Ein Wagen rollte über den Hof.
»Das ist Herr Oberstallmeister,« sagte Fräulein Eichel. »Soll ich noch
einmal Tee machen?«
Die Gutsherrin sah auf die Uhr. »Es ist gleich halb sechs! Lassen Sie
nur bitte abräumen. Mein Sohn wird zum Abendbrot bleiben!«
Die Gesellschafterin klingelte; dann setzte sie die Tassen zusammen.
»Wenn Exzellenz mich brauchen sollten, -- ich gehe nur dem Postboten
entgegen,« sagte sie und trug Brot und Kuchen hinaus. -- --
* * * * *
Sibylle hatte ihren Schmuck in Sicherheit gebracht und stand, ihren
Schwiegervater erwartend, in der offenen Haustür.
»Tag, Billy,« rief er, die Freitreppe heraufkommend, »Großmama ist doch
zu Hause?«
»Ja, Papa!«
Er küßte sie auf die Stirn.
»Was macht Harro?«
»Der ist vorgestern in Johannistal aufgestiegen!«
»So, alles gut verlaufen? -- Und das tapfere Bräutchen hat keine Spur
von Angst? Famos!«
»Aber Papa, wir wollen doch unsere Hochzeitsreise mit der ›Brandenburg‹
machen! Wie sollt' ich da Angst haben? Im Gegenteil. Ich freue mich wie
ein Zaunkönig!« Sie schob den Arm in den seinen. »Du bleibst doch zum
Abendbrot?«
»Ich muß zurück. Der ganze Schreibtisch liegt voll. Die Bundesarbeit
wächst mit jedem Tage, und wir Vorsitzenden haben alle Hände voll zu
tun. Die Drachenburger Ortsgruppe kommt noch dazu,« -- er fuhr mit der
Hand durch das dichte graue Haar -- »ach ja!« -- --
Frau von Kambach ging dem Sohne entgegen. »Schön, daß du kommst, Karl
Heinrich!«
»Ich muß dringend mit dir sprechen, Mama!«