(lacht):
Das weiß ich nicht! -- Wenn man betrachtet, was er mit seinen Freunden
erlebt, so ist es kein Wunder, wenn er sich ängstet.
Fräulein Majakin:
Es scheint mir auch. Er scheint mir ein Feind von die Ehe zu sein.
Lucie:
Sind Sie vielleicht eine Freundin vom Heiraten?
Fräulein Majakin:
Ich kann mich denken, daß eine Frau von ein Mann, wie Professor Mäurer
ist, durch ein ganzes Leben gefesselt wird. Das kann ich mich denken,
Fräulein Lucie.
Lucie:
Aber daß Sie ihn ebenso lange fesseln, glauben Sie das?
Fräulein Majakin:
Ich kann überhaupt nicht Herr Mäurer fesseln. Er hat eine sehr große
Liebe, eine sehr große Bewunderung für eine ganz andere Dame als mich.
-- Wissen Sie, daß wir werden abreisen?
Lucie:
Warum wollen Sie denn schon abreisen, Fräulein Majakin? Lassen Sie Hanna
Elias abreisen! Möchte sie sein, wo der Pfeffer wächst. Geben Sie ihr
Eveline Schilling mit! Wenn es Ihnen hier so gut gefällt, wie Sie sagen:
bleiben Sie doch!
Fräulein Majakin:
Ich glaube kaum, daß dies ist, was Sie sagen, Ihr Ernst, Fräulein Lucie.
Und wenn es wirklich wäre der ganze Ernst Ihres Frauenherzens, ich
bleibe nicht. Auch ich bin, glauben Sie mir, durch das, was ich habe
sehen und hören müssen, mit diese traurige Liebesschicksal von diese
arme, gebrochene Künstler und Mann ... auch ich bin ein wenig erschreckt
davon.
Lucie:
Ich bin so wütend, ich könnte diese Weibsbilder prügeln, glauben Sie
mir, ich möchte sie ganz gehörig mit beiden Fäusten schrecklich
durchprügeln.
Fräulein Majakin:
Und mich dazu?
Lucie:
Nein. Sie, Fräulein Majakin, würd ich nicht durchprügeln. Ich würde nur
wünschen, daß Sie ganz ruhig zurück zu Ihrem Herrn Vater gehn. -- Glauben
Sie nicht, daß Mäurer ein Mann wie Schilling ist! Mäurer nimmt »eins
zwei drei«, was er haben will, und dann geht er und modelliert seine
Statuen. Skrupel macht er sich weiter nicht.
Fräulein Majakin:
Dann hat er die rechte noch nicht gefunden.