Alle begannen heranzutreten und zu schauen: der Floh trug tatsächlich an
allen seinen Füßen wirkliche Hufeisen, der Linkser aber bemerkte, daß
auch dies nicht das ganze Erstaunliche sei.
»Wenn« -- spricht er -- »ein besserer >Winzigschauer< da wäre, der
fünfmillionenmal vergrößert, so würden Sie,« spricht er, »geruhen zu
erschauen, daß auf jedem Hufeisenchen der Name steht: welcher russische
Meister dieses Hufeisen schmiedete.«
»Ist auch dein Name dabei?«
»Keineswegs« -- antwortet der Linkser -- »eben mein Name fehlt nur.«
»Weshalb denn?«
»Aber deshalb« -- spricht er -- »weil ich noch feinere Arbeit leistete:
Ich schmiedete die Nägelchen, mit denen die Hufeisen angeschlagen sind
-- die vermag schon kein >Winzigschauer< zu erfassen.«
Der Kaiser fragte:
»Wo ist dann aber euer >Winzigschauer<, mit dem ihr dieses Wunder
vollbringen konntet?«
Der Linkser antwortet:
»Wir sind arme Leute und haben wegen unserer Armut keinen
>Winzigschauer<, bei uns ist vielmehr unser Auge so gewöhnt.«
Da begannen auch die übrigen Höflinge, sehend, daß die Sache des
Linksers gewonnen war, ihn zu küssen. Platow aber gab ihm hundert Rubel
und sprach:
»Verzeih' mir, Brüderchen, daß ich dich an den Haaren zog!«
Der Linkser antwortet:
»Gott wird dir verzeihen -- da ist uns nicht zum ersten Male ein solcher
Schnee auf den Kopf gefallen!«
Mehr aber sprach er nicht, und er hatte auch keine Zeit mit irgendwem zu
sprechen, weil der Kaiser befahl, schon sogleich dieses behufte
»Nymphusorium« einzupacken und nach England zurückzuschicken -- in der
Art eines Geschenkes, damit man dort verstehe, daß uns dies nicht
erstaunlich sei. Und es befahl der Kaiser, daß ein besonderer Kurier,
der alle Sprachen versteht, den Floh bringen, und daß sich der Linkser
bei ihm befinden solle, damit er selber den Engländern die Arbeit zeigen
könne, und was es für Meister bei uns in Tula gibt.
Platow bekreuzte ihn:
»Möge« -- spricht er -- »über dir Segen sein, auf den Weg aber werde ich
dir meinen eigenen Bittern senden. Trinke nicht viel und nicht wenig,
trinke vielmehr mittelmäßig!«
So tat er auch -- er schickte ihm seinen Bittern.
Graf Kiselwrode aber befahl, daß man den Linkser in den Tuljakowschen
öffentlichen Bädern bade, ihm beim Barbier die Haare schneide und ihm
einen Paradekaftan von einem Hofsänger anziehe, damit es so aussehe, als
habe er irgend einen besondern Rang.
Als sie ihn auf diese Weise umgebildet und zur Reise mit Tee und
Platowschem Bittern getränkt hatten, zogen sie ihm den Gürtelriemen
möglichst eng, damit die Därme nicht schlotterten, und führten ihn nach
London. Von daher bekam der Linkser auch ausländische »Ansichten« zu
schauen.