Sie nickte ihm lächelnd zu: »Ja, sie ist eine rechte Bühler!« -- --

* * * * *

Roselius konnte nicht zum Abend bleiben, weil er schon gegen sechs

wieder in Drachenburg sein mußte. Und Dreilinden hatte nicht die gute

Bahnverbindung, wie Kambach. So mußte er Frau von Kambachs Einladung

ablehnen. Mit herzlichem Dank entließ sie ihn.

»Ich werde tun, was ich kann,« sagte sie, als er ihr, Abschied nehmend,

die Hand küßte, »aber solange meine Mitteilungen sich nicht auf

Tatsachen gründen, werde ich einen schweren Stand haben.«

»Ich fürchte, meine Vermutungen werden bald Tatsachen werden,«

entgegnete er ernst. »Darum habe ich nur die eine Bitte, daß irgend

etwas geschehe, bevor die Gräfin zurückkehrt.«

»Ich werde morgen nach Kambach fahren und mit meinem Sohn sprechen.

Darf ich Ihren Namen nennen?«

»Selbstredend, Exzellenz! Nur die letzte, kaum denkbare Möglichkeit

eines Irrtums würde heute meinen Eid verhindern. Ich sah eine

verschleierte Gestalt, die mir bekannt vorkam, in vorgerückter

Stunde die Villa betreten und nach Mitternacht wieder verlassen. Da

ich Bühlers gegenüber wohne, konnte ich die Sache gut beobachten.

Auffallend ist außerdem, daß die häufigen Fahrten nach Berlin mit dem

Tage, wo die Gräfin nach Kambach ging, aufgehört haben -- er scheint

häusliche Empfänge bequemer zu finden, -- man weiß wirklich nicht, was

größer ist, die bodenlose Unverschämtheit oder die Unvorsichtigkeit!

Es liegt also jedenfalls etwas vor, -- darum meine ich, es müßten

Maßregeln getroffen werden, die Gräfin vor dem Äußersten zu schützen!«

Wenn ich die Sonne grüße ... · 第 89 / 114 题