Platow fürchtete sich, dem Kaiser vor Augen zu treten, weil Nikolai
Pawlowitsch alles bemerkte und im Gedächtnis behielt; nichts pflegte er
zu vergessen. Platow wußte, daß er ihn unbedingt nach dem Floh fragen
werde. Und wenn er auch keinen Feind auf der ganzen Welt fürchtete, so
fürchtete er sich in diesem Falle doch: er ging ins Schloß mit der
kleinen Schatulle und stellte sie ganz leise im Saal hinter den Ofen.
Nachdem er die Schatulle verborgen hatte, ging Platow zum Kaiser ins
Kabinett und begann rasch zu berichten, was die Kosaken am stillen Don
für Gespräche unter einander führen. Er beschloß so: hiermit den Kaiser
zu beschäftigen und dann, wenn der Kaiser sich selber entsinnen und von
dem Floh beginnen werde, werde es nötig sein, ihn herzugeben und Rede zu
stehen; wenn er aber davon nicht anfange, dann zu schweigen, die
Schatulle dem Kammerdiener zu verstecken befehlen und den Tulaer Linkser
auf unbestimmte Zeit in eine Festungskasematte zu stecken, damit er dort
sitze bis zu der Zeit, daß man seiner bedürfen werde.
Kaiser Nikolai Pawlowitsch hatte aber gar nichts vergessen, und kaum
hatte Platow seinen Bericht über die Gespräche der Kosaken untereinander
geendet, so fragte er ihn auch schon sogleich:
»Aber wie denn, wie haben meine Tulaer Meister sich gerechtfertigt
gegenüber dem englischen >Nymphusorium<?«
Platow antwortete in der Weise, wie ihm die Sache zu sein schien.
»Das >Nymphusorium<« -- spricht er -- »Eure Majestät, ist immer noch auf
der Welt, und ich habe es zurückgebracht, die Tulaer Meister haben aber
nichts Erstaunliches zu tun vermocht.«
Der Kaiser antwortet:
»Du bist ein tapferer Greis, doch das, was du mir da vorbringst, kann
nicht so sein.«
Platow begann ihn zu überzeugen und erzählte, wie die ganze Sache
verlief, und als er bis dahin gelangt war, daß die Tulaer ihn baten, den
Floh dem Kaiser zu zeigen, da klopfte ihm Nikolai Pawlowitsch auf die
Schulter und sagte:
»Bring her. Ich weiß, daß die Meinigen mich nicht betrügen können. Da
ist irgend etwas über das Verstehen hinaus geschehen!«