Als man den Engländer ins Gesandtenhaus gebracht hatte, rief man
sogleich einen Arzt und einen Apotheker zu ihm. -- Der Arzt befahl, ihn
in seiner Gegenwart in eine warme Wanne zu setzen, der Apotheker aber
drehte sogleich eine Guttaperchapille und steckte sie ihm in den Mund,
darauf aber legten sie ihn beide zusammen auf ein Federbett, bedeckten
ihn mit einem Pelz und ließen ihn schwitzen, damit ihn aber niemand
störe, ward in der ganzen Gesandtschaft der Befehl gegeben, daß niemand
zu niesen wage. Es warteten der Arzt und der Apotheker, bis der
Bootsmann eingeschlafen war, und dann bereiteten sie ihm eine zweite
Guttaperchapille, legten sie neben das Kopfende auf ein Tischchen und
gingen hinaus.
Den Linkser dagegen legte man im Polizeihaus auf den Fußboden und man
fragte ihn: Wer er ist, und von woher, und ob er einen Paß, oder ein
anderes »Tugament« besitze?
Er aber war von der Krankheit, vom Trinken und vom langen Schwanken so
schwach geworden, daß er kein Wort antwortet, vielmehr nur stöhnt.
Darauf suchten sie ihn sogleich aus, nahmen ihm sein Kleid ab, nahmen
ihm auch die Trepetiruhr und das Geld, und ihn selber befahl der
Polizeimeister in der ersten besten Droschke kostenlos ins Krankenhaus
abzuliefern.
Der Schutzmann führte den Linkser hinaus, um ihn auf einen Schlitten zu
setzen, lange konnte er aber keinen einzigen Kutscher festkriegen, weil
sie alle vor dem Polizisten davonlaufen. Der Linkser aber lag diese
ganze Zeit über auf dem kalten Boden der Auffahrt; alsdann erwischte der
Schutzmann einen Fuhrmann, nur ohne die warme Pelzdecke, weil sie sie in
solchem Falle unter sich zu verstecken pflegen, damit dem Polizisten
möglichst rasch die Füße kalt werden sollen. Man fuhr den Linkser so,
unbedeckt; wie sie ihn von einer Droschke auf die andere übersetzen,
lassen sie ihn immer fallen, wenn sie ihn aber aufheben, dann reißen sie
ihn an den Ohren, damit er zur Besinnung komme. Man brachte ihn in ein
Krankenhaus, man nimmt ihn nicht an ohne Tugament; man bringt ihn in ein
anderes -- auch dort nimmt man ihn nicht auf, und so in ein drittes und
in ein viertes -- bis ganz zum Morgen schleppten sie ihn über alle
entfernten Krummwege und setzten ihn immer so von einem Schlitten auf
einen andern, daß er sich völlig zerschlug. Da sagte ein Unterarzt dem
Schutzmann, man solle ihn in das Obuchowsche Armenkrankenhaus bringen --
wo man alle von unbekanntem Stande zum Sterben aufnimmt.
Dort befahl man eine Quittung zu geben, den Linkser aber bis zur
Aufnahme auf den Boden im Korridor hinzulegen.
Der englische Bootsmann stand aber um diese selbe Zeit am andern Tage
auf, verschluckte die andere Guttaperchapille, aß zum leichten Frühstück
ein Huhn mit Reis, trank Schnaps und sprach:
»Wo ist mein russischer Kamerad? Ich werde ihn suchen gehen!«
Er zog sich an und lief davon.