Sie aber hört gar nicht auf: »Laß ihn heraus!«

»Wenn die Dinge so stehen,« sagt Boris Timofejitsch, »so will ich dir

folgendes sagen: wenn dein Mann zurückkommt, werden wir dich, du

treulose Frau, im Pferdestalle mit eigenen Händen durchpeitschen. Ihn

aber, den Schurken, werde ich gleich morgen ins Zuchthaus schicken.«

So hatte Boris Timofejitsch beschlossen; sein Beschluß wurde aber nicht

zur Tat.

V

Boris Timofejitsch aß an diesem Abend einen Brei mit Pilzen und fühlte

gleich darauf ein Brennen im Schlunde; es zwickte ihn im Magen, er bekam

Erbrechen und starb gegen Morgen auf die gleiche Weise, wie die Ratten

in seinem Speicher. Für die Ratten aber pflegte Katerina Lwowna mit

eigenen Händen eine Speise mit einem gefährlichen weißen Pulver, das sie

in Verwahrung hatte, anzurichten.

Katerina Lwowna ließ ihren Ssergej sofort aus der gemauerten Kammer

heraus und legte ihn, ganz ohne Scheu vor den Leuten, auf das Bett ihres

Mannes, damit er sich nach den Schlägen des Schwiegervaters erhole; dem

Schwiegervater Boris Timofejitsch gab sie aber ein christliches

Begräbnis. Seltsamerweise machte sich niemand über den Tod des Alten

irgendwelche Gedanken. Boris Timofejitsch war eben gestorben, wie viele

nach dem Genuß von Pilzen starben. Man beerdigte ihn in aller Eile, ohne

selbst die Rückkehr des Sohnes abzuwarten, denn die Tage waren heiß; der

nach Sinowij Borissowitsch geschickte Bote hatte ihn auf der Mühle nicht

angetroffen. Sinowij Borissowitsch hatte gerade die Gelegenheit, einen

Wald, der hundert Werst weiter lag, billig zu kaufen; er war

hingefahren, um sich den Wald anzusehen, und hatte niemandem angesagt,

wo dieser Wald liege.

Nachdem Katerina Lwowna dieses erledigt hatte, geriet sie ganz außer

Rand und Band. Sie war ja auch sonst keine schüchterne Frau; jetzt

konnte man aber unmöglich erraten, was sie noch alles vorhatte. Sie geht

stolz einher, kommandiert das ganze Haus und läßt Ssergej nicht von

ihrer Seite. Das kam dem Hausgesinde anfangs etwas merkwürdig vor,

Katerina Lwowna verstand aber, die Leute so reich zu beschenken, daß

ihnen das Staunen verging. Sie sagten sich nur: Die Frau hat wohl mit

dem Ssergej angebandelt. Das ist ihre Sache, und nur sie allein wird

sich dafür zu verantworten haben.

Ssergej genas indessen von seinen Wunden, ging wieder aufrecht einher,

tänzelte stolz wie ein Falke um Katerina Lwowna, und die beiden hatten

wieder das allerschönste Leben. Die Zeit rollte aber nicht nur für sie

beide dahin: der beleidigte Gatte Sinowij Borissowitsch eilte nach

langer Abwesenheit nach Hause.

Eine Teufelsaustreibung, und andere Geschichten · 第 43 / 74 题