicht auf
Tatsachen gründen, werde ich einen schweren Stand haben.«
»Ich fürchte, meine Vermutungen werden bald Tatsachen werden,«
entgegnete er ernst. »Darum habe ich nur die eine Bitte, daß irgend
etwas geschehe, bevor die Gräfin zurückkehrt.«
»Ich werde morgen nach Kambach fahren und mit meinem Sohn sprechen.
Darf ich Ihren Namen nennen?«
»Selbstredend, Exzellenz! Nur die letzte, kaum denkbare Möglichkeit
eines Irrtums würde heute meinen Eid verhindern. Ich sah eine
verschleierte Gestalt, die mir bekannt vorkam, in vorgerückter
Stunde die Villa betreten und nach Mitternacht wieder verlassen. Da
ich Bühlers gegenüber wohne, konnte ich die Sache gut beobachten.
Auffallend ist außerdem, daß die häufigen Fahrten nach Berlin mit dem
Tage, wo die Gräfin nach Kambach ging, aufgehört haben -- er scheint
häusliche Empfänge bequemer zu finden, -- man weiß wirklich nicht, was
größer ist, die bodenlose Unverschämtheit oder die Unvorsichtigkeit!
Es liegt also jedenfalls etwas vor, -- darum meine ich, es müßten
Maßregeln getroffen werden, die Gräfin vor dem Äußersten zu schützen!«